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Turku ist eine lebendige Stadt

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Woran erkennt man eine mittelalterliche europäische Stadt? Oft liegt sie an einem Fluss, hat einen Markplatz, eine Burg und eine Kathedrale. Das klingt logisch – genau, das hört sich nach Turku an!

Turku ist nicht nur die einzige Stadt Finnlands, die alle soeben genannten Kriterien erfüllt, Turku ist auch eine lebendige moderne Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen und war übrigens 2011 eine der Kulturhauptstädte Europas.

Entlang des Aurajoki, auf Deutsch „Pflugfluss“, kann man durch mittelalterliche Straßen mit Kopfsteinpflaster streifen. Der Fluss verläuft mitten durch die Stadt. Im Sommer erwacht das Flussufer zu Leben, wenn sich die Leute hier zum Essen, Trinken und Musikhören treffen. Im Fluss liegen alte Segelschiffe vor Anker. Außerdem kann man Kreuzfahrten in das Schärenmeer und in die nahegelegene Stadt Naantali unternehmen. Vom Fährhafen Turkus setzen täglich Fähren über die Ostsee nach Schweden über.

Offiziell ist Turku am Aurajoki seit 1229 auf den Landkarten verzeichnet, und seitdem wurde es nie wieder ruhig um die Stadt. Im Sommer ist die Stadt mit Veranstaltungen und Festivals reich gesegnet: Tango, Mittelalter, Musik, Theater, Kunst, Design und vieles mehr.

Sehenswürdigkeiten

Geht über die Brücke oder setzt mit der kostenfreien Föri-Fähre zum Westufer über, wo die Burg zu Turku, das Seefahrtsmuseum Forum Marinum mit seiner Museumsschiffsflotte einschließlich des Dreimasters Suomen Joutsen locken. Außerdem sind dort das Apothekenmuseum und das Qwensel-Haus zu finden.

Näher am Marktplatz liegen das Kunstmuseum von Turku, die Markthalle und die beeindruckende Bibliothek

Der Dom zu Turku gilt als wichtigstes religiöses Gebäude Finnlands und war Zeuge vieler historisch bedeutsamer Ereignisse der nationalen Geschichte – und er ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Kathedrale liegt im Herzen Turkus, neben dem großen Platz am Aura-Fluss. Natürlich ist der Dom auch für die finnischen Weihnachtsfeierlichkeiten von besonderer Bedeutung.

Aboa Vetus & Ars Nova ist ein Museum für Geschichte und zeitgenössische Kunst – und eine einzigartige Kulturattraktion. Das Museum ist eine faszinierende Kombination aus Alt und Neu, die den Besucher dazu einlädt, die mittelalterliche Geschichte und Kultur Finnlands zu entdecken. Das Museumscafé Aula hält jeden Samstag einen köstlichen Jazz-Brunch ab.

Zu den Sehenswürdigkeiten am Ostufer gehören die Kathedrale, das Sibelius-Museum, das Heimatmuseum Ett Hem, die Altstadt, das Aboa Vetus & Ars Nova Museum, das Kunsthandwerksmuseum Luostarinmäki (Klosterhügel), das städtische Theater von Turku und das Kunstmuseum Wäinö Aaltonen.

Die Turkuer Schären

Ihr müsst keine passionierten Seefahrer sein, der schon auf allen sieben Weltmeeren unterwegs gewesen ist, um sich an der überwältigenden Einzigartigkeit der Turkuer Schären zu erfreuen. Das Schärenmeer zählt weltweit zu den größten und gehört für viele auch zu den schönsten seiner Art.

Es ist bequem per Fahrrad, Boot, Fähre, Auto, Wassertaxi oder auch zu Fuß zu erreichen.

Der Archipel vor Turku verspricht in erster Linie raue, unberührte Natur, doch verbergen sich hier auch wunderbare Wohlfühl-Oasen, die zum Relaxen einladen. Entspannt Euch in einem Spa, bei einer Partie Golf, oder lasst Euch kulinarisch verwöhnen.

Es erstreckt sich von der finnischen Südwestküste bis zu den Ålandinseln im Westen. Mit seinen rund 20.000 Felsinseln gilt er als größter Schärengarten Europas. Nur gut 250 Eilande sind größer als einen Quadratkilometer. Die teils unberührte Natur ist ein Dorado für Angler, Wanderer und Wassersportler. Eine weitere sehr schöne Art, die Eilande zu entdecken, ist mit dem Fahrrad auf dem Archipelago Trail, einer 200 Kilometer langen Ringstraße, die über zahllose Brücken und Fähren von Insel zu Insel führt.

