Zentraleuropa

Deutschland und alle Nachbarn legen zu

Zwölf Länder eine Richtung: alle Destinationenn rund um Deutschland sind ebenso gewachsen wie der Inlandstourismus.
*fvw-Schätzung
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Zwölf Länder eine Richtung: alle Destinationenn rund um Deutschland sind ebenso gewachsen wie der Inlandstourismus. *fvw-Schätzung

Deutschland bleibt mit weitem Abstand das meistbesuchte Reiseziel der Bundesbürger. Auch der Anteil der Inlandsreisen am gesamten Urlaubsaufkommen ändert sich von Jahr zu Jahr kaum. Wie schon vor zehn Jahren führte jede dritte Ferienreise 2017 zu einem Ziel im Inland.

„Sehr sicher ist, dass Deutschland auch in den kommenden zwölf Monaten das beliebteste Reiseziel der Deutschen sein wird“, sagt Ulrich Reinhardt, Studienleiter des Instituts für Zukunftsfragen, das diese Daten alljährlich erhebt.

Bei der Analyse kam auch heraus, dass die Reiselust der Deutschen so groß ist wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr: Fast 60 Prozent fuhren 2017 mehr als fünf Tage in den Urlaub. Für die Ferienziele zwischen Flensburg und Oberammergau bedeutet dies das achte Rekordjahr in Folge. In Zahlen ausgedrückt: Die Beherbergungsbetriebe im Inland zählten 2017 mehr als 140 Mio. Ankünfte deutscher Gäste, das sind gut drei Prozent mehr als in den zwölf Monaten zuvor. Die meisten Besucher kamen nach Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen. Während die meisten Bundesländer Zuwächse verbuchen konnten, registrierte Mecklenburg-Vorpommern einen leichten Rückgang der Gästezahlen.

Noch stärker als das Aufkommen der Inländer wuchs das Volumen bei den internationalen Ankünften, die um fünf Prozent zunahmen. Wichtigster Quellmarkt für den deutschen Tourismus sind die Niederlande vor der Schweiz und den USA. Ein besonders hohes Wachstum erzielte China mit mehr als 14 Prozent. Gemessen an der Zahl der Ankünfte hat sich das Land mit knapp 1,5 Mio. Reisenden mittlerweile an Spanien und Belgien vorbeigeschoben. Auch Indien, Taiwan und Südkorea kommen auf zweistellige Zuwachsraten.

Österreich mit Rekordergebnis aus Deutschland

Während Deutschland und Österreich wie in den vergangenen Jahren stabil gewachsen sind, ist Frankreich nach drei rückläufigen Jahren die vorläufige Trendwende gelungen.
fvw
Während Deutschland und Österreich wie in den vergangenen Jahren stabil gewachsen sind, ist Frankreich nach drei rückläufigen Jahren die vorläufige Trendwende gelungen.

Mit mehr als 13,4 Mio. Ankünften, einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber 2016, ist Österreich bei deutschen Reisenden so beliebt wie niemals zuvor. Die Bedeutung der deutschen Urlauber für das Nachbarland belegt auch ein Blick auf die nachfolgenden Nationen: Nummer zwei hinter den Deutschen sind mit 1,9 Mio. Ankünften die Niederländer vor den Schweizern mit 1,5 Mio. Gästen.

Um die Nachfrage aus Deutschland weiter anzukurbeln, setzt die Österreich Werbung darauf, „Urlaub in Österreich als unbeschwertes landestypisches Lebensgefühl und ersehnte Gegenwelt zum Alltag zu vermitteln“, so ein Strategiepapier. Dabei stehen „einmalige Naturerlebnisse, individuelle Aktiv- und Entschleunigungsangebote sowie kulturelle Highlights“ im Vordergrund. Interessant ist auch, dass sich die deutschen Gäste je hälftig auf das Sommer- und das Winterhalbjahr verteilen.

Frankreich mit Millionenkampagne in etablierten Quellmärkten

Eine solche Jahresverteilung ihrer deutschen Gäste wünschen sich auch Frankreichs Tourismuswerber – oder zumindest mehr Besucher in der Nebensaison. Darum hatte das Tourismusamt Atout France unter anderem die Kampagne „Paris Brrr la la“ gestartet, die mehr Besucher in der kalten Jahreszeit anlocken sollte.

Auch 2018 investiert Atout France 5,4 Mio. Euro in Werbung in den starken Quellmärkten Deutschland, Großbritannien und Niederlande. Unter dem Claim #FEEL will man an die Gefühle appellieren. „Frankreich soll kein Reiseziel für die ‚Bucket List‘ werden“, schreibt die Organisation. Das Interesse der Deutschen am Nachbarland schwankt: 2017 war mit einem Plus von fünf Prozent ein gutes Jahr, zuvor aber hatte es Rückgänge gegeben.

Weiteres Wachstum in Polen und den Niederlanden zu erwarten

Zwei Nachbarn in Ost und West erfreuen sich steigender Beliebtheit bei deutschen Reisenden – und der Trend wird 2018 anhalten. Polen, 2017 Ziel von deutlich mehr als sechs Millionen Deutschen, gewinnt durch immer bessere Erreichbarkeit. Airlines wie Wizz Air erschließen auch touristische Regionen wie Masuren mit ihren preisgünstigen Passagen.

Die Niederlande wiederum profitieren in diesem Jahr von der Anziehungskraft Leeuwardens. Die friesische Stadt ist – gemeinsam mit Maltas Kapitale Valletta – europäische Kulturhauptstadt 2018. Die mediale Präsenz und das attraktive Kulturangebot strahlen erfahrungsgemäß auf das ganze Land aus.

Eine Trendwende zeichnet sich im deutschen Quellmarkt für die Schweiz ab: Nachdem sich der Euro gegenüber dem Franken stabilisiert hat, gab es endlich wieder einen leichten Zuwachs zu verzeichnen. In der Fünfjahresbilanz steht aber immer noch ein deutliches MInus von über 200.000 Ankünften.

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