Neue Covid-19-Risikogebiete

Deutschland warnt vor Wien, Amsterdam und Budapest

Wien sollte derzeit gemieden werden.
Wien Tourismus/Christian Stemper
Wien sollte derzeit gemieden werden.

In unseren Nachbarländern breitet sich das Coronavirus wieder schneller aus. Die Bundesregierung dehnt daher ihre Reisewarnungen auf Wien, Budapest, Holland, Mittelböhmen und Fribourg aus.

Auf Reisen in diese Städte und Regionen sollten die Menschen derzeit verzichten: Dort steigt die Gefahr vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Die Bundesregierung hat Wien, Nord- und Südholland in den Niederlanden (mit den Städten Amsterdam, Rotterdam und Den Haag), Mittelböhmen rund um Prag in Tschechien, Budapest, den Schweizer Kanton Freiburg (Fribourg) sowie weitere Regionen in Frankreich, Kroatien und Rumänien daher heute zu Risikogebieten erklärt.

Vor Reisen in diese Städte und Regionen wird gewarnt. Rückkehrer sind verpflichtet, sich bei Einreise nach Deutschland sofort testen zu lassen, das Gesundheitsamt zu informieren und auf das Testergebnis in Quarantäne zu warten. Ab 1. Oktober gilt generell eine fünftägige Quarantäne mit der anschließenden Möglichkeit, sich testen zu lassen. Wird ein solcher Test nicht gemacht, müssen die Betroffenen 14 Tage in Quarantäne verharren – natürlich auch dann, wenn der Test positiv ausfällt.

Derzeit registriert Österreich insgesamt 6700 Neuinfektionen, 3600 davon in Wien. Die Quote bei den Neuinfizierten in der Bundeshauptstadt liegt damit bei 189 auf 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Österreichweit beträgt der Wert 75.

Grundsätzlich ist die Einreise aus Deutschland nach Österreich noch uneingeschränkt möglich. Rückkehrer aus Wien müssen sich jedoch in Deutschland sofort auf Corona testen lassen und in Quarantäne verharren, bis sie das Ergebnis mitgeteilt bekommen. Bei Rückkehr vom 1. Oktober an ist eine mindestens fünftägige Quarantäne verpflichtend.

Von der Reisewarnung für Budapest sind deutsche Urlauber praktisch nicht betroffen, da Ungarn seinerseits die Grenzen bereits zum 1. September zugesperrt hat. Einreisen sind seither nicht mehr möglich.

Die Niederlande sind inzwischen stärker von Covid-19 betroffen. Regionale Schwerpunkte sind neben Den Haag auch Amsterdam und Rotterdam. Alle drei Städte liegen in Holland, das aus den Regionen Nord- und Südholland gebildet wird. Vor Reisen dorthin wird gewarnt. Wer aus diesen Städten oder Regionen nach Deutschland einreist, ist zum Covid-19-Test und vom 1. Oktober an zur mindestens fünftägigen Quarantäne verpflichtet.

Die für die Schweiz geltende Reisewarnung für die Kantone Genf und Waadt wurde nun auf Freiburg (Fribourg) ausgeweitet. Alle drei Kantone gehören zur französischsprachigen Schweiz. Auch hier gilt: Rückkehrer aus diesen Städten oder Regionen sind zum Covid-19-Test und vom 1. Oktober an zur mindestens fünftägigen Quarantäne verpflichtet.

Auch die Reisewarnung für Frankreich wurde weiter ausgeweitet. Außer vor der Hauptstadt Paris und den vielen bislang schon massiv von Corona befallenen Regionen (darunter Korsika und die Côte d‘Azur) wird nun zusätzlich vor der Region Hauts-de-France sowie vor dem Überseegebiet La Reunion gewarnt. Diese Regionen in Frankreich sollten damit gemieden werden: Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France, Corse (Korsika) sowie Französisch-Guyana, St. Martin, Guadeloupe und La Réunion.

Die bestehende Reisewarnung für Prag wurde nun auf die Mittelböhmische Region ausgeweitet – dabei handelt es sich um die größte Region Tschechiens mit zahlreichen kleineren Städten. Alle liegen rund um Prag. Rückkehrer müssen sich testen lassen und vom 1. Oktober an in eine mindestens fünftägige Zwangsquarantäne gehen.

Ausgeweitet wurde ebenfalls die Reisewarnung vor kroatischen Regionen. Gewarnt wird nun außer vor Reisen in die Gespanschaften Zadar, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva und Požega-Slawonien auch vor solchen nach Brod-Posavina und Virovitica-Podravina mit den Städten Slavonski-Brod und Virovitica. Rückkehrer sind zu Test und gegebenenfalls Quarantäne (vom 1. Oktober an) verpflichtet.

Ebenfalls sollten weitere Teile Rumäniens bei Reisen gemieden werden. Die Ausweitung der Reisewarnung erfolgte auf die Kreise Caraș-Severin und Neamț. Eine Aufhebung der Reisewarnung gab es hingegen für die Kreise Argeș und Dâmbovița. In Rumänien sollten daher nun diese Kreise gemieden werden:  Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Caraș-Severin, Iaşi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea und Vaslui sowie die Hauptstadt Bukarest.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der an Corona Neuinfizierten derzeit deutlich an. So steckten sich in den vergangenen 24 Stunden knapp 2000 Menschen neu mit dem Virus an. Die am stärksten betroffenen Altersgruppen sind die 20- bis 29-Jährigen sowie die 30- bis 39-Jährigen. Ältere Menschen, die in der ersten Welle im Frühjahr am meisten betroffen waren, leiden aktuell an vergleichsweise wenig Corona-Infektionen.
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