Wegen Corona-Pandemie

Warnung vor Dubai, Dublin, Kopenhagen und Lissabon

In Lissabon breitet sich Corona stark aus.
Fremdenverkehrsamt Portugal
In Lissabon breitet sich Corona stark aus.

Das neuartige Coronavirus grassiert mehr denn je. Besonders betroffen ist nun wieder Europa. Die Bundesregierung dehnt ihre Reisewarnungen daher deutlich aus.

Damit gibt es in Europa immer weniger Regionen, die man bereisen kann. Von Corona sind in der zweiten Welle vor allem die Großstädte betroffen. Bereits seit einigen Wochen warnt Deutschland daher vor Reisen beispielsweise nach Amsterdam, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Bukarest, Genf, Lyon, Paris, Rotterdam und Wien.

Wegen des drastischen Anstiegs an Corona-Infektionehat die Bundesregierung ihre Reisewarnungen nun auf weitere europäische Städte ausgedehnt. Dazu gehören die dänische Hauptstadt Kopenhagen, Lissabon (Portugal), Dublin (Irland) sowie alle Städte in der Bretagne und Normandie sowie im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Auch gilt jetzt fast die gesamte Tschechische Republik als Risikogebiet: Von den insgesamt 14 Regionen des Landes gelten nur noch zwei nicht mehr als Risikogebiete (Aussig und Mähren-Schlesien). Das gesamte restliche Land sollten Reisende meide, da in Tschechien die Ausbreitung von Covid-19 offenbar außer Kontrolle geraten ist.

Neu in der Liste der Reisewarnungen sind auch Utrecht in den Niederlanden sowie Teile von Slowenien, weitere kroatische Bezirke und rumänische Kreise.

Außerhalb der Europäischen Union stehen nun die Vereinigten Arabischen Emirate mit Dubai auf der Risikoliste. Auch dieses Emirat sollte nunmehr reisemäßig gemieden werden. In die anderen Teile der VAE ist eine Einreise sowieso nur unter strengen Quarantäne-Vorschriften möglich.

Die Bundesregierung erfüllt mit den neuen Reisewarnungen ihr Versprechen, statt pauschal vor ganzen Ländern nur noch punktuell vor einzelnen Regionen zu warnen. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits können damit bestimmte Gegenden in diesen Ländern, in denen die Zahl der Corona-Fälle nicht so hoch ist, weiterhin bereist werden. Andererseits erfordert dies eine sehr detaillierte Analyse, ob die Region, die man besuchen will, betroffen ist oder nicht.

Die Liste der Risikogebiete wird damit zwar augenscheinlich immer länger – tatsächlich aber sinkt flächenmäßig die Größe der Regionen, vor denen gewarnt wird.

Im Einzelnen wird neu vor Reisen in diese Regionen gewarnt:
  • Dänemark: Die Region Hovedstaden mit der Hauptstadt Kopenhagen gilt als Risikogebiet.
  • Frankreich: Es gelten nun auch die Regionen Bretagne, Centre-Val de Loire und Normandie als Risikogebiete. Dazu zählen auch Großstädte wie Tours, Orléans, Rennes, Brest, Le Havre, Rouen und Caen.
  • Irland: Die Region Dublin gilt als Risikogebiet.
  • Kroatien: Es gilt nun auch die Gespanschaft Lika-Senj als Risikogebiet. Sie liegt zwischen der Adriaküste und Bosnien-Herzegowina.
  • Niederlande: Es gilt nun auch die Provinz Utrecht als Risikogebiet. Gewarnt wird bereits vor Nord- und Südholland mit den Städten Amsterdam, Den Haag und Rotterdam.
  • Österreich: Es gilt nun auch das Bundesland Vorarlberg als Risikogebiet. Gewarnt wird bereits vor der Hauptstadt Wien.
  • Portugal: Die Region (Großraum) Lissabon gilt als Risikogebiet.
  • Rumänien: Der Kreis Covasna gilt als weiteres Risikogebiet. Damit sollten insgesamt bereits 13 rumänische Regionen einschließlich großer Städte wie Bukarest, Kronstadt und Iasi gemieden werden.
  • Slowenien: Die Region Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain) gilt als Risikogebiet
  • Tschechien: Das gesamte Land mit Ausnahme der Regionen Aussiger Region (Ústecký) und der Mährisch-Schlesischen Region (Moravskloslezský) gilt nun als Risikogebiet.
  • Ungarn: Es gilt nun auch die Region Györ-Moson-Sopron als Risikogebiet. Sie liegt im äußersten Nordwesten von Ungarn an der Grenze zu Österreich und umfasst unter anderem die Städte Györ (Raab), Sopron (Ödenburg) und Mosonmagyarovar (Wieselburg–Ungarisch Altenburg).
  • Vereinigte Arabische Emirate: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet, neu hinzugekommen ist damit Dubai.
Insgesamt sind damit nun schon 14 von 27 EU-Mitgliedstaaten teilweise als Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Komplett betroffen ist in der EU lediglich Spanien, wo Corona auch schon der ersten Welle mit am schlimmsten wütete. Die Auflistung sämtlicher Länder und Regionen findet sich hier.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und das Testergebnis in Quarantäne abwarten. Zudem sind sie verpflichtet, das Gesundheitsamt zu informieren. Ab Oktober – oder möglicherweise erst November – gilt für alle Rückkehrer eine mindestens fünftägige Quarantäne mit anschließendem Corona-Test.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt in der Regel, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Analysiert werden dazu aber auch weitere Faktoren wie die Zahl der vorgenommenen Tests in den Ländern, die Glaubwürdigkeit der veröffentlichten Werte sowie die Wirksamkeit der Anti-Corona-Maßnahmen.
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