Reindl bei fvw|TravelTalk Young

"Im Gespräch ergibt sich die Wahrheit!"

Der Vertriebsdirektor der FTI Group, Richard "Richy" Reindl.
FTI Group
Der Vertriebsdirektor der FTI Group, Richard "Richy" Reindl.

Wer in der Reisebranche bis an die Spitze kommen will, benötigt nicht immer ein Hochschulstudium. Doch umso wichtiger sind andere Attribute, die ein "Young" laut FTI-Vertriebsdirektor Richard Reindl mitbringen sollte.

Der FTI-Vertriebsdirektor Richard Reindl stellte sich auf dem fvw|TravelTalk Counter Place den Fragen von Nachwuchskräften der Branche. Reindl betreut sechs Monate lang die Mitglieder der Nachwuchs-Initiative fvw|TravelTalk Young.

Er habe gleich nach seinem Abitur zunächst einen 15-monatigen Zivildienst absolviert, um anschließend direkt eine Ausbildung in der Reisebranche anzutreten.

Es war offenbar einem glücklichen Zufall geschuldet, dass Reindl seinen Zivildienst ausgerechnet auf einem Flughafen leistete. Dort betreute er nicht nur physisch eingeschränkte Fluggäste, sondern kam mit allen Facetten der Reisebranche in Kontakt.

Diese Arbeit habe ihn derart "geflashed", dass er sich für die Branche entschied. "Das war eine unfassbar coole Zeit", erzählte der Top-Mentor.

Nach dem Zivildienst in die Touristik

Nach seinem Zivildienst absolvierte er eine Ausbildung, ohne ein weiteres Studium anzuhängen. Warum das eine sehr gute Entscheidung war, umschrieb er mit folgenden Worten: "Ich sagte mir, dass ich mich auch so in die Branche begeben werde – mit Abitur und ohne Studium. Dann habe ich die Chance erhalten, Karriere zu machen und mein Netzwerk aufzubauen."

Der Touristiker erklärte den jungen Teilnehmern des Webinars, dass es nicht unbedingt eines Studiums bedürfe, um sich in der Reisebranche zu behaupten. Allerdings wies er auf andere Tugenden hin, die "Youngs" mitbringen sollten.

"Ab und zu muss man einfach mal Geduld haben und Lehrphasen durchstehen. Authentisch und ehrlich muss man sein. Das ist für mich wichtig." Er sei seit 26 Jahren bei FTI und habe in jeder Phase andere Dinge gelernt. Die Touristik sei extrem wandlungsfähig und verändere sich schnell. Es gebe immer noch viele, die den Job zu schnell aufgäben. 

Seine Empfehlung: "Scheut Euch nicht davor, das eine oder andere auszuhalten! Man muss auf dem Berufsweg gewisse Dinge einstecken können. Man sollte nicht zu schnell aufgeben."

„Diese Branche wird nur dann überleben, wenn wir junge Leute begeistern können.“
FTI-Vertriebsdirektor Richard "Richy" Reindl


Auf die Frage, was der beste Abschluss sei, um eingestellt zu werden, antwortete Reindl: "Mir ist das völlig Peng. Ich mache es nicht so, dass ich den Bachelor-Absolventen einlade und die Person mit Ausbildung nicht einlade. Das hat alles dieselbe Wertschätzung für mich. Doch am Ende sage ich immer: Im Gespräch ergibt sich die Wahrheit!"

Nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Weiterbildung sei wichtig. Früher habe jeder gemeint, er müsse eine Tourismus-Fachwirt-Ausbildung machen. Doch eine hybride Weiterbildung sei viel wichtiger. Dies umfasse eine Mischung aus fachlicher und persönlicher Weiterbildung.

Allerdings gebe es für ihn bei den Bewerbungen zwei Tabus. Er erwarte, dass sich "Youngs" mit normalen Fotos bewerben. "Fotos à la Germanys-Next-Top-Model sind ein No-Go. Zu große Lücken sollte es im Lebenslauf auch nicht geben."

Der FTI-Vertriebschef nannte ein erfolgreiches Karrierebeispiel in seinem Unternehmen. Markus Schellinger, der seine Ausbildung bei FTI absolviert hatte, lebt mittlerweile in Dubai und arbeitet dort bei der FTI-Agentur Meeting Point. Dort genieße er Vorzüge, die in Deutschland nicht unbedingt vorstellbar seien. "Man kann bei FTI auch im Ausland leben und arbeiten. Das ist ein gutes Karrierebeispiel. Schaut auf die Karriereseite", empfahl Reindl. FTI biete nicht nur Ausbildungsplätze und Praktika, sondern auch Stellen für Werkstudenten an.

Auf die Frage, wie die Reisebranche mit Vorurteilen ihr gegenüber umgehen müsse, antwortete er, dass diese Branche grundsätzlich margenschwach sei. Dennoch hätten auch die in der Reisebranche beheimateten Unternehmen gelernt, dass sie bei den Job-Ausschreibungen mit allen anderen Branchen mithalten müssen, um "Youngs" anzuziehen.

Dazu gehören eine ordentliche Bezahlung, Work-Life-Balance, viel Weiterbildung und viele Möglichkeiten, im Ausland zu arbeiten. An diesem Punkt wurde Reindl besonders deutlich: "Diese Ansätze müssen die Unternehmen selbst bieten. Es gibt immer Wege, wenn ein Unternehmen will." Aus diesem Grund fordert er die Reiseunternehmen auf, ihre Budgets für die Ausbildung deutlich zu erhöhen.

"Die Branche muss nachhaltiger und digitaler werden. Also brauchen wir Euch und Euren Mut, um all diese Herausforderungen anzugehen. Ich liebe diese Branche. Wir haben das Privileg, viele Menschen und Kulturen kennenzulernen. Das macht uns Touristiker weltoffen", lautete Reindls Botschaft an die "Youngs". 

FTI "Young Weekend"
Vom 5. bis 7. August findet in der FTI-Zentrale in München das "Young Weekend" statt. Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, muss über eine FTI Young-Mitgliedschaft verfügen. Im Preis ab 39 Euro sind Verpflegung sowie das gesamte Programm inkludiert. Hotelübernachtungen können hinzu gebucht werden.

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