Nach Kritik

ITB-Partnerländer sollen sich zu Menschenrechten bekennen

Farbenfroh präsentierte sich das diesjährige Partnerland Malaysia auf der ITB – die Menschenrechtslage in dem Land sorgte aber für Kritik.
Gregor Zielke
Farbenfroh präsentierte sich das diesjährige Partnerland Malaysia auf der ITB – die Menschenrechtslage in dem Land sorgte aber für Kritik.

Partnerländer der ITB sollen sich künftig zu Menschenrechtsstandards bekennen. Die Messe Berlin will mit dem Berliner Senat einen entsprechenden Verhaltenskodex erarbeiten.

Partnerländern der ITB soll künftig ein Verhaltenskodex vorgelegt werden. Das bestätigte die Messe Berlin auf fvw-Anfrage. Einen Code of Conduct für Geschäftspartner gebe es schon lange, heißt es von der Messe. Nun soll eine entsprechende Regelung für Partnerländer hinzukommen. Die Regelung soll von 2022 an gelten – und betrifft damit nicht die bereits geschlossenen Vereinbarungen. Im kommenden Jahr wird der Oman Partnerland der Messe. 



Die genauen Inhalte des Code of Conduct stehen noch nicht fest. Als internationale Reisemesse liege der Fokus auf dem touristischen Angebot und der nachhaltigen Entwicklung eines Landes, teilt die Messe mit. An künftige Partnerländer werde aber die Erwartung gestellt, dass sie sich aktiv mit Menschenrechten auseinandersetzen.

Laut Medienberichten müssten die Partnerländer zusichern, dass Reisende nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft diskriminiert werden. Der Verhaltenskodex soll nun gemeinsam vom Berliner Senat und der Messe erarbeitet werden.

Bei der diesjährigen ITB im März hatte es Kritik am Partnerland Malaysia gegeben. Für einen Eklat sorgte bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Messe der malaysische Tourismusminister Datuk Mohamaddin bin Ketapi. Auf die Frage, ob denn auch Juden und Homosexuelle in Malaysia willkommen seien, antwortete er, es gebe keine Homosexuellen in seinem Land. Homosexuellen drohen in Malaysia Folterstrafen.
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