Kaunas

Designstadt mit Unesco-Titel

Andrius Aleksandravičius/Lithuania Travel

Architekturliebhaber schwärmen von den modernistischen Bauten und vom Mix aus Art Déco, Bauhaus und Industriedesign. Kunstbegeisterte schwelgen in Street Art. Seine treue Fan-Gemeinde hat Kaunas zudem als Mekka des litauischen Basketballs.

Einzigartig in Europa ist Kaunas Dichte modernistischer Bauten aus der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1940, als Kaunas die litauische Hauptstadt war. 44 davon wurden 2015 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. 2017 kürte die Unesco Kaunas zu einer der Cities of Design. Und 2022 ist Kaunas Europäische Kulturhauptstadt.

Dass Kaunas ein inspirierendes Pflaster ist, zeigt auch die florierende Street-Art-Szene. Lieblingsmotiv für die Instagram Community ist der rosa Elefant, der auf einer grauen Mauer sein Schläfchen hält. Ganz in der Nähe gibt es mit der Yard Gallery noch eine weitere Perle zu entdecken. Hier wohnt der Künstler Vytenis Jakas, der die Mauern mit Bildern und Lebensgeschichten jüdischer Familien, die hier einst lebten, bemalt und auch andere Künstler anlockt.

Kunstinstallationen schmücken den romantischen Park rund um Kaunas prächtige mittelalterliche Festung – die älteste Backsteinburg Litauens – samt ihren zwei Verteidigungsmauern. Und neben der Kunstgalerie M. Žilinskas grüßt die Skulptur "Der Mensch" des Bildhauers P. Mazūras – der Nackte ist inzwischen so etwas wie der Kulturstempel der Stadt geworden.

Basketballfans sollten sich in Kaunas mindestens ein Spiel der litauischen Mannschaft Kaunas Žalgiris anschauen – Basketball ist in Litauen Nationalsport. Für Neulinge gibt es bei der Gelegenheit eine besondere Eintrittskarte inklusive Fan-Paket mit Sitzplätzen in der größten Arena des Baltikums, Einführung in Litauens Basketballgeschichte und dem Mannschaftsschal als Souvenir.

Das Highlight vor den Toren der Stadt: Der vielleicht romantischste Ort in ganz Litauen ist das barocke Kloster Pažaislis aus dem 17. Jahrhundert, nicht zuletzt wegen der malerischen Lage am Ufer des Kaunasser Meeres, eines Stausees der Memel. Heute finden in den Kirchengewölben Konzerte und Musikfestivals. Es gibt ein Sakralmuseum und nebenan das Hotel Monte Pacis, in dessen Restaurants historische Klosterspeisen neu interpretiert werden.

Geballtes Kaunas-Know-how hat auch die Litauen-Website zu bieten.

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