Reisebüro-Förderprogramm

Bund schießt Geld für Auszubildende zu

In den lokalen Arbeitsagenturen können Unternehmer Unterstützung für Azubis beantragen.
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In den lokalen Arbeitsagenturen können Unternehmer Unterstützung für Azubis beantragen.

Unternehmen, die neue Auszubildende einstellen, bekommen seit Beginn dieses Monats mehr Unterstützung, unter anderem wurde die Ausbildungsprämie verdoppelt.

Die Corona-Pandemie erschwert es auch Ausbildungsbetrieben in der Touristik, weiterhin junge Menschen auszubilden. Deshalb wurden die Förderungen aus dem Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" zum 1. Juni 2021 ausgebaut. Voraussetzung für die Zuschüsse der Agentur für Arbeit ist, dass das Unternehmen in "erheblichem Umfang" von der Corona-Krise betroffen ist.

Die Erhöhung der Prämien sei zwar "lobenswert", so der Deutsche Reiseverband (DRV). Doch der DRV-Präsident Norbert Fiebig äußerte sich skeptisch: "Eine Prämie kann nur ein Bestandteil einer Lösung sein – wird aber für sich genommen die Situation nicht grundlegend verbessern können." Die aktuellen Förderungen des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" im Einzelnen:

Ausbildungsprämie Betriebe, die im neuen Ausbildungsjahr 2021 genauso viele Ausbildungsplätze besetzen wie in den drei Vorjahren, erhalten für jeden neu abgeschlossenen Ausbildungsvertrag 4000 Euro. Bedingung dafür: Hohe Umsatzeinbußen durch Corona oder wenigstens ein Monat Kurzarbeit. Bekamen bislang nur kleine und mittelständische Betriebe die Prämie, sind jetzt auch Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten förderberechtigt.

Ausbildungsplatzprämie Wer sein Angebot an Lehrstellen im Vergleich zu den drei Vorjahren anhebt, erhält für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag eine Prämie von 6000 Euro. Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei der Ausbildungsprämie.

Sonderzuschuss Kleinstbetriebe mit bis zu vier Mitarbeitern, die im zweiten Lockdown ihr normales Geschäft weitgehend einstellen mussten, bekommen pauschal 1000 Euro, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.

Übernahmeprämie Wer bis Ende 2021 Auszubildende aus einem Insolvenzfall auch bei pandemiebedingter Kündigung oder bei Abschluss eines Auflösungsvertrags unterstützt, bekommt pro übernommenem Azubi 6000 Euro.

Gehaltszuschuss Unternehmen, die ihre Auszubildenden trotz Corona-Belastungen weiter ausbilden, erhalten 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem der Arbeitsausfall mindestens 50 Prozent beträgt. Die Azubis dürfen nicht von Kurzarbeit betroffen sein. Neu ist, dass künftig auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden können, wenn diese nicht in Kurzarbeit gehen.

Prüfungskurse: Künftig werden für pandemiebetroffene Unternehmen die Kosten für externe Abschlussprüfungsvorbereitungskurse für Auszubildende zur Hälfte bezuschusst – maximal mit 500 Euro.
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