Naher Osten

Emirate entwickeln sich zum touristischen Dauerbrenner

Abu Dhabi konnte seinen Platz auf dem Siegertreppchen gegen Oman verteidigen. Die stärksten prozentualen Zuwächse verzeichneten 2017 jedoch der Oman und Israel.
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Abu Dhabi konnte seinen Platz auf dem Siegertreppchen gegen Oman verteidigen. Die stärksten prozentualen Zuwächse verzeichneten 2017 jedoch der Oman und Israel.

Dubai – das beliebteste Ziel im Nahen Osten – konnte sein Besuchervolumen aus Deutschland zwischen 2012 und 2017 mehr als verdoppeln. Auch die anderen Emirate erlebten 2017 einen regelrechten Besucher-Boom.

Vor ungefähr 30 Jahren beschlossen die Regierenden, Dubai zum internationalen Geschäftszentrum und Ferienziel zu entwickeln. Das Emirat verfügt anders als Abu Dhabi über keine nennenswerten Ölvorkommen – gemessen an den Nachbarländern am Persischen Golf. Der Plan ging auf: Mittlerweile verfügt Dubai über rund 100.000 Hotelzimmer und ist eine feste Größe auf der touristischen Landkarte geworden. Die Entwicklung ist noch nicht zu Ende. Bis Ende 2018 soll die Zimmerzahl auf 134.000 steigen, bis 2020 ist die Eröffnung von rund 70 weiteren großen Hotels geplant. Der Aufstieg ging nicht ohne Rückschläge vonstatten. So wurde Dubai 2008 von der Weltwirtschaftskrise voll erwischt: Ehrgeizige Bauvorhaben wurden gestoppt, und selbst ein Prestigeprojekt wie das höchste Gebäude der Erde, der 828 Meter hohe Burj Khalifa, konnte nur mit Mühe und der finanziellen Hilfe des Herrschers von Abu Dhabi vollendet werden.

Danach aber gingen Konjunktur und Nachfrage wieder nach oben. Das beliebteste Ziel im Nahen Osten konnte sein Besuchervolumen aus Deutschland zwischen 2012 und 2017 von 217.000 auf knapp 506.000 mehr als verdoppeln. Die internationale Nachfrage wuchs im selben Zeitraum von 10 auf 15,8 Mio. Besucher. In den zwölf Monaten davor kamen 14,9 Mio. Gäste aus aller Welt.

Abu Dhabi legt international zu

Der Nachbar Abu Dhabi, dank großer Ölvorkommen weniger vom Tourismus abhängig, freut sich ebenfalls über eine rege Nachfrage. 2017 wurden 4,9 Mio. Reisende aus dem Ausland gezählt – fast zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Aus Deutschland kamen im vergangenen Jahr knapp 135.000 Gäste. Die blieben im Schnitt fast fünf Nächte. Insgesamt summierte sich die Zahl der Übernachtungen deutscher Besucher in Abu Dhabi auf mehr als 612.000 – damit liegt die Bundesrepublik mit Blick auf die Übernachtungen auf Platz drei aller internationalen Quellmärkte. Darüber hinaus kommt die größte Gruppe der Kreuzfahrt-Gäste, die in Abu Dhabi Station machen, aus Deutschland: Im vergangenen Jahr waren dies immerhin fast 92.000 Bundesbürger.

Einen regelrechten Besucher-Boom aus Deutschland erlebte 2017 Oman. In dem Wüstenstaat wurden 102.000 deutsche Gäste empfangen, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum um mehr als 40 Prozent entspricht. Angesichts des Optimismus der Veranstalter und der ausgebauten Angebote ist für dieses Jahr mit einer weiteren Steigerung zu rechnen.

Comeback für Israel

Dubai bleibt im Nahen Osten weiter das Maß aller Dinge und verzeichnete erstmals über eine halbe Million deutsche Gäste.
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Dubai bleibt im Nahen Osten weiter das Maß aller Dinge und verzeichnete erstmals über eine halbe Million deutsche Gäste.

Mit einem neuen Besucherrekord beendet Israel das Jahr 2017: Mit 3,6 Mio. Gästen aus aller Welt wurde das Ergebnis von 2016 um 23 Prozent übertroffen. Damit erweist sich der Tourismus in dem Land mittlerweile als krisenresistenter als in der jüngeren Vergangenheit. Um die Jahrtausendwende schrumpfte das Aufkommen von 2,4 Millionen im Jahr 2000 binnen zwei Jahren auf 900.000 Besucher. Einen Grund für den Aufschwung sieht Tourismusminister Yariv Levin in seiner Politik des verstärkten Marketings. Man habe durch neue, teilweise subventionierte Flugrouten weitere Märkte erschlossen. Als Beispiel nennt er den Badeort Eilat, der nun deutlich häufiger angeflogen wird als noch vor einem Jahr.

Das Land zieht auch wieder mehr deutsche Touristen an: 2017 kamen 218.200 Reisende dort an, mehr als 30 Prozent mehr als noch 2016 und ein absoluter Besucherrekord. Mittlerweile sorgt die steigende Nachfrage sogar für Engpässe bei den Hotelkapazitäten. Darum hat Minister Levin Ende vergangenen Jahres eine Gesetzesänderung auf den Weg gebracht, die den Umbau von Büro- und Geschäftsgebäuden zu Hotels vereinfacht. Zudem können Bauherren mit einer Förderung in Höhe von 33 Prozent der Kosten durch das Ministerium rechnen.

Während Israel auf ein Erfolgsjahr zurückblickt, stagniert im Nachbarland Jordanien die Nachfrage aus Deutschland. In der ersten Jahreshälfte 2017 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor – ging die Besucherzahl sogar um 1,1 Prozent zurück. Die Gesamtzahl der ausländischen Gäste ist jedoch um elf Prozent auf 2,4 Millionen im ersten Halbjahr gestiegen. Die meisten Gäste kamen dabei aus anderen arabischen Ländern, vor allem aus Saudi-Arabien, das die größte Besuchergruppe stellt. Die höchsten Steigerungsraten waren bei Touristen aus Fernost zu verzeichnen. Allein aus China reisten mehr als 80 Prozent mehr Menschen nach Jordanien.

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