Gewinner im Gespräch (Teil 3)

Moritz Lindner macht, was er liebt

Moritz Lindner hat die Plattform Reisetopia gegründet.
Privat
Moritz Lindner hat die Plattform Reisetopia gegründet.

Wie sind die Gewinner des fvwTravelTalk-Wettbewerbs Top unter 30 durch die Krise gekommen? Was steht in Zukunft an? Teil 3 der Interview-Serie mit Reisetopia-Geschäftsführer Moritz Lindner.

fvw|TravelTalk: Wie haben Sie es geschafft, gut durch die Corona-Krise zu kommen?
Moritz Lindner: Wir haben von Anfang an umgesteuert. Statt auf Fernreisen haben wir neue Reisetopia-Hotel-Angebote in Deutschland entwickelt. Dabei haben wir davon profitiert, dass bei uns Buchungen schon immer flexibel waren, ohne Anzahlung und mit kostenfreier Stornierung bis 24 Stunden vor Anreise. Zudem haben wir uns redaktionell sofort auf Rückholflüge oder veränderte Einreisebestimmungen fokussiert. Mit einem kostenlosen E-Mail-Service für gestrandete Reisende haben wir unsere Reichweite erhöht und Vertrauen aufgebaut. Hier muss ich mich bei meinem unglaublichen Team bedanken, ohne das all das niemals möglich gewesen wäre. Wir hatten im zweiten und dritten Lockdown keine Kurzarbeit, haben sogar neue Mitarbeiter eingestellt und unser Produkt weiterentwickelt.
Moritz Lindner (27)
ist Mitgründer und Geschäftsführer, Reisetopia. 2016 mit Freunden als Studenten-Blog mit Tipps zum Meilensammeln mit Kreditkarten gegründet, vermittelt das Start-up heute weltweit Übernachtungen in Luxushotels. Der Umsatz 2020 erreichte rund 1,2 Mio. Euro, das Start-up hat knapp 30 Beschäftigte.

Was haben Sie in der Krise gelernt?
Ich persönlich habe gelernt, wie wichtig transparente Kommunikation und das Aufzeigen einer gemeinsamen Zukunft sind – gerade wenn die Aussichten völlig unklar sind. Ich muss es ja trotzdem schaffen, unser Team zu motivieren, sich besonders reinzuhängen, um etwa gestrandeten Lesern zu helfen.

Welche Ziele stehen als Nächstes auf der Agenda?
Wir haben viel in CRM-Technik investiert, um den Service weiter zu verbessern. Jetzt gilt es, mit Reisetopia Hotels zu wachsen. Bis Ende 2021 wollen wir Umsatz und Buchungszahlen verdoppeln. Besonders herausfordernd dürfte dabei werden, unseren Service auf hohem Niveau zu halten oder zu verbessern und dafür auch neue Mitarbeiter zu finden.

Was ist Ihr Karrieretipp für junge Touristiker? Jeder sollte das tun, was ihn begeistert. Mit meinem Politikstudium war mein Karriereweg eigentlich ganz anders geplant. Dann entdeckte ich die Touristik. Für mich ist es heute kaum vorstellbar, nicht das zu tun, was ich liebe und lebe.

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