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Wenn Chefs die Sinnfrage stellen

Manfred Häupl, Geschäftsführer von Hauser Exkursionen, entwickelt mit seinem Team die Unternehmenskultur weiter.
Hauser Exkursionen
Manfred Häupl, Geschäftsführer von Hauser Exkursionen, entwickelt mit seinem Team die Unternehmenskultur weiter.

Die Corona-Krise ließ vor allem junge Mitarbeiter an ihrem Job zweifeln. Wie Manfred Häupl, Geschäftsführer von Hauser Exkursionen, mit der Sinnfrage umgeht.

Homeoffice und Kurzarbeit sorgten während der Pandemie für Abstand zum Joballtag und Raum für Fragen, um was es eigentlich geht. Corona ließ so viele Mitarbeiter an ihrem Job zweifeln. Für 41 Prozent der unter 30-Jährigen ist eine sinnstiftende Arbeit wichtig, so eine Studie vom Königsteiner Institut. Dabei geht es nicht nur um Firmenziele, sondern auch, ob die Strukturen stimmen und man seinen Beitrag zum Unternehmenszweck erkennen kann.

Auch Manfred Häupl, Geschäftsführer von Hauser Exkursionen stellte sich in der Krise die Grundsatzfrage: "Warum mache ich das eigentlich?" Was er fand, waren die Antworten, die ihn vor 40 Jahren bei dem Trekking-Spezialisten einsteigen ließen: "Ich möchte einen positiven Beitrag leisten, die Welt zu verändern." Die Sinnfrage brachte ihn zurück zum Kern des Unternehmens. "Es wird in der Branche eher selten über den Sinn gesprochen, dabei ist es doch für jede Firma das Fundament, auf dem man das Haus der Zukunft baut." Häupl weiß, wofür er kämpft.

Der neue, erste Magalog trägt den Titel "Neuanfang". Häupl will darin auch seine "Philosophie rüberbringen". Im Mittelpunkt des Neustarts steht ein Fünf-Punkte-Manifest für nachhaltige Reisen. Es geht um konsequenten Klimaschutz, Fairness, Qualität vor Quantität, den kritischen Umgang mit Möglichkeiten und die Verpflichtung zum Schutz der Menschenrechte.

"Diese Philosophie gilt natürlich auch bei unserem Umgang miteinander", sagt Häupl, der gerade mit den 35 Mitarbeitern an einem internen Kulturdreieck arbeitet. Sein Ziel ist, das Manifest auch im Joballtag zu leben. Grundsätzlich sieht Häupl seine Mitarbeiter nicht nur als Arbeitskraft, sondern als gleichwertige Menschen. Diskutiert wird über Sinnfragen, mobiles Arbeiten, Transparenz, Wertschätzung, Ehrlichkeit und auch eine Konfrontationskultur.

Der Weg sei nicht immer leicht: Vor Corona habe er versucht, es möglichst vielen Menschen recht zu machen. Heute habe er seinen Kernauftrag, den Sinn des Unternehmens, im Blick. "Dieser Fokus trägt mich und mein Team." Bei den Besprechungen erinnert Häupl seine Belegschaft immer wieder an die Mission, mit Reisen die Welt besser zu machen. Er lacht: "Intern nennt man mich den Master of Vision".
1 Kommentar

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1.
Dietmar Rauter
Erstellt 10. Oktober 2021 11:14 | Permanent-Link
bearbeitet

Der Antrieb, eine für viele Kunden wichtige Hilfestellung geben zu dürfen, hat schon so manchen verdrängen lassen, dass die angemessene Vergütung im Reisebüro zunächst einmal weniger wichtig erschien. Nur wenn es an die Substanz geht, wie es in der Pandemie mit Kurzarbeit der Fall war, geht der idealistische Antrieb verloren. Zumal der Alleinstellungsauftrag beim Agenturvertrieb immer weiter reduziert wird und sich eine jüngere Generation viel schneller andernorts orientieren kann.



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