Aletschgletscher

Hangrutsch durch Klimawandel

Ein Hang am Aletschgletscher ist durch den Rückzug des Gletschers dramatisch ins Rutschen geraten. Der Hang, Moosfluh genannt, bewege sich inzwischen mit 30 Zentimetern im Jahr Richtung Tal, berichten Forscher der ETH Zürich.

Die Gletscherbahn Moosfluh, deren Bergstation auf dem etwa einen Quadratkilometer großen Hang liegt, war 2016 aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Die Geowissenschaftler hätten den Beweis erbracht, dass die Instabilität des Hangs direkt mit dem Rückgang des Gletschereises und damit dem Klimawandel zusammenhänge, teilte die ETH mit.

Dass Hänge durch den Gletscherrückgang in Bewegung geraten, wissen Geologen seit langem. Sie waren aber bislang von einem langsamen, kaum wahrnehmbaren Prozess ausgegangen. Bis Mitte der 90er Jahre rutschte die Moosfluh auch weniger als einen Zentimeter im Jahr.

Dann schwand das Gletschereis aber rasanter als je zuvor, und damit beschleunigte sich die Bewegung am Hang stärker als erwartet. „Für Geologen ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Ereignisse an der Moosfluh entwickelt haben, extrem“, sagte Mitautor Florian Amann.

Bis 2005 registrierten die Geologen am Hangfuß nur einen Felsabbruch von rund 5000 Kubikmetern, wie sie im Fachjournal Geophysical Research Letters berichten. Seit 2011 kam es zu zahlreichen Felsstürzen, zuletzt brachen 2016 insgesamt 2,5 Mio. Kubikmeter Fels ab.

Der Aletschgletscher zieht sich über 23 Kilometer von der Jungfrauregion auf 4000 Meter in die 2500 Meter tiefer gelegene Massaschlucht rund 100 Kilometer Luftlinie südwestlich von Zürich. (dpa)

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