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Catania

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Catania ist eine der quirligsten Städte Süditaliens – charmant und einzigartig. Catania ist mit ihren ungefähr 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Siziliens. Sie liegt im Ionischen Meer im Schatten des Vulkans Ätna, der hier allgegenwärtig ist und dessen Einfluss sich in der Geschichte sowie der Existenz Catanias spiegelt.

Die Stadt wurde mehrere Male von Vulkanausbrüchen zerstört; der verheerendste Ausbruch ereignete sich im Jahre 1669, wo Catania nahezu vollständig unter dem Lavastrom begraben wurde. Nur 24 Jahre später, 1693, erschütterte ein Erdbeben die Grundmauern der Stadt. Die Reaktion auf diese Katastrophe war erstaunlich: die gesamte Altstadt wurde im Barockstil neu erbaut, mit großen, offenen Plätzen und Alleen. Kleine, verwinkelte Gassen wie man sie in Palermo findet, sucht man hier vergeblich.

Das besondere an der Stadt ist jedoch das für ihren Bau verwendete Material, Lavastein, aus dem beinahe die ganze Stadt besteht. Dadurch ist die Innenstadt von Catania schwarz und damit einzigartig in der Welt.

Catania zählt zu den verkehrsreichsten Städten Siziliens und wer selbst mit dem Auto durch die Stadt fährt, wird hautnah den rasanten Fahrstil der Italiener miterleben. Der Domplatz und Teile der Innenstadt sind jedoch Fußgängerzonen und nach der Renovierung vieler historischer Gebäude und Wohnhäuser erstrahlt das Zentrum in neuem Glanz, was definitiv zum Charme der Stadt beiträgt

Catania ist dank der großen Universität voller junger Menschen und sprüht geradezu vor Leben. Überall gibt es Boutiquen, kleine Geschäfte, Designer-Bistros, Cocktail Bars, Restaurants und schicke Weinlokale. Das historische Zentrum von Catania zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe, wodurch die Stadt Fördergelder erhält und das kulturelle Leben immer lebhafter wird. Wie in jeder größeren Stadt sollte man nicht allzu touristisch aussehen und weder teuren Schmuck noch Fotoausrüstung zur Schau stellen, da dies Taschendiebe anlocken könnte.

Der historische Stadtkern ist relativ klein und lässt sich leicht zu Fuß erkunden. Der Domplatz wurde vor einiger Zeit neu gepflastert und in der Mitte des Platzes gibt es einen kleinen Elefanten aus schwarzem Lavagestein, der einen weißen ägyptischen Obelisken trägt. Einen Besuch wert ist der schwarz-weiße Dom, der der Heiligen Agata geweiht ist und in dem der berühmteste Sohn der Stadt, der Opernkomponist Vincenzo Bellini, begraben ist.

Sehenswürdigkeiten

  • Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Stadt ist La Pescheria – der Fischmarkt, ältester Markt der Stadt und einer der schönsten und größten Fischmärkte Süditaliens. Ein Besuch wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Markt ist ein Fest für die Sinne, mit frisch gefangenen Fischen und Krustentieren, Fleisch, Inselkäse, Gemüse und Obst, dazu kommt das Geschrei der der Anbieter. Auf der Pescheria erleben Sie eine andere Welt, die seit Hunderten von Jahren unverändert geblieben ist. Beste Zeit für einen Marktbummel ist der frühe Morgen.
  • Eine weitere interessante Sehenswürdigkeit ist die mächtige Festung Castello Ursino, die einst auf einer felsigen Klippe mit Blick auf das Ionische Meer gebaut wurde. Den Meerblick gibt es mittlerweile nicht mehr - der enorme Lavastrom von 1669 schob das Meer zurück und die Burg liegt nun mehr als 500 Meter von der Küste entfernt.
    Heute befinden sich in der Burg eine Kunst-Galerie und das Museo Civico mit der Sammlung des Prinzen Biscari.
  • Die schönste Straße von Catania ist die Via dei Crociferi. Sie wurde im achtzehnten Jahrhundert angelegt und ist ein wunderbares Beispiel des sizilianischen Barocks. Kirchen, Klöster und einige wenige Wohnhäuser sind wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht.
  • Ein Prunkstück des sizilianischen Rokokos und eines der ältesten Schlösser in Catania ist der Palazzo Biscari, mit Blick auf den Hafen im Herzen der Stadt gelegen und nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Das Schloss hat 700 Zimmer und es gibt Führungen, die die Besucher durch die Privatgemächer führen. Heutzutage finden hier Konzerte, Kongresse, Tagungen, Events, prächtige Diners und Hochzeitsfeiern statt.

