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Palermo

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Palermo, die Hauptstadt der Insel Sizilien, ist immer ein lohnenswertes Urlaubsziel. Wer Italien mag und mehr Informationen und Eindrücke zum Land und seiner Kultur erfahren möchte, der sollte ein paar Tage in Siziliens Hauptstadt Palermo verbringen.

Die Vielfalt an Sehenswürdigkeiten ist umwerfend. Doch die Hafenstadt der Sonneninsel hat nicht nur für kulturinteressierte Individualreisende etwas zu bieten, auch Badegäste kommen hier voll auf ihre Kosten. Schöne Meeresbuchten und Ausflugsziele auf Berghöhen bieten Erholung vom Alltagsstress.

Die Inselhauptstadt Palermo lebt von enormen Gegensätzen, zwischen der Weltoffenheit der Hafenstadt mit Verbindungen nach Tunesien und dem sizilianischen Kleinstadtleben, zwischen Landwirtschaft und Fischerei als Broterwerb und der Funktion als Kultur- und Universitätsstadt. Die Altstadt gliedert sich historisch in vier Bezirke, die Kathedrale und das Normannenkastell liegen im Osten im Bereich der Albergheria und Capo.

Palermo weist eine Vielzahl an prächtigen Bauwerken auf. Dazu gehört die Kathedrale von Palermo, mit Domschatz und Krypta. Sie wurde im normannischen-arabischen Stil in den Jahren 1184/1185 erbaut. Der Normannenpalast ist von gleichem Baustil. Früher ein Königspalast ist der Palazzo Reale heute der Sitz des Sizilianischen Parlaments. Er gilt als einer der schönsten europäischen Palastbauten.

In der Stadtmitte befindet sich das Rathaus Palermos mit großem Vorplatz, der Piazza Pretoria. Hier steht die große Fontana Pretoria, ein wunderschöner florentinischer Brunnen. Entlang der Via Roma sorgen viele Geschäfte und Boutiquen für ein reichhaltiges Einkaufserlebnis und laden zu einem ausführlichen Stadtbummel ein. Sehenswert sind auch die beiden Märkte in Palermo. Die Auswahl an frischem Obst, Gemüse, Fisch und landestypische Speisen ist riesig und sehr exotisch. La Vurcira und Mercato Di capo vermitteln jedem Urlauber das typisch sizilianische Treiben und Leben.

Unmöglich, nicht von dieser Stadt fasziniert zu sein. Das moderne Großstadtflair in Kombination mit arabischen Straßenmärkten, einer regen Kunstszene, mittelalterlichen Bauten, großartigen Gebäuden im Jugendstil, dem Gassengewirr der Altstadt und der Lage am Meer ist unwiderstehlich.

Sehenswürdigkeiten

Kathedrale: Die Originalität der Kathedrale resultiert aus der Mischung von Formen und Stilen in einem einzigen Bauwerk. So prächtig die Kathedrale von außen ist, so schlicht ist sie im Innern. Hier ruht Kaiser Friedrich II von Hohenstaufen.

Palatinische Kapelle und Normannenpalast: Der Normannenpalast, der auch als Königspalast bekannt, ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er wurde im neunten Jahrhundert von den Arabern erbaut und später von den normannischen Herrschern vergrößert. Der königlichen Gemächer sind prächtig gestaltet. Die Cappella Palatina gehört zu den schönsten Kirchen Siziliens, wundervolle glitzernde Goldgrundmosaiken bedecken die Wände.

Die Kalsa: Palermos historisches Zentrum, die ursprüngliche Stadt, ist heute das Kalsa-Viertel. Verwinkelte Gässchen, mit Bäumen bestandene breite Straßen, malerische Plätze, der Hafen, alle Sehenswürdigkeiten auf kleinstem Raum, Parks, viele kleine Geschäfte und die bunten Straßenmärkte, in denen Souk-Feeling aufkommt, verführen zu ausgedehnten Bummeln. Schmerzende Füße können sich in einem der Parks oder vielen Cafés erholen.

