Landkreis Aschaffenburg

Starkregen verusacht hohe Schäden

Nach dem schweren Unwetter im Landkreis Aschaffenburg haben am Freitagmorgen die Aufräumarbeiten begonnen.

„Wir befürchten einen Millionenschaden“, sagte Otto Hofmann von der zuständigen Kreisbrandinspektion. Hunderte Keller in der Gemeinde Krombach und in Markt Mömbris standen bis zum Morgen unter Wasser. Zudem sei Heizöl aus losgerissenen Tanks ausgelaufen. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mussten nach eigenen Angaben an 350 Einsatzstellen Schlamm und Wasser abpumpen. Einen Dammbruch der Kahl konnten die Helfer in der Nacht verhindern.

Bürgermeister und Landrat wollten sich am Vormittag vor Ort ein Bild von der Lage machen. „Teilweise waren die Ortschaften durch überflutete Straßen von der Außenwelt abgeschnitten“, sagte Hofmann. Inzwischen seien die Straßen wieder passierbar. Auch der Bahnverkehr war zwischenzeitlich unterbrochen.

Ein heftiges Gewitter hat am Donnerstag in Teilen von Hessen und dem benachbarten Bayern den Straßen-, Bahn- und Luftverkehr beeinträchtigt. Auf dem Frankfurter Flughafen wurde für fast zwei Stunden die Abfertigung eingestellt, um die Mitarbeiter auf dem Vorfeld nicht durch Blitzschläge zu gefährden. Davon betroffen war auch die Deutsche Handball-Nationalmannschaft auf dem Rückweg vom siegreichen EM-Qualifikationsspiel in Slowenien. Nach der Landung in Frankfurt saß das Team in der Maschine 90 Minuten lang auf dem Rollfeld fest.

Die Blitz-Warnung auf dem Flughafen wurde gegen 16 Uhr wieder aufgehoben. Insgesamt seien rund 100 Flüge annulliert worden, allerdings nicht alle wegen des Unwetters, sagte Dieter Hulick, Sprecher des Flughafen-Betreibers Fraport. „Den Passagieren empfehlen wir bei so einer Wetterlage grundsätzlich, sich auf den Websites der Airlines über mögliche Verspätungen zu informieren.“

Auch Straßen- und Bahnverkehr betroffen

Behinderungen gab es auch im Straßen- und Bahnverkehr vor allem im Bereich Offenbach und Hanau. Ein Polizeisprecher in Offenbach sagte, betroffen sei unter anderem der Knotenpunkt Kaiserlei-Kreisel und damit die Zu- und Abfahrt zur Autobahn 661. Für anderthalb Stunden sei der Kreisel überflutet und damit komplett gesperrt gewesen. „An den meisten anderen Stellen ist das Wasser relativ schnell wieder abgelaufen“, sagte ein Sprecher.

In Frankfurt war der S-Bahntunnel in der Innenstadt wegen eines Wassereinbruchs zeitweise nur eingleisig befahrbar. Dort kam es nach Angaben der Deutschen Bahn zu leichten Verspätungen. Auch andernorts habe Wasser in Unterführungen zu Staus geführt, sagte ein Polizeisprecher. Die Frankfurter Feuerwehr rückte wegen vollgelaufener Keller, Wohnungen und Tiefgaragen nach dem Starkregen zu insgesamt 65 Einsätzen aus. In vielen Fällen sei das Wasser über die Kanalisation von selbst abgeflossen, in anderen Fällen seien Tauchpumpen und Wassersauger zum Einsatz gekommen, erklärte die Feuerwehr. (dpa)

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