Bei Einreise festgenommen

Auswärtiges Amt will von Ägypten Auskunft über inhaftierte Deutsche

Die Bundesregierung hat sich in den Fall des in Ägypten verschwundenen Deutschen eingeschaltet. Einen Grund, die Reisehinweise für das Land zu ändern, sieht das Auswärtige Amt derzeit nicht.

Die Bundesregierung hat die ägyptischen Behörden nach dem Aufenthaltsort eines 18-Jährigen aus Gießen gefragt, der im Dezember während eines Besuchs in Ägypten verschwunden war. Die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, sagte in Berlin, die deutsche Botschaft in Kairo stehe „in ganz engem Kontakt“ mit den ägyptischen Behörden. Man bemühe sich mit Nachdruck, „um Aufklärung des Verbleibs“ des jungen Mannes. Er besitzt nach dpa-Informationen die deutsche und die ägyptische Staatsbürgerschaft.

Bereits am Dienstag hatte das Auswärtige Amt bestätigt, dass ein 23 Jahre alter Mann aus Göttingen in Ägypten in Gewahrsam genommen worden war. Es habe bisher keinen Haftbesuch gegeben, sagte die Sprecherin. Die Bundesregierung bemühe sich aber intensiv um Zugang zu dem Mann, „um unsere Unterstützung dort auch deutlich zu machen“. Den Angehörigen zufolge teilten ihnen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes mit, die ägyptische Regierung plane die Abschiebung des 23-Jährigen nach Deutschland.

Die beiden Männer wollten im Dezember völlig unabhängig voneinander und an unterschiedlichen Tagen in Ägypten einreisen. Sie galten dann als verschwunden. Offizielle Angaben aus Ägypten gibt es trotz vielfacher Anfragen nicht. Da sie zwei Staatsbürgerschaften haben, behandeln die ägyptischen Behörden sie als Ägypter.

Einen Anlass, die Reise- und Sicherheitshinweise für Ägypten zu ändern, sieht das Auswärtige Amt derzeit nicht. (dpa)

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