Chile

Heftiges Erdbeben mit geringen Schäden

Auf der südchilenischen Insel Chiloé gibt es bewegte Weihnachten. Ein Beben im Pazifik lässt die Küstenregion heftig wackeln. Genau dort hatte es 1960 das stärkste Beben des 20. Jahrhunderts gegeben.

Ein heftiges Erdbeben hat am ersten Weihnachtstag die Küste Chiles erschüttert. Die chilenische Erdbebenwarte CSN gab die Stärke mit 7,6 auf der Richter-Skala an. Es gab Schäden an rund einem Dutzend Häusern und einigen Landstraßen, aber keine Verletzte. Nach dem Seebeben rund 1150 Kilometer südlich von Santiago de Chile hatte der Katastrophendienst Onemi am Sonntag einen Tsunami-Alarm ausgegeben, der bald wieder aufgehoben wurde. Mehr als 19.000 Menschen wurden zeitweise in Sicherheit gebracht, wie das Nachrichtenportal Emol berichtete.

„Wir haben gelernt, wie man bei solchen Naturkatastrophen reagieren muss“, erklärte die Staatschefin Michelle Bachelet. Die Präsidentin wollte noch am Montag in die betroffene Region fliegen, um die Folgen zu begutachten.

Das Beben ereignete sich im Pazifik zwischen den Inseln Chiloé und Guafo, in einer Tiefe von 30 Kilometern. Es war das stärkste Beben des Jahres in Chile. Die Verschiebung der Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte, die den Erdstoß verursachte, geschah an derselben Stelle, an der 1960 das weltweit stärkste Beben des 20. Jahrhunderts entstand, das Valdivia und Puerto Montt weitgehend zerstörte. Nur sei die Länge der Plattenkollision dieses Mal mit rund 100 Kilometern viel geringer gewesen als die 1000 Kilometer von 1960, erklärte der CSN-Leiter Mario Pardo.

Es folgten bis Montag über 50 Nachbeben, das heftigste unter ihnen erreichte die Stärke 5,2 auf der Richter-Skala. In der Hafenstadt Quellón und der 90 Kilometer entfernten Stadt Castro, beide auf Chiloé, fiel der Strom aus. Am Montag waren noch 3500 Anschlüsse abgeschnitten. Der Verkehr auf der Landstraße zwischen beiden Städten wurde wegen Asphaltrissen an vier Stellen unterbrochen. Die Reparaturen würden voraussichtlich in rund einer Woche abgeschlossen sein, erklärte der Bauminister Alberto Undurraga.

Ende Februar 2010 waren in Chile bei einem Beben der Stärke 8,8 mehr als 500 Menschen umgekommen, viele von ihnen infolge eines Tsunamis. Bachelet, die damals ihre erste Amtsperiode beendete, wurde wegen der fehlerhaften Tsunami-Warnung hart kritisiert. (dpa)

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