Klimawandel in Europa

Tourismus an Küsten und im Süden bedroht

Die Insel Djerba könnte von einem steigenden Meeresspiegel betroffen sein.
Thinkstock
Die Insel Djerba könnte von einem steigenden Meeresspiegel betroffen sein.

Hitze, Stürme, Hochwasser: Der Klimawandel kommt uns heute schon teuer zu stehen, warnt die Europäische Umweltagentur. Vor allem der Süden und die Küsten sind bedroht. Das betrifft auch die Touristik.

Der Klimawandel hat heute schon deutliche Auswirkungen auf Europa – und trifft den Süden und die Küsten des Kontinents besonders hart. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Klimabericht der Europäischen Umweltagentur (EEA), der in Kopenhagen veröffentlicht wurde.

Steigende Meeresspiegel und extremes Wetter wie Hitzewellen, Überflutungen, Dürren und Stürme stellen demnach eine immer größere Gefahr dar. Doch auch Mitteleuropa drohen immer mehr Hitzeextreme, Überschwemmungen und Waldbrände.

Der Bericht, den die Umweltagentur alle vier Jahre veröffentlicht, wertet die Risiken des Klimawandels für die Ökosysteme, die Gesundheit der Menschen und die Wirtschaft in Europa aus. Seit 1980 haben klimaabhängige Extremwetter die Mitgliedstaaten der Europäischen Umweltagentur demnach mehr als 400 Mrd. Euro gekostet.

Vor allem am Mittelmeer werde es künftig noch teurer werden, warnte die EEA. Überschwemmungen hätten im vergangenen Jahrzehnt Millionen Menschen in Europa betroffen. Zehntausende seien aufgrund der intensiven Hitze gestorben.

Zudem werde der Klimawandel in anderen Teilen der Welt auch Europa in Zukunft betreffen – etwa, wenn es um den Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen, Störungen von Transportwegen, geopolitische Sicherheitsrisiken oder Migration gehe.

Die Erkenntnisse des Berichts in Bezug auf die Zunahme von Klimaextremen in Europa zeige, „wie wichtig ambitionierte Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen sind“, kommentierte Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

„Das Ausmaß des künftigen Klimawandels und seine Auswirkungen hängen davon ab, wie effektiv unsere globalen Vereinbarungen umgesetzt werden, aber auch davon, dass wir sicherstellen, dass wir die richtigen Anpassungsstrategien haben, um die Risiken von derzeitigen und vorausgesagten Klimaextremen zu verringern“, sagte der Direktor der Umweltagentur Hans Bruyninckx.

Der EEA-Bericht ist in Zusammenarbeit mit dem Joint Research Centre der Europäischen Kommission, dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten, dem Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation und anderen Partnern entstanden. (dpa)

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats