Coronavirus

Japaner werden aus Wuhan ausgeflogen

Japan holt Landsleute aus der abgeriegelten chinesischen Stadt Wuhan, wo sich das neuartige Coronavirus nach seinem Ausbruch besonders stark ausgebreitet hat.

Ein erster Charterflug werde Dienstagnacht aufbrechen, sagte Außenminister Toshimitsu Motegi nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Die Maschine werde rund 200 Menschen nach Tokio zurückbringen. Weitere Flüge seien geplant, da rund 650 Japaner aus Wuhan in ihre Heimat zurück wollten. Bis Ende vergangener Woche lebten 710 Japaner in der schwer betroffenen Provinz Hubei, deren Hauptstadt Wuhan ist. Die Chartermaschine wird den Angaben zufolge auch Masken und Schutzkleidung nach Wuhan bringen.

Die japanische Regierung stuft den Erreger als "designierte Infektionskrankheit" ein, womit der Staat rechtlich die Möglichkeit zur zwangsweisen Einlieferung von Betroffenen in Krankenhäuser erhält. In Japan wurden bisher vier Fälle der neuen Lungenkrankheit bestätigt. Die Regierung werde die Behandlungskosten für Menschen, die zur Einlieferung in Krankenhäuser gezwungen sind, aus Steuergeldern bezahlen, hieß es. Mit der Klassifizierung des Erregers können Betroffene auch daran gehindert werden, zur Arbeit zu gehen.

Die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt hat ihre Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus im Land verstärkt. So müssen sich Reisende, bei denen Infektionsverdacht besteht, noch bei der Ankunft in Japan einer Untersuchung unterziehen. Japan ist ein sehr beliebtes Reiseziel für Chinesen. In einem halben Jahr ist Japan Gastgeber der Olympischen Spiele.
stats