19. Januar | Round Table

Urlaub machen in autoritären Staaten?

Mit dabei sind: Anke Budde, Peter-Mario Kubsch, Antje Monshausen und Ralf Hieke.
fvw|TravelTalk
Mit dabei sind: Anke Budde, Peter-Mario Kubsch, Antje Monshausen und Ralf Hieke.

Aktuell ist das Thema länger schon, doch die Debatte um die Fußball-WM Katar hat es neu befeuert: Darf man Reisen in Staaten anbieten, die autokratisch regiert werden? Darüber geht es beim Round Table von fvw|TravelTalk am 19. Januar 2023.

Für Antje Monshausen ist klar: "Das Geld der Reisenden hat eine stabilisierende Wirkung auf Diktaturen und autokratische Regime. Sie profitieren von den Einnahmen aus dem Tourismus, aber auch von einem positiven Image, das Reisende in die Welt tragen", sagt die Leiterin von Tourism Watch bei Brot für die Welt. "So entsteht eine Akzeptanz für Unterdrückung und Gewalt, die von diesen Staaten ausgeht." 

Doch die Sache hat eine zweite Seite, denn "gleichzeitig ist der Tourismus bisweilen auch ein Fenster zur Welt für die Menschen, die in diesen Staaten leben", sagt Monshausen. Sie fordert denn auch eine systematische Menschenrechtsstrategie in touristischen Unternehmen

Wie diese aussehen könnte und wie die Reisebranche insgesamt mit Destinationen umgeht (oder umgehen sollte), in denen Menschen ihrer Freiheitsrechte beraubt werden, darum geht es in einem virtuellen fvw|TravelTalk Round Table am Donnerstag, 19. Januar 2023, ab 11 Uhr. Er findet auf dem Portal Counter Place statt.

So geht es zum Counter Place
Sie kennen den Counter Place noch nicht? Dann schauen Sie doch mal rein. Unsere neue Kommunikationsplattform bietet dem Reisevertrieb zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren, und bringt wertvolle Produkt- und Verkaufstipps. Nicht zuletzt können Sie hier networken, sei es mit Touristikern in Reisebüros oder mit Leistungsträgern. Wer sich noch nicht registriert hat, kann das auf der Website www.counterplace.de nachholen

Antje Monshausen wird ebenso mit von der Partie sein wie ASR-Präsidentin Anke Budde, DRV-Vizepräsident und fairweg.de-Gründer Ralf Hieke sowie Studiosus-Inhaber Peter-Mario Kubsch. Die Teilnahme ist kostenfrei. Hier geht es zur Anmeldung. Oliver Graue und Martin Jürs, Redakteure bei fvw|TravelTalk, moderieren die redaktionelle Session.


3 Kommentare Kommentieren

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3.
Jan Lehmann
Erstellt 5. Januar 2023 16:55 | Permanent-Link

Ich halte es mit Deniz Ugur. Es lässt sich so ziemlich in jedem Land der Welt etwas finden, was man moralisch anprangern könnte. Da verbietet sich eigentlich gerade für uns Deutsche der erhobene Zeigefinger (oder der zugehaltene Mund ?). Durch den Austausch der Kulturen, welcher zwangsläufig durch den Tourismus stattfindet, werden beiderseits Kanten abgeschliffen und der Weg für Verbindendes geebnet. Es sollte eine absolut individuelle Entscheidung sein, in die kein Gremium missionarisch hinenreden sollte - wer es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, muss halt bestimmte Länder meiden.

2.
Steffen Butzko
Erstellt 5. Januar 2023 09:38 | Permanent-Link

Ich möchte mit meinem unternehmerischen Tun keine anti-demokratischen Regierungen unterstützen und schon gar keine, die Menschenrechte missachten. Aber wo die Grenzen setzen? Muss dann auch Budapest als City-Tripp gestrichen werden, weil ein Viktor Orban ganz offensichtlich kein Demokrat ist? Was ist mit Dubai? Das Oberhaupt hat seine Frau misshandelt, so dass sie sich genötigt sah zu fliehen. Mit Ägypten und der Türkei werden zwei Mittelmeer TOP-Destinationen von Staatsoberhäuptern bzw. Regierungen geführt, die alles andere als Vorbilder für Demokratie hinhalten können. Werden Studienreise-Anbieter Iran dieses Jahr aus dem Programm nehmen, weil das dortige Regime Frauenrechte weiterhin massiv unterdrückt und Russland mit Drohnen versorgt? Usw.

Ich finde es in jedem Fall sehr wichtig, dass dieser Aspekt neben dem Thema "Nachhaltigkeit" in unserer Branche stärker diskutiert wird und gemeinsame Lösungen gefunden werden.

1.
Deniz Ugur
Erstellt 3. Januar 2023 15:08 | Permanent-Link

Der Tourismus stärkt meistens liberale Kräfte. Der Wandel braucht grundsätzlich Zeit. Durch Tourismus entsteht eine Möglichkeit Werte und Ansichten auszutauschen. Dieser Austausch, und hier liegt die fehlerhafte Erwartung, kann nicht immer dort enden wo man andere Völker geradezu missionarisch von der eigenen Ansicht überzeugt.



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