Naturparadies Nicaragua

Die grüne Lunge Mittelamerikas weckt Abenteuerlust

Nicaragua-Spezialität: Vulkanrodeln am Cerro Negro.
Nicaragua Tourism Board
Nicaragua-Spezialität: Vulkanrodeln am Cerro Negro.

Trekking und Sandboarden auf dem Vulkan, Kajakfahren im Urwald und Offshore-Surfen am Pazifik, Schildkröten beobachten und Calypso tanzen: Dies alles und vieles mehr ist Nicaragua. Für Action ist also gesorgt in dem kleinen mittelamerikanischen Land zwischen Honduras und Costa Rica.

Jaguare und Pumas streifen da durch die Regenwälder, Affen und Krokodile lieben Nicaraguas Dschungel ebenfalls, und auch Papageien und Tukane, Pelikane und Kolibris tummeln sich im Osten des Landes, wo Nicaragua im Biosphärenreservat Bosawás mit dem größten Regenwald nördlich des Amazonas angeben kann. Mit acht Prozent der weltweiten Artenvielfalt, mehr als 700 Vogelarten und einsamen Stränden, an denen sich die Meeresschildkröten zur Eiablage einfinden, ist Nicaragua ein Eldorado für Naturliebhaber. 18 Prozent der Landesfläche steht unter Naturschutz. In einer Umfrage der britischen Zeitschrift "Wanderlust" landete Nicaragua nicht ohne Grund unter den "Must See’s 2020".

Papageien in freier Wildbahn: Im Westen Nicaraguas hat der Chocoyo sein eigenes Schutzgebiet.
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Papageien in freier Wildbahn: Im Westen Nicaraguas hat der Chocoyo sein eigenes Schutzgebiet.

Outdoor-Paradies mit Herz

An Abenteuern ist kein Mangel: Vulkanrodeln, Dschungeltrekking, Wildwassertouren im Regenwald, Wassersport am Pazifik oder an der Karibikküste und vieles mehr. "Wir haben in Nicaragua für so ziemlich alle unterschiedlichen Vorstellungen von Naturerlebnis das passende Angebot", sagt Lateinamerika-Experte Andreas M. Gross von der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika, der den amerikanischen Kontinent aus mehr als 20 Jahren Reiseleitererfahrung kennt wie seine Westentasche und der deshalb auch eine Besonderheit Nicaraguas zu schätzen weiß: "Die Infrastruktur ist top, aber es ist alles noch nicht so durchgestylt und nicht so super professionell durchorganisiert." Genau das sei einer der Gründe, warum er das Land so toll findet ebenso wie seiner Erfahrung nach die Urlauber. "Nicaragua hat, weil es so nachhaltig, weil es so ein bisschen stiller ist als manche pompösen anderen Mitspieler in der zentralamerikanischen Riege, einen besonderen Platz im Herzen der Kunden erobert."
Eldorado für Surfer: San Juan del Sur an Nicaraguas Pazifikküste.
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Eldorado für Surfer: San Juan del Sur an Nicaraguas Pazifikküste.

Vulkane für jeden Geschmack

Begehrlichkeiten unter Outdoor-Fans wecken insbesondere die vielen und oft auch aktiven Vulkane. Der bekannteste ist der aktive Masaya 20 Minuten von Managua entfernt und einer der bestzugänglichen Vulkane der Welt. Hinauf geht es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Fahrzeug, und zur Belohnung ist am Kraterrand in der Tiefe die rotglühende Lava zu bewundern. Der höchste Vulkan Nicaraguas, der San Cristobal (1783 Meter) ist ebenfalls aktiv und belohnt Wanderer mit einem spektakulären Panoramablick. Und der schwarz schimmernde Cerro Negro (728 Meter) in der Nähe von León lädt zum Vulkansurfen. An die 20 Vulkane, die Hälfte davon aktiv, reihen sich wie die Perlen einer Kette entlang der Pazifikküste.
Sportspaß mit Panoramablick: Mountainbiken am Vulkan Masaya.
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Sportspaß mit Panoramablick: Mountainbiken am Vulkan Masaya.

Die natürlichste Sache der Welt

 
Nachhaltigkeit ist heute erklärtes Ziel des Tourismusministeriums. Und die endet nicht bei den Naturschätzen, sondern bezieht auch die Traditionen, das Kunsthandwerk, die Landwirtschaft und die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen ein. "Von allen Ländern Zentralamerikas, die ich kenne, ist Nicaragua das Land, wo Nachhaltigkeit mit der größten Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit praktiziert wird", sagt Gross, "vielleicht auch, weil es eher als arm einzustufen ist". Da sei man einfach bewusster. Nicht umsonst sind in Nicaragua immer noch sehr viele Pferde und Ochsen bei der Arbeit zu sehen.
Rekordhalter: das Biosphärenreservat Bosawás mit dem größten Regenwald nördlich des Amazonas.
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Rekordhalter: das Biosphärenreservat Bosawás mit dem größten Regenwald nördlich des Amazonas.

Erst im Dezember 2019 hat die Regierung Nicaraguas angekündigt, 34 neue Ökoparks als Schutzgebiete einzurichten. Die Ideen kommen aber auch direkt von den Menschen, so etwa auf dem Solentiname-Archipel im Nicaragua-See, wo die Initiative "Viva Solentiname frei von Plastik" ins Leben gerufen wurde. "Vor wenigen Wochen konnte man die Inselgruppe tatsächlich für plastikfrei erklären", berichtet Gross, "und das ohne nennenswerten Tourismus von außen im Moment". Unterstützung bei der Aktion kam vom Tourismusministerium und auch von der Deutschen Botschaft in Nicaragua. Zur Feier des Erfolgs lief im Nationaltheater Ruben Dario kürzlich sogar eine Ausstellung mit Werken von Künstlern des Archipels, das es auch Gross angetan hat. "Ein verzauberter Ort, diese vielen, kleinen Inseln, mit schönen Boutique-Hotels, sehr viel Kunst und Kunsthandwerk, insbesondere naive und fantastische Malerei", so das Urteil des Kenners.

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