Mit den Städten Uusikaupunki im Norden, Hanko im Süden und den Ålandinseln im Westen bildet das Inselparadies ein Dreieck von mehr als 8000 Quadratkilometern Fläche, wovon 2000 Quadratkilometern Land.

Das Besondere des finnischen Archipels: Jedes Jahr tauchen neue Inseln aus dem Meer auf. Der Grund für dieses Naturwunder liegt in der eiszeitlichen Vergangenheit des Landes. Einst bedeckte ein bis zu drei Kilometer dicker Eispanzer ganz Skandinavien und ließ durch sein Gewicht die Erdkruste in den weichen Erdmantel sinken.

Mit dem Abschmelzen der eisigen Last begann sich das Land dann langsam wieder zu heben, ein Prozess der bis heute andauert. An manchen Stellen wie im Kvarken-Archipel beträgt der Auftrieb immerhin einen Zentimeter pro Jahr. Das heißt, in hundert Jahren wachsen die Inseln einen Meter in die Höhe.

Im Schutz der Inseln kann man bis weit aufs Meer hinaus paddeln. Boote gibt es vielerorts zu mieten. Auch geführte Touren und Einführungskurse werden angeboten. Für Segler stellt die Inselwelt ein anspruchsvolles Revier dar, das Erfahrung erfordert. Zum Anlegen gibt es viele Häfen in allen Kategorien von modernen Marinas bis zu kleinen Fischerhäfen. Rund 240 Segel- und Gästehäfen stehen entlang der Küste und auf den Åland-Inseln zur Auswahl. Die Häfen bieten in der Regel auch Übernachtungsmöglichkeiten. Darüber hinaus gibt es auf den Inseln Campingplätze, Ferienhäuser und Hotels. Vielerorts können Segelboote – auch mit Skipper – gechartert werden.

Paradies für Individualisten: Finnlands Schärenküste ist eine Welt für sich und hat schon immer Individualisten angezogen. Wer die Inseln besucht, lernt sie und ihre Geschichten fast automatisch kennen. Paula Wilson zum Beispiel, die zusammen mit ihrem Mann den Leuchtturm von Bengtskär hütet. In den 1990er Jahren hat sie sich unsterblich in das einsame Eiland verliebt und den im Verfall begriffenen Turm gemietet und restauriert. Heute betreibt sie dort ein kleines Hotel, das neben urigen Antiquitäten auch den Luxus einer historischen Granitsauna bietet.

Essen und Trinken

In Turku gibt es viele hübsche Restaurants und Cafés, wie z. B. Cafe Art, Tintå oder Gaggui. Gaggui ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie ein Pop-Up-Restaurant, das anlässlich des Restaurant Days entstand, sich zu einem Vollzeitjob entwickeln kann, wenn man mutig und kreativ genug ist. Wenn Ihr hungrig seid, werdet Ihr an Turkus Flussufer garantiert das Richtige für Euren leeren Magen finden, denn hier habt Ihr die Auswahl aus vielen verschiedenen Restaurants. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei.

In Turku gibt es für jedes Budget hervorragende Restaurants, die Ihre Geschmackknospen so sehr verwöhnen, dass Ihr bestimmt nicht zum letzten Mal dort gewesen seid. Wenn Ihr hungrig seid, gibt es am Aura-Fluss eine ganze Reihe von Orten, aus denen Ihr wählen könnt. Neben zahlreichen Restaurants auf dem Festland kann man auch auf Schiffen, die die Fluss entlang schippen, seinen Appetit stillen.

Anreise

Flugzeug: Der Regionalflughafen Turku liegt rund 8 km nördlich des Stadtzentrums. Eine Stadtbuslinie bindet ihn ans Stadtzentrum an.

Bahn: Der Hauptbahnhof liegt am nördlichen Rand der Altstadt und somit recht zentral, denn die meisten Sehenswürdigkeiten liegen keinen Kilometer entfernt. Sehr gute Bahnverbindungen bestehen nach Helsinki und Tampere.

Bus: Der Busbahnhof liegt rund 400 Meter östlich des Hauptbahnhofes. Es gibt ein recht dichtes Fernbusnetz, so nach Rauma, Tampere und Helsinki. Daneben gibt es auch ein Regional- und Stadtbusnetz.

Schiff: Der Hafen von Turku liegt an der Mündung des Aurajoki. Hier legen die Fähren von Stockholm (Schweden) und den Ålandinseln an. Sowohl die Viking Linie und Silja Linie besitzen ein eigenes Fährterminal.

Die E18 beginnt im Hafen von Turku. Anreise von Deutschland am einfachsten über Schweden, unter Benutzung der Fähre von Stockholm.

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