Afrika südlich der Sahara

Afrikas Süden bleibt auf Wachstumskurs – Kenia erholt sich

Mit einem zwölfprozentigen Plus hat Südafrika seine Spitzenposition in Deutschland unter den Zielen südlich der Sahara ausgebaut. Namibia und Kenia folgen mit deutlichem Abstand.
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Mit einem zwölfprozentigen Plus hat Südafrika seine Spitzenposition in Deutschland unter den Zielen südlich der Sahara ausgebaut. Namibia und Kenia folgen mit deutlichem Abstand.

Die Big Five bleiben ein Touristenmagnet: Die klassischen Safariziele südlich der Sahara zählten 2017 deutlich mehr Touristen als in den zwölf Monaten davor.

Spitzenreiter Südafrika etwa registrierte bereits bis Ende Oktober mehr Einreisen aus Deutschland als in den Jahren 2012, 2013 und 2015. Zum Jahresende stand ein Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber 2016 in den Büchern, als fast 312.000 Ankünfte deutscher Gäste in der Besucherbilanz standen.

Ein Indiz für das weiter wachsende Afrika-Geschäft ist, dass etwa Studiosus im Reisejahr 2016/17 fast 42 Prozent mehr Reisen nach Südafrika, Namibia und Botswana verkauft hat als in der Saison zuvor. In den vergangenen Jahren hat Namibia im Quellmarkt Deutschland ohnehin Kenia als Nummer zwei unter den Reisezielen im südlichen Afrika abgelöst, wozu alle Länder südlich der Sahara zählen. In den vergangenen fünf Jahren wuchs das Aufkommen sogar um fast 60 Prozent.

Tierbeobachtung und Naturerlebnis treiben auch die Besucherzahlen in Botswana nach oben. Die letzten offiziell erhältlichen Daten weisen die Deutschen mit rund 25.000 Besuchern 2015 als zweitwichtigste Touristengruppe von außerhalb des Kontinents aus. Nummer eins waren die US-Amerikaner mit gut 37.000 Ankünften.

2018 beeinflussen Negativschlagzeilen und höhere Preise die Nachfrage

Ob sich der Trend 2018 fortsetzt, ist noch nicht exakt einschätzbar. Die anhaltende Dürreperiode in Südafrika, die schon die Wasserversorgung der Metropole Kapstadt bedroht, beherrscht seit Mitte Januar die Schlagzeilen – das wird die Reiseentscheidung vieler Südafrika-Interessenten negativ beeinflussen.

Zudem ziehen parallel zum Touristen-Boom und zur allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre die Preise in Südafrika wieder an. Der vom Wirtschaftsmagazin „Economist“ errechnete Kaufkraftwert des südafrikanischen Rand ist in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gestiegen. Allerdings liegt er nach wie vor deutlich unter dem Vergleichswert des US-Dollar, so dass die Experten des Magazins Südafrika nach wie vor als „äußerst preisgünstig“ bezeichnen.

Südafrika hat seine Führung weiter ausgebaut und gewinnt erneut zweistellig hinzu.
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Südafrika hat seine Führung weiter ausgebaut und gewinnt erneut zweistellig hinzu.

Zum Gesamtplus von fünf Prozent, den die Welttourismus-Organisation UNWTO für die Region Sub-Saharan Africa ermittelt hat, tragen auch Länder wie, das in den Jahren von 2014 bis 2016 von rückläufigen Besucherzahlen geplagte, Kenia bei. Nach dem rasanten Rückgang der Nachfrage aus Deutschland um 24,5 und 22 Prozent in den Jahren 2014 und 2015 ging es 2016 mit einem Plus von 14 Prozent bergauf. 2017 lag das Plus bei 25 Prozent. Allerdings liegt das Land bei einem Aufkommen ex Deutschland von knapp 55.000 Reisenden noch deutlich unter den 65.200 Ankünften von 2012.

Kenias Nachbarland Tansania hat noch keine Zahlen für das abgelaufene Jahr vorgelegt – weder international noch für Deutschland – und wurde darum nicht in das fvw Destination Ranking einbezogen. Mit einem Aufkommen im internationalen Markt von etwas über einer Million Einreisen im Jahr 2015 erreicht Tansania ein ähnliches Volumen wie Kenia.

Auch das Produkt der Nachbarländer ähnelt sich. Wo Kenia mit den Stränden um Mombasa wirbt, hat Tansania die Insel Sansibar, die bei allen wichtigen Veranstaltern im Programm ist und jährlich ungefähr 30.000 deutsche Gäste zählt. Daneben bleiben in beiden Zielen Safaris und die Besteigung des Kilimandscharos die großen Reisethemen.

Hinter den großen fünf im südlichen Afrika finden sich drei höchst unterschiedliche Destinationen, die zwar relativ wenig Volumen im deutschen Markt generieren, aber einen festen Platz in den Programmen der Veranstalter haben. Dazu zählt vor allem Äthiopien mit seinen verschiedenen Welterbestätten, das in den vergangenen vier Jahren immerhin jeweils 25.000 deutsche Touristen angezogen hat. Die Gesamtzahl der Einreisen, die allerdings auch den Geschäftsreise-Verkehr sowie Freundes- und Verwandtenbesuche (VFR) beinhaltet, summierte sich im vergangenen Jahr sogar auf über eine Million.

Eine Nischenrolle im Tourismus ex Deutschland spielen Uganda und Gambia. Uganda wird vorzugsweise von Natur- und Trekking-Touristen besucht, die meist an der Begegnung mit den seltenen Berggorillas interessiert sind. Gambia lockt dagegen als exotisches Badeziel. Das kleinste Land Afrikas punktet mit hervorragenden Strandhotels, die beispielsweise in den Katalogen von FTI und Thomas Cook zu finden sind.

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