Jobwechsel

Coaching hilft bei Neuorientierung

Wohin soll's gehen? Wer sich in der Touristik oder auch anderen Branchen beruflich neu orientieren will, muss sich zunächst selbst reflektieren.
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Wohin soll's gehen? Wer sich in der Touristik oder auch anderen Branchen beruflich neu orientieren will, muss sich zunächst selbst reflektieren.

Kurzarbeit, Entlassungen, Umstrukturierungen: Immer mehr Mitarbeiter und Führungskräfte in der Touristik müssen sich neu orientieren. Dabei hilft ein Coaching.

Durch die Corona-Pandemie wächst auch die Verunsicherung auf dem Arbeitsmarkt. Einige Kollegen sorgen sich um die Existenz und um ihren Job, andere hinterfragen ihre Karriere. "Trotz Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und massenhaft Homeoffice stellen immer mehr Mitarbeiter ihre berufliche Zukunft auf den Prüfstand", beobachtet Coach Stefanie Stocker. Berufliche Neuorientierung sei ein großes Thema – auch für Arbeitgeber, die jetzt umstrukturieren müssen.

Die Frage sei, wie können Touristikern aus kleineren Unternehmen neue Perspektiven entwickeln? "Es geht zunächst darum herauszufinden, was ich kann, was in mir steckt", erklärt Stocker. Gemeinsam mit dem Touristiker und Coach Thomas Staender entwickelte sie das Programm "Think Beyond Tourism – wie berufliche Neuorientierung gelingen kann". Das Angebot richtet sich dabei auch an Arbeitgeber, die die Kosten für die Mitarbeiter zur Hälfte übernehmen.

Das Coaching dauert acht Stunden an zwei Tagen, findet in Kleingruppen mit sechs bis acht Teilnehmern statt und wird von den beiden Experten Stocker und Staender begleitet. Derzeit würden sich durch die Kurzarbeit zu viele Touristiker in falscher Sicherheit wiegen.

"Die große Entlassungswelle wird Ende 2021 kommen, wenn das Kurzarbeitergeld ausläuft", sagt Staender. Es sei höchste Zeit, sich zum neuen Jahr um die Entwicklung seiner Persönlichkeit zu kümmern. Stocker: "Gerade jetzt, im Umbruch, kann es leichter sein denn je, gewohnte Karrierepfade zu verlassen und neue Berufswege einzuschlagen." Kontakt via E-Mail (info@thinkbeyondtourism.de).
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3.
Rainer Nuyken
Erstellt 18. Dezember 2020 12:20 | Permanent-Link

Ich denke, ein Coaching benötigen eher die Tourismus-Manager, die nach Corona ein "Weiter so" erwarten. Nur solche Unternehmen werden Ende 2021 Mitarbeiter entlassen müssen. Unternehmen, die diese Zeit aber nutzen, um sich dem Zeitgeist anzupassen, werden 2022 wieder vor dem Problem des Fachkräftemangels stehen. Denn eins ist doch wohl klar: die Reiseweltmeister sehnen sich nach kaum etwas anderem so sehr, wie endlich wieder reisen zu können. Deshalb kann es heute nicht heißen "Zuschließen und Abwarten", sondern vorbereiten auf eine neue Form von Tourismus. Ich bin mir sicher, dass es insbesondere viele Branchenfremde gibt, die durch die Krise weniger verloren haben und die jetzt ihren Einstieg in die Branche vorbereiten, sobald das Reisen wieder möglich ist.

Ingo Simandi
Erstellt 18. Dezember 2020 12:53 | Permanent-Link

@Rainer Nuyken: Branchenfremde haben wir mehr als genug, die schon genug Chaos durch Unwissenheit, Unkenntnis, Hochmut, Nichtverstehen, angerichtet haben. Es mag sein, dass die Touristik in vielen Dingen hinterher hinkt, aber es ist immer noch eine der serviceorientiertesten Branchen die es gibt, in der nicht alles via EDV zu erledigen gibt. Zudem habe ich und sicherlich auch viele andere mehrere Generationen einer Familie buchen können, das kann kein Handyvertreter von sich sagen. Die Reisebranche ist auch die Branche, die sich am schnellsten auf neue Formen, Ereignisse und andere Eventualitäten des Lebens einstellt. Wir sollten das Auto einfach mal einer Generalüberholung unterziehen und nicht immer das Rad neu erfinden und den fremden Gurus hinterher laufen.

2.
Martina Nuss
Erstellt 18. Dezember 2020 10:13 | Permanent-Link

Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe nach 40 Jahren im Reisebüro nun schweren Herzens den Schritt aus der Tourismusbranche gewagt und werde ab 2021 im Projektmanagement arbeiten. Ich warte nicht ab, bis Ende 2021 viele "auf der Strasse" stehen, zumal ich mit Ende 50, dann auch nicht mehr zur den attraktivsten für einen Arbeitgeber zähle. Es ist mehr sehr schwer gefallen, da ich meinen Beruf liebe, aber je näher das Datum rückt, je mehr ich sehe, dass auch 2021 für den Tourismus schwierig wird, desto besser fühlt sich meine Entscheidung an.

1.
Ingo Simandi
Erstellt 18. Dezember 2020 08:47 | Permanent-Link

"Die große Entlassungswelle wird Ende 2021 kommen, …". In dieser Aussage steckt die volle Wahrheit und zeigt uns unsere Zukunft auf. Eine Neuorientierung vieler KollegenInnen bedeutet, dass Fachkräfte in andere Branchen abfließen und der Reisebranche nicht mehr zur Verfügung stehen werden, es ist ein langsames Ausbluten, ein personeller Exodus. Gleichzeitig wird vom DRV und auch anderen Verbänden darüber lamentiert, dass keine jungen Menschen mehr den Beruf des Reiseverkehrskaufmannes/frau erlernen möchten. Hier gilt es umzudenken und den Beruf endlich attraktiver zu gestalten, hinsichtlich Entlohnung, Arbeitszeit und Anerkennung. Wer woanders hingeht, denkt gerne an die Zeit in der Reisebranche zurück, will aber nicht mehr zurück wechseln.

thomas schemer
Erstellt 18. Dezember 2020 18:22 | Permanent-Link

@Ingo Simandi: Die Lage ist nicht ohne Hoffnung.Menschen sind immer gereist und werden es immer tun.
Wer ihnen mit Fachwissen dabei helfen kann, wird nach Corona auf fetter Weide stehen.Und wenn Branchenfremde sich wieder in fremde Branchen verziehen,wird ihnen hier niemand nachtrauern.
Sicher wird Vieles anders.Aber Anderes zu erfahren ist auch die Grundmotivation zu reisen.



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