Neue Abgabe

Türkische Hoteliers fordern Bettensteuer-Aufschub

Erkan Yagci ist Präsient des Hotelverbands Aktob. Er traf die fvw auf dem Türkei-Stand auf dem World Travel Market (WTM) in London.
Klaus Hildebrandt
Erkan Yagci ist Präsient des Hotelverbands Aktob. Er traf die fvw auf dem Türkei-Stand auf dem World Travel Market (WTM) in London.

Die türkischen Hoteliers sind nicht erfreut über die geplante Übernachtungsabgabe. Der Präsident des Hotelverbands der Region Antalya, Erkan Yagci, will zumindest eine Verschiebung um ein Jahr erreichen.

Das türkische Parlament hatte vergangene Woche die Einführung einer Übernachtungsabgabe für Hotels beschlossen. Diese ist nach Hotelsternen gestaffelt. Für Fünf-Sterne-Hotels – die gängige Klassifizierung der Resorts an der türkischen Riviera – beträgt sie pro Gast mit mindestens 12 Lebensjahren und pro Tag 18 türkische Lira, umgerechnet rund 2,80 Euro. Die Hotelverbände protestieren. So hat sich bereits der Verband der Hoteliers im Raum Istanbul, Türob, gegen die Abgabe ausgesprochen.

Auch der Verband der Hotels im Raum Antalya (Aktob), dem mit Abstand wichtigsten türkischen Zielgebiet deutscher Urlauber, wendet sich gegen die Pläne. Es sei überhaupt noch nicht geklärt, wie die Abgabe von den Hoteliers im Hotel kassiert und abgeführt werden solle, sagt Präsident Erkan Yagci, selbst Chef der Hotelgruppe Concorde. "Wir fordern deshalb eine Verschiebung mindestens auf Ende 2020, besser noch 2021", sagte Yagci auf dem World Travel Market in London der fvw. Da die Hoteliers seit Oktober wie auch andere Tourismusunternehmen 0,75 Prozent ihres Umsatzes in den von Tourismusminister Mehmet Ersoy aufgelegten Marketingfonds einzahlen müssen, sei die neue Abgabe eine weitere Belastung, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtige.

Die Türkei hat in diesem Jahr als Reiseziel auf dem deutschen Markt zugelegt. Im Oktober sind die Buchungen im Vergleich zum Vorjahresmonat, offenbar wegen des Einmarsches türkischer Truppen in Syrien, allerdings zurückgegangen, zeigt die jüngste Buchungsstatistik von Amadeus Leisure IT. Yagci rechnet für das Gesamtjahr für die Türkei insgesamt mit rund fünf Millionen deutschen Urlaubern. Damit würde der bisherige Rekord von 5,6 Mio. Gästen aus dem Jahr 2015 noch nicht wieder erreicht, was eigentlich Ziel des Tourismusministeriums war. 2018 zählte das Land rund 4,5 Mio. deutsche Besucher.

In der Region Antalya haben die Russen den Deutschen inzwischen klar den Rang abgelaufen. Yagci erwartet für dieses Jahr 2,8 Millionen deutsche und 5,5 Millionen russische Besucher. Auch aus Großbritannien gebe es trotz der Thomas-Cook-Pleite hohe Zuwächse. Dennoch sei der deutsche Markt sehr wichtig, zumal die deutschen Gäste auch stärker in der Nebensaison reisten. Für das kommende Jahr erwartet Yagci, dass die Zahl der deutschen Gäste weiter steigt. Die Hotelpreise stiegen zwar im Schnitt um fünf bis zehn Prozent. "Aber wir haben hohe Kostensteigerungen und liegen immer noch nicht wieder auf dem Preisniveau von 2015", sagte der Aktob-Präsident.
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