Orto Botanico: Der Botanische Garten der Universität Palermo, der an die Kalsa angrenzt, wurde 1789 neben der Villa Giulia angelegt und ist eine rund zehn Hektar große Grünanlage mit mehr als 12.000 Pflanzenarten. Hier wachsen unter anderem hohe Palmen, eine Vielzahl einheimischer Pflanzen und Tropengewächse wie Ananas-, Papaya- und Bananenstauden und Kaffeebäume. Beeindruckend sind der Kakteengarten und das Aquarium mit seltenen Wasserpflanzen. In neoklassizistischen Gebäuden, die von dem französischen Architekten Leon Dufourny entworfen wurden und die allein schon einen Besuch wert sind, befinden sich ein Calidarium, ein Tepidarium und das Herbarium Mediterraneum mit einer Riesensammlung an mediterranen Kräuter- und Gewürzpflanzen.

Palazzina Cinese: Das chinesische Palästchen ist die ehemalige Residenz der Bourbonischen Könige von Neapel, wurde von Ferdinand IV von Bourbon in Auftrag gegeben und im Jahre 1799 von Giuseppe Venanzio Marvuglia erbaut. Die Seiten des Gebäudes werden von Türmen mit offenen Wendeltreppen flankiert. Im Erdgeschoss sind Festsaal und Audienzhalle, die beide von Giuseppe Velasco dekoriert wurden, der seinen Namen im Alter von 15 Jahren in Velasquez änderte, zu Ehren des berühmten spanischen Malers Diego Velasquez. Im ersten Stock befinden sich der Empfangsraum mit wunderschönen Stoffpaneelen, das Esszimmer und das Schlafzimmer des Königs mit einer Decke im chinesischen Stil, die von Cowards und Velasco bemalt wurden. Auf der zweiten Etage war die Wohnung von Königin Maria Carolina und im dritten Stock findet man eine große Terrasse. Gekrönt wird das Ganze von einem achteckigen Pagodendach. Geöffnet mittwochs 15.00 - 17.30, freitags 09.30-13.00 h

Teatro Massimo: Das elegante und majestätische Teatro Massimo an der Piazza Verdi ist das größte Opernhaus Italiens und das drittgrößte Europas. Es ist bekannt für seine fantastischen Opernaufführungen und eine hervorragende Akustik. Mit dem Bau wurde 1875 begonnen und es öffnete seine Türen für die Öffentlichkeit im Jahr 1897 mit einer Aufführung von Verdis Falstaff. Im selben Jahr sang hier ein sehr junger Caruso in einer Inszenierung von La Gioconda. Das Opernhaus ist 8.000 Quadratmeter groß und verfügt über ein reich verziertes Interieur sowie eine neoklassizistische Fassade mit Elementen aus den griechischen Tempeln von Agrigent und Selinunt. Wer keine Zeit oder Lust hat, sich eine Aufführung anzusehen oder außerhalb der Theatersaison in Palermo ist, der kann an einer der Führungen teilnehmen, die täglich außer montags von 09.30-17.00 Uhr in mehreren Sprachen stattfinden – Dauer 30 Minuten, Kosten Euro 8, ermäßigt Euro 5. Im Gebäude gibt es eine öffentliche Bibliothek, eine Buchhandlung und eine kleine Cafeteria.

Mondello: In Mondello findet man einen der angesagtesten Strände Siziliens. Das kleine mondäne Seebad mit seinen Jugendstilvillen liegt etwa zehn Kilometer westlich von Palermo und ist so etwas wie die sommerliche Badewanne der Palermitaner. Mondello prunkt mit anderthalb Kilometern weißen Sandstrands und kristallklarem Meer in allen Wasserfarben von hellem Türkis bis zu Tintenblau. Der lebhafte Ferienort liegt zwischen dem Monte Pellegrino und dem Monte Gallo und bietet Fußgängerzonen, Bars, Restaurants, Geschäfte, Eisdielen und unzählige Sportmöglichkeiten.

