Brandkatastrophe

Australien erklärt einige Landesteile zum Sperrgebiet

Der Bundesstaat New South Wales ist besonders von den Bränden betroffen. Teilweise sind die Straßen blockiert und somit auch die Fluchtwege abgeschnitten. Hilfe soll nun per Schiff kommen.
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Der Bundesstaat New South Wales ist besonders von den Bränden betroffen. Teilweise sind die Straßen blockiert und somit auch die Fluchtwege abgeschnitten. Hilfe soll nun per Schiff kommen.

Auch im neuen Jahr entspannt sich die Lage im Osten Australiens nicht: Bislang starben 14 Menschen bei Buschbränden, mehrere Tausend Menschen sind obdachlos. Die Feuerwehr spricht von "Feuerstürmen". Inzwischen hat die Regierung Sperrgebiete eingerichtet.

Besonders betroffen sind die Bundesstaaten New South Wales und Victoria. im ersteren wurde der Notstand ausgerufen. Zum Jahreswechsel setzte die Regierung das Militär ein, um Betroffenen zu helfen.

Da viele Ortschaften zerstört und die Fluchtwege abgeschnitten sind, harrten die Menschen am Strand aus. Australiens Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, den Menschen mit Seelandungsbooten zu Hilfe zu kommen und Nahrungsmittel und Wasser zu bringen. Zudem sollen Menschen auch mit Hilfe von Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Region rund ums Batemans Bay meiden

(Update): Touristen sollen vor allem die Gegend um den Urlaubsort Batemans Bay meiden. Das Sperrgebiet erstreckt sich landeinwärts Richtung Süden bis zur Grenze des Bundesstaats Victoria und umfasst etwa eine Länge von 240 Kilometern. Ein weiteres Gebiet liegt im Landesinneren. 

Derzeit wüten die Brände am schlimmsten in der Küstenstadt Mallacoota in Victoria, rund 500 Kilometer östlich von Melbourne. Mehr als 4000 Menschen waren allein dort bis zum Neujahrsmorgen an die Strände geflohen. Die Stadt selbst ist durch das Feuer stark gefährdet. Der Himmel war durch das Feuer tagsüber rot gefärbt.

"Es ist sehr schwer, Ortschaften wie Mallacoota zu erreichen, die komplett durch das Feuer abgeschnitten sind", sagte der für das Militärpersonal zuständige Minister Darren Chester dem Sender ABC. "Marineschiffe sind der einzige Weg, um Versorgungsmittel hinzubringen und Menschen in größerer Zahl von dort wegzubringen."

Brände breiten sich durch Dürre aus

Buschbrände gibt es in Australien fast jedes Jahr, Ende 2019 nahm die Situation jedoch ein dramatisches Ausmaß an. Die Brandsaison hat mit Oktober früher als sonst begonnen, zudem facht eine enorme Dürre in der Region die Ausbreitung der Flammen an. Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Größe Belgiens abgebrannt.

Ein Ende des Infernos ist nicht in Sicht. In der Silvesternacht vermeldeten die Behörden zwei neu ausgebrochene Feuer, eins in den Snowy Mountains und eins an der Central Coast nördlich von Sydney. Nach Angaben des regionalen Feuerwehrchefs Shane Fitzsimmons lodern in New South Wales weiter 110 Feuer.

Urlauber können stornieren oder Preis mindern

Update: Urlauber können laut Rechtsexperten eine Minderung des Reisepreises einfordern, wenn ein Teil des Programms wegen der Brände gestrichen oder geändert werden muss. Wenn die Hauptattraktion einer Australien-Reise wegen Buschbränden nicht zugänglich ist, dürfen Pauschalurlauber die ganze Reise gebührenfrei stornieren. Sie bekommen dann vom Veranstalter ihr Geld zurück. Darauf weist der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover hin. "Wenn zum Beispiel Sydney der Höhepunkt ist, kann ich kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten."

Der Anwalt verweist auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Januar 2018. Demnach können Urlauber kostenfrei von einer Reise zurücktreten, wenn das wesentliche Highlight wegfällt  – damals ging es um die Verbotene Stadt und den Platz des Himmlischen Friedens in Peking auf einer China-Reise. Das Ehepaar, das geklagt hatte, trat die Reise nicht an und erhielt das Geld zurück.




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