Meine Woche | KW 34

Darum sollten Sie nicht in Molwanien investieren

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet BizTravel-Chefredakteur Oliver Graue über seine Woche im Business Travel.

Montag, 17. August 2020

Zugegeben, was sich rund um die Wirecard-Pleite abspielt, ist ein Betrugsskandal allerersten Ranges. 1,9 Milliarden Euro, die sich mal eben in Luft auflösen – das hat schon was. Und drumherum stricken sich weitere dubiose Dinge wie die angebliche Flucht des Wirecard-Vorstands Marsalek nach Russland, mögliche Verbindungen zum dortigen Geheimdienst und das angebliche libysche Söldnerheer des Managers.

Und doch: Finanzbetrug wie dieser ist nicht neu; auch Luftgeschäfte gab es immer schon. Und immer wieder fallen Tausende Menschen – gutgläubige Anleger und selbst hohe politische Ebenen – darauf herein.

Von einem durchaus ähnlich gelagerten Finanzskandal habe ich nun in der "Neuen Zürcher Zeitung" gelesen. Dieser geschah vor fast 200 Jahren, und was heute "Wirecard" heißt, hieß damals "Poyais". Der Schotte Gregor MacGregor brachte Tausende seiner Landsleute dazu, in diesen mit Bodenschätzen und fruchtbarer Erde gesegneten Staat zu investieren.

Einziger Haken an der Sache: Bei dem angeblich "gesündesten und schönsten Ort der Welt" handelte es sich nur um ein Stück Dschungel mit reichlich Tropenkrankheiten. Genau genommen existierte Poyais also gar nicht – genau wie die 1,90 Milliarden Euro von Wirecard.

Seien Sie, liebe Leserinnen und Leser, also skeptisch, wenn Ihnen hohe Zinsen versprochen werden, sollten sie ihr mühsam Gespartes in einen neuen Staat investieren. Nennen wir ihn mal Molwanien: Das Land ist nicht nur jetzt zu Corona-Zeiten nicht zu bereisen, sondern nie. Und Ihr Geld ist futsch.

Samstag, 15. August 2020

Manchmal frage ich mich: Handelt es sich bei der vielbeschworenen "Generation Z" womöglich um eine "Generation Weichei"?

Zugegeben, nicht jeder, der die Maske unterm Kinn statt über Mund und Nase trägt, gehört dieser Generation an – aber meiner Erfahrung nach sind es doch überraschend viele. Erinnert man diese Heranwachsenden an die Maskenpflicht, sagen sie, sie würden unter dem Schutz keine Luft bekommen, zudem sei es sehr heiß darunter. Wirklich sooo schlimm???

Gesagt sei aber in jedem Fall, dass es sich um Minderheiten handelt. Gut 90 Prozent der Schüler und Jugendlichen tragen ihre Masken vorbildlich.



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