Anreise

Mit dem Flugzeug: Der internationale Flughafen Palermo - Falcone e Borsellino 32 km westlich der Stadt wird von zahlreichen europäischen Fluggesellschaften angeflogen, etliche Charterflüge bringen Besucher über ihn nach Sizilien. Die Stadt kann mit 'Shuttlebussen' oder der 'Eisenbahn' in einer knappen Stunde erreicht werden. Der alte Flughafen 'Aeroporto di Palermo-Boccadifalco' wird nicht mehr militärisch genutzt, sondern wird vor allem für Behördenflüge und von Mitgliedern des Aeroclubs genutzt.

Mit der Bahn: 'Palermo' ist Ausgangspunkt der innersizilianischen Bahnlinien der Trenitalia nach Messina mit dem Abzweiger über 'Roccapalumba' in den Süden nach Agrigent und Caltanissetta sowie nach Trapani im Westen mit Abzweigung ab Alcamo nach Süden in Richtung Mazara del Vallo und Marsala.

Direktverbindungen von Rom und Neapel werden mit der Fähre über die Straße von Messina geführt. Der Bahnhof Stazione Centrale liegt im Süden der Altstadt.

Mit dem Bus: Aus Palermo führen regelmäßige Buslinien u.a. der AST, der SAIS Autolinee (Catania) und der SAIS Trasporti durch die ganze Insel geführt

Auf der Straße: Von 'Palermo' gehen auch mehrere Autobahnen ab: die westwärts, welche sich bei der Verzweigung 'Buonfornello' in Richtung Messina als mautpflichtige in Richtung Enna - Catania als fortsetzt.

Nach Westen Richtung Trapani führt die vorbei am Aeroporto Palermo - Falcone e Borsellino, bei Alcamo zweigt sich die Autobahn in die nach Trapani und die nach Mazara del Vallo und Marsala an der Südküste auf.

Die Landstrasse ''Settentrionale Sicula'' Messina - Cefalù führt durch 'Palermo' nach Trapani weiter. Durch das hügelige Hinterland führen die nach Menfi und Sciacca, die kurvige nach Corleone und zuletzt weiter bis Agrigent und die nach Enna und Catania.

Mit dem Schiff: Vom Fährhafen von Palermo gehen Fährverbindungen nach Genua, Civitavecchia, Neapel und auch Sardinien und Tunesien ab, weitere Fährverbindungen bestehen vom im Osten gelegenen kleineren und ruhigeren Fährhafen von Termini Imerese aus nach Salerno, Civitavecchia und Livorno.

Shopping

Die Straßenmärkte von Palermo stammen irgendwie nicht aus unserer Zeit, sie verströmen das Flair arabischer Souks, was sie einst waren. Augen, Ohren und Nasen kommen auf Palermos Märkten voll auf ihre Kosten. Obst, Gemüse und Gewürze werden sorgfältig nach Farben sortiert präsentiert, das Geschrei der Verkäufer, das Marktgetümmel und die Düfte sind überwältigend. Hier findet man alle Farben und Gerüche Siziliens auf engstem Raum. Der bekannteste und bei weitem touristischste Markt ist die Vucciria, was übersetzt Geschrei bedeutet.

Wer mehr Wert auf Ursprünglichkeit legt, der sollte auf den Ballarò-Markt gehen oder, noch besser, über die Märkte Il Capo hinter dem Teatro Massimo und Vecchio Borgo beim Hafen bummeln. Besonders stimmungsvoll sind die Märkte abends, wenn über den Ständen Hunderte Glühbirnen leuchten. Die Märkte gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und sind Fundgruben für Souvenirs.

Wer etwas Besonderes sucht, sollte auf den Flohmarkt Mercato delle Pulci gehen: hier findet man von Trödel bis hin zu antiken Möbeln alles Mögliche.

Wie überall auf der Welt, wo sich viele Menschen auf engem Raum befinden, ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Wertsachen und Reisedokumente lieber im Hotelsafe lassen und sein Geld in einem Brustbeutel oder einer Bauchtasche mit sich tragen.

Gut zu wissen

Lohnenswert für Opernliebhaber ist ein Besuch vom Teatro Massimo an der Piazza Giuseppe Verdi.

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