Air France / SNCF

Frankreichs Eisenbahner-Ausstand bleibt kraftvoll

Ausstände bei Air France und SNCF behindern den Verkehr in Frankreich. Eisenbahner legen an ihrem zehnten Streiktag seit Anfang des Monats wieder große Teile des Zugverkehrs lahm.

Am Dienstag beteiligten sich wie am Vortag etwas weniger als 18 Prozent aller Bahnmitarbeiter an dem Protest gegen die Bahnreform der Regierung, es streikten aber gut 63 Prozent der Lokführer. Auch im Gehaltsstreit bei Air France beeinträchtigte ein neuer Streiktag den Verkehr, das Unternehmen strich laut Ankündigung rund ein Viertel seiner Flüge.

Nach Angaben des Bahnbetreibers SNCF fallen am Dienstag rund zwei Drittel der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge aus. Im französischen Regionalverkehr fahren im Schnitt nur zwei von fünf Zügen. Der Konflikt gilt als wichtige Kraftprobe für Präsident Emmanuel Macron und seine Reformpolitik. Die Gewerkschaften hatten insgesamt 36 Streiktage bis Ende Juni angesetzt, die nächsten Streiks sind für das kommende Wochenende geplant.

Die Regierung will den hoch verschuldeten Bahnbetreiber SNCF umbauen und den Bahnverkehr – wie auf EU-Ebene beschlossen – für Wettbewerber öffnen. Unter anderem sollen neu eingestellte SNCF-Mitarbeiter künftig nicht mehr den beamtenähnlichen Eisenbahner-Status bekommen.

Bei Air France beziffert das Unternehmen die Kosten durch die bislang elf Streiktage seit Ende Februar bereits auf an die 300 Mio. Euro. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt in diesem Jahr, das Management bietet sieben Prozent über vier Jahre. Die Unternehmensführung will von Donnerstag an alle Beschäftigten zu ihrem jüngsten Vorschlag befragen und damit offensichtlich Druck auf die Gewerkschaften aufbauen. Das Ergebnis soll am 4. Mai verkündet werden – Air-France-Präsident Jean-Marc Janaillac hat für den Fall einer Abstimmungsniederlage seinen Rücktritt angedroht. (dpa)

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