Italien

Venedig will Gästezahl beschränken

Italien wird der Gästeansturm zu viel. Venedig denkt darüber nach, dass Tagesgäste für Attraktionen wie dem Markusplatz einen Besuch anmelden müssen. In Rom sind Souvenirverkäufer an Touristenattraktionen verboten.

„Wir wollen den Druck von manchen Gegenden im historischen Zentrum nehmen“, sagte Venedigs neue Bürgermeister Luigi Brugnaro der Deutschen Presse-Agentur. Erwägt werde ein spezielles Buchungssystem; eine Studie sei dazu in Auftrag gegeben worden. So sollten Einheimische, Pendler oder Hotelgäste unter bestimmten Bedingungen uneingeschränkten Zutritt haben.

Dagegen müssten Tagestouristen vorher einen Besuch buchen. So könne ihre Zahl limitiert werden. Unklar ist, ob Eintritt bezahlt werden soll. Brugnaro plant zudem, dass Einwohner Priorität beim Betreten der typischen Wasserbusse haben. „Mein Ziel ist es, Venedig ein bisschen normaler zu machen.“ Das Alltagsleben solle wieder in die Stadt zurückkehren.

Nach seinen Angaben kommen pro Jahr rund 20 Mio. Besucher in die Unesco-Welterbestadt. Allerdings ist die Zahl registrierter Besucher, die auch in der Lagunenstadt übernachten, weit geringer.

Die Stadt Rom hat unterdessen Straßenhändlern im historischen Zentrum den Kampf angesagt. Seit vorlezter Woche dürfen dort die typischen Wagen, die Wasser und Snacks verkaufen, nicht mehr parken. Auch die vielen Händler, die Selfiesticks, Papsttassen und andere Kitsch meist illegal verkaufen, müssen ihren Platz räumen. Zahlreiche Polizisten kontrollierten das Stadtzentrum.

Die Verkäufer vor dem Kolosseum, am Forum Romanum oder an der Spanischen Treppe gehören seit Jahren zum Stadtbild von Rom – zum Leidwesen vieler Tourismusmanager und Stadtoberen. Sie halten es für eine „Verschandelung“ des Stadtkerns. Außerdem arbeiten die meisten der Händler illegal und bieten gefälschte und vollkommen überteuerte Waren an. An dem Geschäft verdient die Mafia gut mit.

Bürgermeister Ignazio Marino hatte verkündet, Rom den „Glanz“ wiederzugeben, der der Stadt gebühre. (dpa)

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