Shopping

Zum Frühstücken, Shoppen und Kaffeetrinken, zum Aperitif und um eine Kleinigkeit essen zu gehen, kommen die Catanesen in die Via Etnea, die sich durch die Mitte der Stadt Richtung Ätna zieht. Rechts und links und in den vielen Nebensträßchen gibt es zahlreiche Kirchen, Paläste, Geschäfte, Gärten, Cafés und Restaurants. Hier kann man wunderbar die Zeit vertrödeln, Leute beobachten, einkaufen und ein paar entspannte Stunden verbringen. Da einige Teile der Via Etnea für den Verkehr gesperrt sind, macht das Bummeln und Shoppen hier wirklich Spaß. Auch die Preise sind sehr angenehm und viel niedriger als beispielsweise in Taormina. Der Corso Italia, der zum Meer führt, bietet Geschäfte mit qualitativ hochwertiger Kleidung internationaler und nationaler Marken.

Anreise

Mit dem Flugzeug: 'Catania' verfügt mit dem Airport Catania über einen eigenen internationalen Flughafen, aufgrund vulkanischer Aktivität des Etna musste er schon verschiedentlich seinen Betrieb einstellen. Nächstgelegener Ausweichflughafen wäre in Comiso, allerdings wartet dieser Flughafen nach dem Ausbau der ehemaligen Militärbasis bereits seit mehreren Jahren auf seine Eröffnung.

Mit der Bahn: Eisenbahnverbindungen bestehen über die elektrifizierte Linie Messina - Catania ( Hauptbahnhof / Stazione Centrale F.S.) - Syrakus|Siracusa in Nord-Südrichtung, die Linie Catania - Motta Sant'Anastasia - Enna - Caltanissetta stellt die Verbindung Richtung Palermo sicher, die Linie Caltagirone - Gela die Verbindung in den Süden. Die Schmalspurbahn 'Ferrovia Circumetna' hat vor allem touristische Bedeutung.

Mit dem Bus: Nach Catania bestehen Busverbindungen u.a. durch die AST ( Busstation der AST an der Stazione Centrale), der Etnatrasporti ( Busstation Etnatrasporti), der SAIS Autolinee ( Busstation SAIS Autolinee / Interbus) und regionale und Fernverbindungen mit dem italienischen Festland durch Interbus.

Auf der Straße: Die Provinzhauptstadt ist bequem auf den Autobahnen Messina - Catania - Syrakus (mautpflichtig) und aus Richtung Palermo zu erreichen. Die ''Orientale Sicula'' führt parallel der mautpflichtigen Autobahn von Messina im Norden nach 'Catania' und von dort aus weiter nach Süden bis Syrakus.

Die ''Catanese'' führt über Paterno und Leonforte nach 'Enna', die umrundet den Ätna gegen Westen und führt über Bronte nach Randazzo. Etwas südlich führt die parallel zur Autobahn entlang des 'Fiume Dittaino' ebenfalls nach 'Enna'.

Die führt südwestlich nach Caltagirone, die über Lentini - Francofonte in den Süden bis nach Ragusa.

Mit dem Schiff: Regelmäßige Fährverbindungen bestehen zwischen 'Catania' und Neapel sowie Malta.

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