Kritik am Umgang mit dem Nachwuchs

So erging es den Azubis während der Pandemie

Zum Teil waren Auszubildende in der Corona-Pandemie aufgrund der vorherrschenden Kurzarbeit allein im Reisebüro, ohne dass ihnen Fachkräfte zur Seite standen.
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Zum Teil waren Auszubildende in der Corona-Pandemie aufgrund der vorherrschenden Kurzarbeit allein im Reisebüro, ohne dass ihnen Fachkräfte zur Seite standen.

Während der Counter Days Live in Österreich standen die Nachwuchskräfte besonders im Fokus. In einer Diskussionsrunde zum Fachkräftemangel haben mehrere Azubis deutlich gemacht, wie sehr sie unter der Pandemie litten.

Erstmalig waren 45 Nachwuchskräfte bei den Counter Days Live, die kürzlich im Aldiana Club Salzkammergut in Österreich stattfanden, dabei. Was sie bewegt, wie sie die Pandemie bewältigen und vor allem, ob sie in der Branche bleiben, waren einige der zentralen Fragen. "Dass der Nachwuchs so zu Wort kam, hat mir gut gefallen", sagte Tanja Bräun, Inhaberin vom Reisebüro Tanjas Reisewelt in Höchstadt. 


Azubis von Kurzarbeit ausgenommen


So erläuterten drei Auszubildende in einer Diskussionsrunde am Freitagmorgen, warum sie sich für den Beruf entschieden haben und wie sie die Touristik bewerten. Dabei wurde deutlich, wie schwer es die Azubis während der Pandemie hatten und wie sehr sie sich eine bessere Betreuung von den erwachsenen Kollegen gewünscht hätten.

Da für die Auszubildenden keine Kurzarbeit galt, waren sie diejenigen, die an manchen Tagen die Bürostandorte auf- und zuschlossen. "Mir ging es in der Zeit teilweise nicht so gut. Ich habe mich schon etwas alleingelassen gefühlt", sagte Lena Schneider (Ibero International in Frankfurt), die vor wenigen Tagen ihre schriftliche Abschlussprüfung absolviert hat.



Jasmin Klatt, Auszubildende im Globetrotter Reisebüro in Halstenbek und Simona Simic (Globetrotter in Elmshorn) mussten Krisenmanagement während der Pandemie betreiben. "Wir haben das Stornieren mehr gelernt als das Buchen", erinnert sich Jasmin Klatt. Allerdings habe sich immer eine Fachkraft um die Auszubildenden gekümmert. "Ich hatte immer einen Ansprechpartner."

Event in Österreich: Die Counter Days Live im Aldianaclub Salzkammergut


Kritik für geringe Wertschätzung der Azubis

Vivien Heydebreck, Vertriebsleiterin bei Reiseland Franchise, appellierte an die Branche, die Auszubildenden und ihre Bedürfnisse besser im Blick zu behalten. Reisebüro-Inhaber, die ihre Auszubildenden sich selbst überlassen haben, kritisierte sie scharf: "Manche Azubis haben Krisenmanagement betrieben und keine Wertschätzung erhalten. Im Gegenteil: Es wurde noch geschimpft, wenn Fehler gemacht wurden. Das lassen sich die jungen Leute nicht mehr gefallen. Sie gehen."

Die Vertriebsleiterin habe selbst erlebt, dass junge Nachwuchskräfte im Franchise ihre Ausbildung abgebrochen hätten. "Oder sie studieren, wechseln in eine andere Branche, in die Verwaltung oder in den sozialen Bereich, sobald sie mit ihrer Ausbildung fertig sind." Dabei liege es in der Hand der Branche, den jungen Menschen zu zeigen, wie toll die Touristik sei, betonte Heydebreck.



Die Vorzüge der Branche aufzuzeigen, ist auch das Ziel des Young-Programms von fvw|TravelTalk. Mit dem Programm will fvw|TravelTalk den jungen Touristikern Perspektiven aufzeigen und ihnenhelfen, in der Branche Fuß zu fassen.

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