China

Mekka für Hello-Kitty-Fans

Riesenrad mit Katze: Das gibt es nur im Hello-Kitty-Park.
Hello-Kitty-Park
Riesenrad mit Katze: Das gibt es nur im Hello-Kitty-Park.

Geliebt, gehasst, gekauft: Hello Kitty ist Kult. In China entsteht der weltgrößte Park, ganz im Stil der Fantasiefigur mit der Schleife über dem linken Ohr. Die Macher versprechen ein Märchenland in Rosa.

Li Yuyang zieht seine Freundin in das grelle Scheinwerferlicht auf der Bühne. Alles ist rosa: Das Bühnenbild, die Luftballons mit dem Schriftzug „I Love You“ und der Lippenstift seiner Freundin. Langsam geht er auf seine Knie. „Willst Du mich heiraten, Lu Ni?“ Im Kreischen und Klatschen der Zuschauer geht Lus Antwort unter. Aber sie strahlt, geht auf Li zu und küsst ihn.

Solche Szenen sind nicht unüblich im weltgrößten Hello-Kitty-Park in China. Hello Kitty ist Kult, Aushängeschild für ein Imperium. Vor 40 Jahren entsprang die Figur der japanischen Firma Sanrio. 1974 war ein transparentes Portemonnaie für Mädchen das erste Hello-Kitty-Produkt. Die Kunstfigur hat keinen Mund, aber eine kleine Nase, Knopfaugen und ein bunte Schleife über dem linken Ohr. Jährlich werden rund 50.000 Artikel mit einem Umsatz von fünf Milliarden US-Dollar verkauft.

In Japan lässt die Firma bereits zwei Parkanlagen im Stil von Hello Kitty betreiben. Der neue Park in China soll die beiden bestehenden aber noch in den Schatten stellen. Die letzten Attraktionen werden noch fertiggestellt.

Die Betreiber des Hello-Kitty-Parks haben es auf Paare wie Lu Ni und Li Yuyang abgesehen. „Unsere Kunden sind nicht nur junge Schulkinder“, sagt Kevin Ulgenalp, Vizedirektor der Betreiberfirma Zhejiang Insight Angel Paradise Management. Sanrio habe Experten aus Japan geschickt, um die Angestellten in China im richtigen Hello-Kitty-Auftreten zu unterrichten. Es gebe viele modebewusste Frauen, für die Hello Kitty ein wichtiger Bezugspunkt im Leben sei, sagt Ulgenalp.

Die Anreise zum Park ist langwierig. Von der rund 220 Kilometer entfernten Küstenmetropole Schanghai aus braucht ein Bus etwa drei Stunden bis zum Städtchen Anji. Ulgenalp macht keinen Hehl daraus, dass die Provinzregierung das Projekt unterstützt hat. „Die Lokalpolitiker haben sich sehr für den Park eingesetzt.“ Der Manager ist kein Neuling. Er half beim Aufbau mehrerer Freizeitparks in China. Zuletzt betreute er eine Anlage in der Küstenstadt Qingdao, die mit aufwendigen Achterbahnen Besucher anlocken will.

In Anji geht es aber nicht um große Achterbahnen, sondern um ein Gesamtkonzept in Rosa. Die Anlage erinnert an ein großes Volksfest. Es gibt Attraktionen wie Karussells, Rutschen und Riesenrad, aber auch Kinos, ein Theater, in dem Tänzer in Hello-Kitty-Kostümen auftreten, und Restaurants, die etwa Reis in Form der Figur mit einer Karotte als Schleife und Bohnen als Augen servieren.

Mit Festmusik kündigt sich zudem über die im Park verteilten Lautsprecher der Höhepunkt des Tages an: die Hello-Kitty-Parade. Vor dem Haupteingang zum Parkgelände entsteht zurzeit noch eine Hotelanlage im Stil eines Märchenschlosses. Künftig soll es Motivräume ganz in Pink mit Prinzessinnenbetten, Schminktischen und Plüschsofas geben. (dpa)

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