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Ottawa

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Ottawa wurde 1857 von Königin Victoria zur Hauptstadt der englischen Provinz Kanada ernannt. Neben einer gewissen Willkür war für Ottawa wahrscheinlich ausschlaggebend, dass andere Städte zu nahe an der Grenze zu den USA lagen und im Kriegsfall als Hauptstadt zu schnell erobert worden wären.

Daneben spielt auch die Lage an der Grenze zwischen den englisch- und französischsprachigen Teilen Kanadas eine Rolle. Nach dem mongolischen Ulaanbaatar gilt Ottawa als die zweitkälteste Hauptstadt der Welt. Temperaturen von minus 40 Grad können im Winter vorkommen. Ottawa ist offiziell eine zweisprachige Stadt (Englisch und Französisch). Namen der Straßen und öffentlichen Einrichtungen, Beschilderung und Ansagen (z. B. in öffentlichen Verkehrsmittel) sind immer zweisprachig. In der tatsächlich gesprochenen Sprache dominiert allerdings das Englische bei weitem. Eine Reise nach Ottawa ohne jede Englischkenntnisse dürfte sich also sehr schwierig gestalten. Soweit zwei offizielle Namen für z. B. Straßen oder Sehenswürdigkeiten existieren, wird auf dieser Seite üblicherweise nur die englischsprachige Version genannt.

Ottawa ist keine ausgesprochene Einkaufsstadt. Die Fußgängerzone beim Regierungsbezirk ist ein reines Büro- und Geschäftsviertel. Nach Büroschluss ist sie nahezu ausgestorben. An der Rideau Street finden sich Geschäfte und Einkaufscenter für den täglichen Bedarf. Etwas ausgefallenere Sachen, wie Spezialitätengeschäfte, findet man im Umkreis des Byward Markets. Wie in Kanada üblich sind die Preise stets ohne Sales Tax (entspricht etwa der Mehrwertsteuer) angegeben. Deshalb werden beim Bezahlen normalweise 13 % draufgeschlagen, Ausnahme sind Lebensmittel.

Im Zentrum der Stadt am Ottawa River befinden sich am Parliament Hill die Parlamentsgebäude sowie prächtige Gebäude im viktorianischen Stil und Museen wie die National Gallery of Canada mit namhaften Sammlungen indigener und anderer kanadischer Kunst. Auf dem von Parks gesäumten Rideau-Kanal tummeln sich im Sommer Boote und im Winter Schlittschuhläufer.

Über 60 Festivals und Veranstaltungen finden jedes Jahr im regelmäßigen Turnus in Ottawa statt.

Nightlife

Der größte Teils des Nachtlebens konzentriert sich auf den Bereich Lowertown. Insbesondere im Bereich des Byward Markets werden Nachtschwärmer auch unter der Woche fündig.

Da Alkoholverkauf und -Ausschank in Ontario sehr streng reguliert und hoch besteuert sind, findet sich relativ wenig im absoluten Low-End-Bereich. Allein ein Pint (473 ml) Bier kostet in einer Bar mindestens 6 bis 7 CA-$.

Wer mit begrenzten Budget auskommen muss, für den empfiehlt es sich in die Nachbarprovinz Québec auszuweichen, was glücklicherweise dank der Brücken über den Ottawafluss innerhalb weniger Minuten möglich ist.

Sehenswürdigkeiten

Im Gegensatz zu Toronto und Montreal dominieren nur wenige hohe Gebäude das Stadtbild Ottawas. Mit 112 m ist das höchste Gebäude Place de Ville II nur unwesentlich höher als der historische Peace Tower des Parlamentsgebäudes. Vor allem in der Innenstadt sind die Straßen rechtwinkelig angelegt, wobei die großen Ausfallstraßen teilweise ihren ursprünglichen Verlauf behalten haben und dem Muster nur teilweise folgen. Als Hauptsehenswürdigkeit gilt das Regierungsviertel, dessen Gebäude in Anlehnung an die Regierungsbauten in London entworfen wurden und im Stil der britischen Neugotik gehalten sind. Die Bauwerke befinden sich auf dem Parlamentshügel, zwischen dem Rideau-Kanal und dem Ottawa River. Das Parlamentsgebäude ist ein Komplex, der aus drei Teilen (East Block, West Block und Centre Block) und dem markanten 92 m hohen Peace Tower besteht. Einige hundert Meter westlich des Parlaments befindet sich der Oberste Gerichtshof Kanadas. Das höchste kanadische Gericht tagt in einem 1939 erbauten Gebäude mit grünlichem Dach.

Im Regierungsviertel finden sich zahlreiche Statuen berühmter kanadischer Politiker. Östlich des Parlamentsgebäudes befindet sich eine Statue aus dem Jahr 1977, die Königin Elisabeth II. auf einem Pferd darstellt.

Die Sammlung der Kanadischen Nationalgalerie dokumentiert die Entwicklung der kanadischen Kunst, stellt aber auch asiatische und europäische Kunst aus. Das Museumsgebäude mit seinem auffälligen Glaskuppelbau wurde 1988 von Moshe Safdie entworfen. Das Museum besitzt Werke von Künstlern wie Lucas Cranach d. Ä., El Greco, Gustav Klimt, Pablo Picasso oder Andy Warhol. Die kanadische Kunst ist z. B. mit Werken von Paul Kane und der Group of Seven vertreten. Außerdem zeigt das Museum in einer eigenen Abteilung Videokunst. Auf dem Vorplatz befindet sich die 1999 aufgestellte, zehn Meter hohe Spinnenskulptur Maman aus Bronze, die die französische Bildhauerin Louise Bourgeois schuf.

Zwischen der Elgin Street und dem Rideau-Kanal befindet sich das National Arts Centre, ein Gebäudekomplex, der mehrere Hallen für Konzert- und Theateraufführungen bietet. Es beherbergt die zwei Orchester National Arts Centre Orchestra und das Ottawa Symphony Orchestra sowie die Operngruppe Opera Lyra Ottawa. Diese treten vor allem in der über 2300 Plätze fassenden Southam Hall auf.

Reisehinweise

Obwohl Ottawa die Hauptstadt eines westlichen Industriestaats ist, sind die Sicherheitsmaßnahmen sehr entspannt und für den Touristen ausgesprochen angenehm.

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