Krieg in der Ukraine

Reisebüro bittet Busunternehmen um Hilfe

Diese Familie aus Odessa hat die Reisebüro-Inhaberin Pia Emonds vom Bahnhof der polnischen Stadt Przemyśl mit nach Düren genommen.
Reiseengel Stolberg
Diese Familie aus Odessa hat die Reisebüro-Inhaberin Pia Emonds vom Bahnhof der polnischen Stadt Przemyśl mit nach Düren genommen.

Es fehle an Verkehrsmitteln, um tausende Flüchtlinge nach Deutschland zu bringen, sagt Pia Emonds, Inhaberin des Reisebüros Reiseengel in Stolberg. Sie hofft nun auf Unterstützung von Busunternehmen aus der Touristik.

Die Reisebüro-Inhaberin hat mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Flüchtlinge in der Ukraine in der Touristik schon für Aufsehen gesorgt. Bereits zwei Hilfstransporte hat sie zur polnischen Grenze organisiert. Das war vor etwa einer Woche und in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Medikamente und Taschenlampen für die Ukrainer

Mit insgesamt vier Transportern ist Pia Emonds zur Grenze gefahren, um unter anderem Medikamente, Batterien, Stromgeneratoren, Powerbanks und Taschenlampen für die Flüchtlinge zu überbringen. Unterstützt wurde sie dabei von Christopher Kusch, der eine Versicherungsagentur in Stolberg leitet und schon deshalb eine große Hilfe ist, weil er die polnische Sprache beherrscht, sowie Marc Kerres (Kerres Catering), Arbeitsring anerkannter Blindenwerkstätten Schlich GmbH in Hürtgenwald, VW Krings in Simmerath, Tobias Zirpel (Orascom Hotels) und dem Verein Potenzial Mensch in Düren.

Live-Talk am 10. März, 15 Uhr zur Ukraine-Hilfe
Um ein genaueres Bild von der Situation in dem Land und in der Grenzregion Polens zu erhalten, sprechen wir in einem Round-Table-Talk "Ukraine-Helfer aus der Touristik berichten" am 10. März um 15.00 Uhr mit Akteuren, die in den vergangenen Tagen Hilfstransporte organisiert haben oder zum Teil selbst an die Grenze von Polen zur Ukraine gefahren sind.

Über diesen Link geht's zur kostenfreien Registrierung.

Mit dabei sind: 
Reisebüro-Inhaberin Pia Emonds aus Stolberg, Marten Lange-Siebenthaler, Geschäftsführer von Dreizack Reisen in Berlin sowie Manfred Häupl, Geschäftsführer von Hauser Exkursionen.

"Es fehlt an Bussen für die Flüchtlinge"

Auf Facebook und Instagram erhielt sie für ihr selbstloses Engagement viel Lob. Von ihrer jüngsten Tour zur polnischen Stadt Przemyśl, die an der Grenze zur Ukraine liegt, kehrt sie allerdings stark beunruhigt zurück. "Es ist unerträglich. Frierende Kinder mit ihren völlig erschöpften Müttern, die tagelang unterwegs waren."

Die Grenzregion von Moldawien platze aus allen Nähten. "Es fehlt an Transportmitteln, um die Flüchtlinge zu verteilen. Rund 400 Flüchtlinge harren in Przemyśl aus, die sofort nach Deutschland möchten. Aber es gibt keine Busse", sagt sie. 

Reiseengel Stolberg

Unbürokratische und schnelle Hilfe gewünscht

Nun bittet die Reisebüro-Inhaberin Busunternehmen um Unterstützung. "Natürlich sollen die Busfirmen das nicht umsonst machen. Aber eine unbürokratische Hilfe und ein preisliches Entgegenkommen würde helfen." Die Kosten bezahlt Pia Emonds aus Spendengeldern. Mehrere tausend Euro hat sie bereits eingenommen. Dadurch konnte sie zwei Busse für kommendes Wochenende chartern, um etwas Abhilfe zu schaffen. "Aber das reicht bei Weitem nicht. Wir brauchen dringend mehr Busse."

Reiseengel Stolberg

Sie nahm eine Mutter und zwei Kinder mit

Pia Emonds hat selbst eine Mutter und zwei Kinder, die aus Odessa geflüchtet waren, auf ihren Rückweg mit nach Deutschland genommen. Dafür gab es eine konkrete Anfrage vom Verein Potenzial Mensch in Düren, der sich auf die Betreuung und Begleitung Geflüchteter spezialisiert hat. "Dass wir uns hier in Stolberg für die Ukrainer engagieren, hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet", sagt Pia Emonds.

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