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Reisebüros können auf den nächsten Winter hoffen

Aus Kiel zu den Counter Days zugeschaltet: Professor Martin Lohmann präsentierte Daten zur Reisebereitschaft der Deutschen.
FVW Medien/Heike Fritsch
Aus Kiel zu den Counter Days zugeschaltet: Professor Martin Lohmann präsentierte Daten zur Reisebereitschaft der Deutschen.

Noch ist die Unsicherheit bei Kunden groß, und gebucht wird im Moment überwiegend für das kommende Touristikjahr. Aber Reiseexperte Martin Lohmann ist sicher: Gerade Reisebüro-Bucher wollen 2021 wieder reisen. Für den Vertrieb ist das eine große Chance.

Die Urlauber sind verunsichert: 42 Prozent verspüren einen großen Freiheitsdrang und wollen im Jahr 2021 endlich wieder verreisen. Fast ebenso viele haben aber angesichts der Corona-Pandemie keine Lust, sich überhaupt mit Reiseplänen zu beschäftigen, so ein Ergebnis der Reiseanalyse, die Initiator Martin Lohmann auf den fvw | TravelTalk Counter Days präsentierte. "Die Meinungen der Kunden sind unterschiedlich", sagt der Reiseexperte. "Keine überwiegt deutlich."

Aber gerade die Reisebüro-Kunden haben offenbar selbst im vergangenen Krisenjahr gute Erfahrungen mit ihrem Buchungsweg gemacht. So wollen im Gegensatz zu den Online-Kunden praktisch alle, die 2020 ihre Urlaubsreise im Reisebüro gebucht haben, 2021 wieder reisen. Und sie sind überdurchschnittlich flexibel, was ihr Reiseziel angeht. "Diese Wechselbereitschaft bedeutet einen Beratungsbedarf und damit eine Chance für das Reisebüro", sagt Martin Lohmann. "Auch die Kunden, die noch nicht entschlossen sind, sollten am besten mit ihrem Reisebüro darüber reden."

Im Moment zeigen die Umsatzzahlen aber die ganze Verunsicherung der Reisewilligen: Für den Sommer sind laut Travel Data & Analytics (TDA) gerade mal 20 Prozent des Umsatzes im Kasten, der Winter 2020/21 ist praktisch verloren. Die Hälfte aller im März gebuchten Umsätze entfallen bereits auf den Herbst und die Monate danach. 80 Prozent des für den Winter 2021/22 gebuchten Umsatzes gehen zudem auf das Konto von Kreuzfahrten, die traditionell früh gebucht werden. 

Interessant: Die Ausgabefreudigkeit der Kunden ist gegenüber dem letzten "normalen" Jahr 2019 gestiegen. Davon profitiert vor allem der stationäre Vertrieb: "Wenn gebucht wird, dann vermehrt höherpreisig, vor allem im Reisebüro", sagt Alexandra Weigand von TDA.

Wenn Kunden buchen, dann eher hochpreisig

Das zeigt sich auch bei der Nachfrage für Hotels: Bei den Suchanfragen für künftige Urlaubsreisen schneiden die 4- bis 5-Sterne-Hotels überproportional ab, bestätigt Salim Sahi. Der Geschäftsführer von Traffics hatte für die fvw | TravelTalk Counter Days 40 Mrd. Suchanfragen zwischen Januar und April 2021 analysiert und kommt zu dem Schluss: "Das Suchvolumen und damit die Reisebegeisterung ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen."

Der Wunsch nach Reisen ist also ungebrochen vorhanden oder sogar noch weiter gestiegen. Es fragt sich jetzt nur, wann welche Länder bereisbar sind und wie schnell die Veranstalter und Leistungsträger ihre Kapazitäten entsprechend hochfahren können. Dann sollte auch im Jahr 2021 noch etwas gehen. Alexandra Weigand von TDA wagt jedenfalls eine Prognose für den Sommer 2021: "Je nach Reisemöglichkeit erwarten wir zwischen 40 und 70 Prozent des Umsatzes von 2019."

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1 Kommentar

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1.
Dietmar Rauter
Erstellt 29. April 2021 16:39 | Permanent-Link
bearbeitet

Das heute bekannt gewordene Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird die 'Freiheit über den Wolken', auf die sich eine Wohlstandsgeneration, dabei vor allem die Babyboomer mit ihrer nur noch begrenzten Lebenszeit eingerichtet hatte, wohl auch auf den Prüfstand stellen müssen. Nur mit Ivestitionen in eine CO2-neutrale Wirtschaft werden die Klimauswirkungen nicht zu be'kämpfen' sein.

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