Lokale Kooperationen (Teil 1)

So nutzen Büros ihre regionale Stärke

In der Lokalzeitung macht Nicole Karnetzky regelmäßig mit Informationen über die Reisebranche auf sich aufmerksam.
BARBARA von WOELLWARTH
In der Lokalzeitung macht Nicole Karnetzky regelmäßig mit Informationen über die Reisebranche auf sich aufmerksam.

Reisebüros müssen immer kreativer werden, um Bestandskunden zu halten und neue Kunden zu gewinnen. Ein geeigneter Weg ist, die regionale Verbundenheit zu nutzen. Wir zeigen drei Beispiele.

Reisebüros haben aktuell mit zwei Entwicklungen zu kämpfen: Zum einen verunsichern die Appelle der Politiker, auf das Reisen zu verzichten, die Kundschaft. Zum anderen wird infolge der Digitalisierung in Corona-Zeiten verstärkt online gebucht. Dieser Trend wird sich noch weiter fortsetzen. Für 2030 sagt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Freizeit (FUR) voraus, dass zwei Drittel aller Buchungen online erfolgen. Reisebüros müssen also immer kreativer werden, um Bestandskunden zu halten und neue Kunden zu gewinnen. Ein geeigneter Weg ist, die regionale Verbundenheit zu nutzen.

Reisebüro-Inhaber und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind meist gut in der Umgebung vernetzt. Backoffice-Spezialist TAA hatte schon 2019, also vor der Corona-Krise empfohlen, mit regionalen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Wir zeigen an drei Beispielen, wie das gehen kann.

In der Lokalpresse Präsenz zeigen

Seit Ende 2020 informiert Nicole Karnetzky, Inhaberin des Reisebüros Bestminute-Travel in Karlsruhe, über drängende Reisefragen in der Lokalpresse. Geld verdient sie mit ihrer Serie in der Lokalzeitung "Grötzingen aktuell" zwar nicht. "Aber ich mache es, um präsent zu bleiben und aufzuklären", sagt sie. Inzwischen sind drei Serienteile erschienen.

Im ersten Teil im Dezember ging es um grundsätzliche Fragen zur Reisebranche – etwa wie sich die Tourismusbranche und das Kundenverhalten ändern werden. In dem Artikel äußerte sich Nicole Karnetzky auch offen darüber, wie sich ihr Büro veränderte – dass die Mitarbeiter auf Kurzarbeit sind und ihre Auszubildende in eine andere Branche gewechselt ist. "Ich habe irgendwann beschlossen durchzuhalten", schreibt sie. Im zweiten Teil der Serie beantwortete Nicole Karnetzky Fragen wie, was bei der Buchung sowie Einreise und Rückkehr zu beachten ist. Im jüngsten Artikel, erschienen am 1. März, ging es um nachhaltiges Reisen und was genau dahintersteckt.

Die Artikel werden auf jeden Fall wahrgenommen. "Ich habe vereinzelt Feedback bekommen", sagt die Inhaberin. Dass sie damit Buchungen generiert, erwartet sie jedoch nicht. "Ich schreibe die Artikel, um für die Zukunft vorzusorgen, und hoffe, dass man uns damit als Reisebüro wahrnimmt und sieht, dass es uns noch gibt."

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