Ex-WM-Quartier

Campo Bahia kämpft um Gäste

Einst Quartier der deutschen Nationalelf, nun auf der Suche nach Touristen: Das Campo Bahia.
Campo Bahia Hotel
Einst Quartier der deutschen Nationalelf, nun auf der Suche nach Touristen: Das Campo Bahia.

Vor drei Jahren logierten hier die späteren Fußball-Weltmeister. Heute ist das Campo Bahia in Brasilien ein Luxushotel mit oft wenig Gästen. Nun sollen ausgerechnet Argentinier für neuen Schwung sorgen.

Das deutsche WM-Quartier im brasilianischen Campo Bahia will drei Jahre nach seiner Eröffnung ausgerechnet mit mehr Touristen aus dem Land des Finalgegners Argentinien die Auslastung steigern. Im Schnitt liegt diese bisher bei etwa 40 Prozent. Um in die Gewinnzone zu kommen, brauche man etwa 70 Prozent, heißt es vor Ort – von offizieller Seite werden solche Zahlen in Abrede gestellt.

60 Prozent der Gäste stammen aus Brasilien, 30 Prozent aus Europa, 10 Prozent aus den USA. Wie Marketing-Chefin Iracema Keseberg der Deutschen Presse-Agentur sagte, setze man große Hoffnungen in neue Flüge von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires nach Porto Seguro in Brasilien. Zudem gebe es verstärkt Buchungen für geschlossene Events von großen Unternehmen und für Hochzeiten.

Die Anlage im Bundesstaat Bahia ist heute ein Luxus-Resort mit 70 Mitarbeitern in einer der schönsten Küstengegenden – leidet aber unter schlechten Flugverbindungen. Zudem wird Brasilien von einer tiefen Rezession gebeutelt, im vergangenen Jahr schreckte überdies das Zika-Virus viele Touristen ab. Das Campo Bahia wurde 2013 überraschend zum WM-Quartier erkoren und binnen weniger Monate in einer kaum erschlossenen Gegend gebaut. Deutschland wurde im Juli 2014 durch ein 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien Weltmeister.

An den Zimmern, wo damals deutsche Fußballnationalspieler wie Philipp Lahm oder Mario Götze nächtigten, hängen Karikaturen von Mannschaftsmitgliedern. „Die lassen Gäste schon mal gern mitgehen“, meinte ein Mitarbeiter. Die Anlage ist im Besitz der deutschen Modeunternehmer Christiane und Christian Hirmer. Sie haben einen zweistelligen Millionenbetrag investiert.

Ein Sprecher betont, dass man bewusst nicht auf Massen- und Pauschaltourismus setze, um den besonderen Charme zu wahren. Mitte Juli 2014 war das Resort für Touristen geöffnet worden. Dertour und der Münchner Luxusreise-Anbieter Art of Travel waren unter den Ersten, die Reisen in die Anlage buchbar machten. Das Resort liegt im Fischerdorf Santo André und ist nur per Fähre und über Sandpisten zu erreichen. (dpa/HD)

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