Interview mit Europa-Direktorin

So nutzt Barbados die Corona-Flaute

Anita Nightingale ist die Europa-Direktorin von Barbados Tourism Marketing. Trotz Corona hat sich in der Destination einiges verändert.
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Anita Nightingale ist die Europa-Direktorin von Barbados Tourism Marketing. Trotz Corona hat sich in der Destination einiges verändert.

Das Auswärtige Amt hat Barbados kürzlich wieder zum Hochrisikogebiet heraufgestuft. Anita Nightingale, Europa-Direktorin bei Barbados Tourism Marketing, zu den Folgen.

Frau Nightingale, wie bewerten Sie die neue Einstufung des Auswärtigen Amts?
Ich sehe das gelassen. Karibische Staaten haben immer wieder Corona-Entwicklungen nachvollzogen, wie wir sie zuvor in wichtigen Quellmärkten beobachten konnten. In Deutschland entspannt sich die Situation wieder – das ist gut für uns. Ich bin also sehr zuversichtlich, dass wir im Winter eine positive Entwicklung sehen werden.

Nonstop-Flüge ab Deutschland gibt es ja.
Richtig, dreimal die Woche ab Frankfurt mit Eurowings Discover. Die Flüge werden ab dem 1. November abheben. Für einige Kunden aus Deutschland könnte auch der Hinweis interessant sein, dass es ebenfalls Direktverbindungen mit KLM dreimal pro Woche ab Amsterdam gibt.

Vor der Pandemie war die Zahl der Besucher aus Deutschland ja kräftig gestiegen.
Eine schöne Entwicklung. 2019 besuchten uns 14.500 Gäste aus Deutschland – etwa 4500 mehr als im Jahr davor. An diese Entwicklung möchten wir anknüpfen. Deshalb haben wir auch in der Pandemie hart am Produkt gearbeitet.


Was hat sich geändert?
Mit Blick auf Deutschland – dem wichtigsten europäischen Quellmarkt – haben wir vor allem das Thema achtsames Reisen vorangetrieben. Die Regierung von Barbados legt großen Wert auf umweltverträglichen Tourismus und darauf, dass die Bevölkerung profitiert. Entsprechende Maßnahmen wurden ergriffen und Angebote geschaffen und ausgebaut.

Welche Angebote meinen Sie?
Ein Beispiel: Obwohl wir es nie aktiv beworben hatten, erreichten uns immer wieder Anfragen aus Deutschland bezüglich des Projekts zum Schutz von Meeresschildkröten an der University of the West Indies. Besucher können sich dort inzwischen nicht mehr nur darüber informieren, sie können sich auch aktiv bei dem Projekt einbringen.

Inzwischen werben Sie auch aktiv um Gäste aus Deutschland, die Workation auf der Insel verbringen möchten.
Wir sehen hier einen Nischenmarkt mit erheblichem Wachstumspotenzial. Deutsche haben ja ohnehin schon die Möglichkeit, für drei Monate ohne Visum nach Barbados einzureisen. Nun bieten wir ein Programm, dass Interessierten unbürokratisch ermöglicht, für ein Jahr von Barbados aus zu arbeiten. 2900 solcher Remote Workers hatten wir 2019 bereits auf der Insel. Davon kamen allerdings nur etwa 30 aus Deutschland. Das dürfen gern mehr werden.

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