Indonesien (Update)

Mehr als 90 Tote durch Erdbeben

Das Epizentrum des Erdbebens lag in einer Bucht vor der Küste Nordsumatras.
Wilde und Partner
Das Epizentrum des Erdbebens lag in einer Bucht vor der Küste Nordsumatras.

In Indonesien sind schwere Erdbeben nicht selten. Das Fatale aber diesmal: Der Erdbebenherd liegt nur knapp unter der Erdoberfläche. Die Folgen sind dramatisch.

Ein schweres Erdbeben hat der leidgeprüften indonesischen Provinz Aceh Tod und Zerstörung gebracht. Mindestens 97 Menschen seien ums Leben gekommen und 300 schwer verletzt worden, teilte das Militär nun mit. Dutzende Häuser stürzten ein. Es sei zu befürchten, dass viele Einwohner noch unter den Trümmern eingeschlossen sind, sagte der Chef der Katastrophenschutz-Behörde, Suyitno, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt.

Hunderte Menschen wurden bei dem Beben der Stärke 6,4 verletzt. Aceh war 2004 schon die am schlimmsten betroffene Region beim verheerenden Erdbeben mit Tsunami am zweiten Weihnachtstag. Damals kamen dort 180.000 Menschen um. Seitdem gab es zahlreiche weitere Beben.

Diesmal lag das Epizentrum des Bebens nicht wie damals vor der Westküste Sumatras, sondern in einer Bucht an der Nordküste. Tsunami-Gefahr bestand nicht. Im betroffenen Distrikt Pidie Jaya rund 100 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh leben mehr als 130.000 Menschen.

Wohnsiedlungen gleichen Trümmerbergen

„Wir haben drei Bagger in die zerstörten Bezirke geschickt, die Betonwände heben können“, sagte Suyitno. Fernsehsender zeigten zahlreiche eingestürzte Häuser und meterhohe Trümmerberge. Vor den Krankenhäusern leisteten Ärzte auf der Straße erste Hilfe, wie der stellvertretende Distriktchef Said Muyadi sagte. Die Menschen hätten Angst vor Nachbeben und trauten sich deshalb nicht in Gebäude.

Der Erdstoß geschah um kurz nach 5 Uhr Ortszeit. Tausende Menschen waren in Panik auf die Straße gerannt, wie Anwohner berichteten. Auch in Banda Aceh war der Erdstoß zu spüren. „Bei mir kam Panik auf“, sagte eine Ärztin im Fernsehen.

Der Erdstoß war gemessen an früheren Katastrophen in der Region recht leicht. Aber der Erdbebenherd lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Die USGS geht von einer Stärke von 6,5 aus.

Das verheerende Beben 2004 hatte eine Stärke von 9,1 gehabt. Die größte Zerstörung verursachten damals die meterhohen Tsunamiwellen. Rund um den Indischen Ozean kamen insgesamt mehr als 230.000 Menschen um. (dpa)

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