Hurghada (Update)

Thomas Cook quartiert Hotelgäste nach Todesfällen um

Hurghada ist ein beliebter Urlaubsort in Ägypten – dort sollen zwei britische Urlauber ums Leben gekommen sein.
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Hurghada ist ein beliebter Urlaubsort in Ägypten – dort sollen zwei britische Urlauber ums Leben gekommen sein.

In einem Hotel in Hurghada ist ein britisches Ehepaar unter noch ungeklärten Umständen zu Tode gekommen. Thomas Cook hat nun alle seine Gäste von dort ausquartiert.

Nach zwei mysteriösen Todesfällen in einem Hotel im ägyptischen Badeort Hurghada hat der britische Reiseveranstalter Thomas Cook alle seine Gäste von dort ausquartiert. Das bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Sicherheit ist immer unsere höchste Priorität, deswegen haben wir die Entscheidung getroffen, als Vorsichtsmaßnahme alle unsere Kunden von diesem Hotel wegzubringen“, hieß es in einer Mitteilung. Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien handelt es sich um das Steigenberger Aqua Magic.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein britisches Ehepaar während seines Aufenthalts in dem Hotel in Hurghada gestorben war. „Die Todesumstände sind noch immer unklar. Uns haben auch weitere Berichte von einem erhöhten Niveau an Krankheitsfällen unter den Gästen erreicht“, so das Statement des Reiseveranstalters. „Wir arbeiten weiterhin eng mit dem Hotel zusammen und unterstützen die Behörden bei ihren Ermittlungen.“

Bei Facebook kursiert unterdessen ein Schreiben von Thomas Cook an Hotelgäste, das von Geschäftsführerin Stefanie Berk unterzeichnet ist. „Wir gehen von einem natürlichen Tod aus“, heißt es darin. Bis die genaue Todesursache geklärt sei, werde man aber keine Urlauber mehr in dem Hotel unterbringen. Kunden in dem Hotel würden nun entweder anderweitig untergebracht oder hätten die Option, nach Hause zu fliegen. Diejenigen, die einen Aufenthalt dort gebucht hätten, würden in den kommenden vier Wochen mit Vorschlägen für eine alternative Unterbringung kontaktiert, heißt es von Thomas Cook weiter.

Die Sprecherin des betroffenen Steigenberger Aqua Magic Hotels, Salli Chattab, sagte der Deutschen Presse-Agentur, bei der Ausquartierung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Nicht alle Gäste hätten sich entschieden, das Hotel zu verlassen. Es gebe bislang keinen Beweis für einen unnatürlichen Tod des britischen Ehepaars. In dem Hotel sind mehrere Hundert Urlauber untergebracht.

Der Generaldirektor des Hotels, Dieter Geiger, hatte bereits am Dienstag an Reiseunternehmen geschrieben, zu einer „angebliche gehäuften Zahl von Krankheiten im Hotel“ gebe es keine Indizien. Ein deutscher Tourist berichtete hingegen, er, sein Sohn und weitere Gäste seien an Durchfall erkrankt. Allerdings trat die Erkrankung bei ihm erst am Mittwoch und damit einen Tag nach dem Tod der Briten auf.

Der deutsche Reiseveranstalter TUI teilte mit, man habe die Präsenz in dem betroffenen Hotel erhöht, um für mögliche Fragen zur Verfügung zu stehen. Wenn ein Gast umziehen wolle, kümmere sich die Reiseleitung umgehend. Sowohl Thomas Cook als auch TUI betonten, das Hotel sei vor Kurzem erst erfolgreich von Experten getestet worden.

Die Tochter des verstorbenen Paares, die ebenfalls zeitgleich in dem Hotel Urlaub machte, berichtete einem lokalen englischen Radiosender, ihre Eltern seien „fit und gesund“ gewesen. „Dad ist nie ins Krankenhaus gekommen, er starb im Hotelzimmer vor meinen Augen. Ich bin mit Mum in einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren, wo sie verstarb“, sagte Kelly Ormerod dem lokalen Radiosender 2BR am Freitag. Nun werde eine Obduktion durchgeführt.

Hurghadas Gouverneur, Ahmed Abdallah, widersprach der Londoner „Times“ zufolge dieser Darstellung. Der Verstorbene, dessen Alter britische Medien mit 69 angaben, habe „eindeutig einen Herzinfarkt erlitten“, sagte er demnach. Er habe „viele gesundheitliche Probleme“ gehabt, entsprechende Medikamente seien in dem Hotelzimmer gefunden worden. Vermutungen, die Todesursache könne mit einer defekten Klimaanlage oder mit dem Hotelessen zusammenhängen, schloss er weitgehend aus. Sonst hätten auch andere Gäste betroffen sein müssen. Nach Angaben der Provinzverwaltung soll es eine Obduktion geben. (dpa/HD)

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