Best Practice

Mit neuer Kraft aus der Corona-Krise

Marc Will, Inhaber von Intertours
Intertours
Marc Will, Inhaber von Intertours

Der mittelgroße Frankfurter Geschäftsreiseanbieter Intertours nutzt die Krise zu strategischen Änderungen. Diese betreffen die Technik, aber auch die globale Tätigkeit und das Personal.

Geschäftsreisen finden derzeit kaum statt, und viele Anbieter der Branche befinden sich denn auch in einem finanziell stark angeschlagenen Zustand. Erste Hotels, die besonders vom Dienstreise- und Mice-Segment leben, haben bereits Insolvenz erklärt. Und große Business-Travel-Ketten streichen massiv Stellen. So schrumpft in der Pandemie – wie berichtet – BCD um 3000 seiner insgesamt 15.000 Jobs.


Zugleich begegnen Anbieter der Krise mit strategischen Änderungen. Dazu gehört die mittelgroße und inhabergeführte Travel Management Company (TMC) Intertours. Das 1982 gegründete und in Frankfurt am Main ansässige Unternehmen hat, um sich klarer als bislang im Business-Travel-Bereich zu positionieren, gleich drei Schritte getan.

"Wir glauben fest daran, dass Unternehmen Geschäftsreisen wirtschaftlicher organisieren können", sagt Gesellschafter Marc Will – ganz besonders nach der Krise, wenn bei vielen Firmen Einsparmaßnahmen auf der Tagesordnung stehen könnten.

Daher habe Intertours gemeinsam mit seinem IT-Partner Atriis eine neue Travel-Plattform entwickelt. Diese beziehe ihren Content aus mehreren GDS, habe Schnittstellen zu Billigfliegern und sei NDC-basiert. "Wir konnten die Krise dazu nutzen, den über die Jahre nicht mehr zentral zur Verfügung stehenden Content wieder zusammenzuführen", sagt Marc Will.

Alle Prozesse sind intergriert

Auf diese Weise könnten Unternehmen auf wettbewerbsfähige Preise zurückgreifen und gleichzeitig der Gefahr des "wilden" Buchens an den Reiserichtlinien vorbei begegnen. Einsparungen seien durch die stark erweiterte Buchungsplattform auch möglich, ohne auf die Integration der Richtlinien und der Genehmigungs- und Abrechungsprozesse zu verzichten. Sämtliche Prozesse erfolgten dabei über eine einzige Oberfläche.

In einem zweiten Schritt hat Intertours seine weltweite Partnerschaft vorangetrieben. Um auch als mittelständisches Einzelbüro global agieren zu können, hat sich die Frankfurter Agentur dem "Travel Leaders Corporate Network" angeschlossen. Das Netzwerk von Geschäftsreisebüros ist in mehr als 90 Ländern aktiv und kommt auf einen Gesamtumsatz von rund 20 Mrd. US-Dollar. "Wir sind nun exklusiver Partner für Deutschland", sagt Will.

Zeit für Ausschreibungen

Und schließlich hat sich Intertours personell verstärkt: Der zuvor bei Santa Fee, American Express GBT und BCD tätige Thorsten Hild ist zu dem Unternehmen gestoßen. Grund, so Will: "Die Anzahl der Ausschreibungen und Kundenprojekte ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. Viele Firmen nutzen die Zeit der Krise, um etwa die Möglichkeiten durch NDC kennenzulernen und einzuführen."

stats