Ein Jahr nach Tat in Hurghada

Prag befragt ägyptischen Diplomaten zum Messerangriff

Vor einem Jahr starben bei einem Messerangriff in Hurghada eine Tschechin und zwei Deutsche. Prag hat nun einen ägyptischen Diplomaten einbestellt, um mehr über den aktuellen Stand der Entwicklungen zu erfahren.

Ein Jahr nach dem tödlichen Messerangriff auf eine tschechische Urlauberin und zwei deutsche Touristinnen in Hurghada hat Tschechien den ägyptischen Geschäftsträger ins Außenministerium in Prag einbestellt. Thema des Treffens waren der aktuelle Stand der Ermittlungen in dem Fall und die ungeklärte Frage der Entschädigungen für die Angehörigen, wie eine Ministeriumssprecherin mitteilte. Ein mutmaßlicher Einzeltäter hatte am 14. Juli 2017 an einem Hotelstrand des Roten-Meer-Badeorts auf die ausländischen Touristinnen eingestochen. Die beiden Deutschen stammten aus dem niedersächsischen Landkreis Peine.

Der ägyptische Diplomat bestätigte den Angaben zufolge, dass sich der mutmaßliche Täter weiterhin in Haft befinde. Mehrere ärztliche Gutachten hätten ihn als unzurechnungsfähig eingestuft. Er leide an einer sogenannten Gehirndysfunktion und werde als gefährlich für seine Umgebung angesehen. Falls das zuständige Gericht die ärztliche Einschätzung bestätige, was sehr wahrscheinlich sei, werde der Mann in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen und kein Prozess eröffnet.

Die ägyptische Seite habe eine Entschädigung der Angehörigen nicht ausgeschlossen, aber von dieser noch ausstehenden Gerichtsentscheidung abhängig gemacht, hieß es. Ägyptische Sicherheitskreise hatten die Attacke kurz nach der Tat mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Verbindung gebracht. (dpa)

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