Corona im Vatikan

Bundesregierung warnt vor Reisen zum Papst

Auch vor Besuchen im Vatikan sollten Reisende nun absehen: Das Gebiet gilt wie das umliegende Italien als Corona-Risikoregion.
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Auch vor Besuchen im Vatikan sollten Reisende nun absehen: Das Gebiet gilt wie das umliegende Italien als Corona-Risikoregion.

Auch am Heiligen Stuhl verbreitet sich nun das Corona-Virus. Betroffen sind offenbar Angehörige der Schweizergarde. Das Auswärtige Amt warnt daher vor Reisen.

Wohl zum ersten Mal in seiner Geschichte ist der Vatikan von einer Reisewarnung betroffen: Laut europäischer Definition für Risikogebiete überschreitet das kleine Land seit nunmehr sieben Tage den kritischen Grenzwert bei den Corona-Neuinfektionen. Dieser liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Vereinzelte Corona-Fälle im Vatikan hatte es in diesem Jahr zwar immer wieder gegeben, vor allem bei Kirchenmännern und Mitarbeitern. Vor knapp zwei Wochen jedoch wurden offenbar gleich sieben Personen positiv getestet. Dabei soll es sich um vier Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde handeln, die allesamt unter entsprechenden Symptomen litten. Die Gardisten schützen Papst Franziskus.

Zusätzlich habe es zuletzt weitere drei Fälle gegeben, heißt es in Medienberichten. Die Anti-Corona-Vorkehrungen im Vatikan seien seither verschärft worden. Die Quartiere seien strenger abgeschottet, und bei den Wachen herrsche Schutzmaskenpflicht auch im Freien.

Der Vatikan hat auch seine wöchentlichen Generalaudienzen von Papst Franziskus bis auf weiteres eingestellt. Grund sei ein positiv auf Corona getesteter Teilnehmer bei der Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt am 21. Oktober, teilte das vatikanische Presseamt mit. Stattdessen will sich der Papst erneut mit einer Liveübertragung aus der Päpstlichen Bibliothek an die Gläubigen wenden.

Der Vatikan ist sowohl nach Fläche als auch nach Bevölkerungszahl der kleinste allgemein anerkannte Staat der Welt. Er ist lediglich 0,4 Quadratkilometer groß und zählt nur rund 1000 Einwohner. Amtssprache ist Latein – auch dies ist weltweit einmalig. Zu Italien, von dem der Vatikan vollständig umgeben ist, besteht keine wirkliche Grenze.
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