Deilmann-Zwillinge

Haftstrafen für Ex-Reederinnen

Die Reederstöchter Hedda und Gisa Deilmann in besseren Tagen auf dem Kreuzfahrtschiff „Deutschland“.
Reederei Deilmann
Die Reederstöchter Hedda und Gisa Deilmann in besseren Tagen auf dem Kreuzfahrtschiff „Deutschland“.

Die Zwillinge Gisa und Hedda Deilmann standen an der Spitze der Reederei Deilmann, galten als Vorzeigeunternehmerinnen. Dann kam die Insolvenz und mit ihr die finanziellen Probleme. Jetzt gibt es wegen des Vorwurfs von Steuervergehen juristischen Ärger.

Die ehemaligen Reederinnen der Deutschland, Gisa und Hedda Deilmann, sind vom Landgericht Lübeck zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Gericht habe die Schwestern der versuchten Steuerhinterziehung, des Bankrotts und der falschen eidesstattlichen Versicherung für schuldig befunden, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag.

In dem Prozess sei es um nicht gezahlte und falsche Angaben der Schwestern gegenüber einem Gerichtsvollzieher gegangen, sagte der Anwalt von Hedda Deilmann, Ralf Wassermeyer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte der Schwestern wollen Revision beantragen. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ über das Urteil berichtet. Laut Anklage sollen die Schwestern Teile ihres Vermögens vor Beginn des Insolvenzverfahrens auf andere Familienmitglieder überschrieben und dies dem Gerichtsvollzieher verschwiegen haben.

Außerdem ging es um einen Pflichtteilsanspruch der Mutter gegen ihre Töchter, der nicht ordnungsgemäß versteuert worden sein soll. Die geforderte Erbschaftssteuer in Höhe von rund 430.000 Euro sei inzwischen vollständig gezahlt worden, sagte Wassermeyer. Er hatte vor Gericht gefordert, seine Mandantin vom Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung freizusprechen. Diesen Antrag folgte das Gericht nicht. Stattdessen verhängte es für die versuchte Steuerhinterziehung Strafen von je einem Jahr und neun Monaten. Den Bankrott ahndeten die Richter mit jeweils einem Jahr und sechs Monaten, die falsche eidesstattliche Versicherung mit jeweils neun Monaten. Die Mutter der Zwillinge und der Notar der Familie, die ebenfalls angeklagt waren, wurden jeweils wegen versuchter Steuerhinterziehung zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Gisa und Hedda Deilmann hatten nach dem Tod ihres Vaters 2003 die Leitung der Reederei Peter Deilmann mit Sitz in Neustadt übernommen. 2010 musste die Reederei Insolvenz anmelden. Die Deutschland wurde 2015 an einen US-Konzern verkauft. Neues ZDF-„Traumschiff“ ist die Amadea des Bonner Reiseveranstalters Phoenix Reisen. (dpa)

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