Meine Woche | KW21

Von leckeren Broten und Billabong-Königen

Oliver Graue ist Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk.
FVW Medien
Oliver Graue ist Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk.

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Sonntag, 22. Mai 2022

Ich bin ein Brot-Fan. Auf die warme Mahlzeit mittags oder abends kann ich verzichten (natürlich nicht immer), wenn ich stattdessen frisches, leckeres Brot essen kann – egal ob "Eifeler Landbrot", Mehrkorn, Schwarzbrot, Buchweizenbrot, Fladen oder klassisches Weißbrot. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle alle Brotsorten aufzuführen: Insgesamt soll es davon mehr als 300 in Deutschland geben, die 2014 wegen ihrer weltweit einzigartigen Vielfalt von der Unesco als immaterielles deutsches Kulturerbe eingestuft wurden. Fest steht nur: Vermutlich mag ich sie alle. Gern auch nur mit etwas Butter bestrichen (wobei ich auch Käse sehr schätze).

Auch wenn ich im Ausland unterwegs bin, schaue ich daher gern in der einen oder anderen Bäckerei vorbei. Und dabei mache ich sehr unterschiedliche Erfahrungen – sie reichen von Enttäuschung bis Faszination. Letzteres war dieser Tage der Fall, als ich in Griechenland (genauer: in Makedonien) diverse Bäckereien besuchte.

Welche ernorme Vielfalt an Brot- und anderen Gebäcksorten sich dort vor meinen Augen auftat, erstaunte mich. Das eine sah leckerer aus als das andere. Alles probieren konnte ich leider nicht, aber vom Olivenbrot (mit sehr vielen Oliven!) und knusprigen Kringeln in Geschmackssorten von Sesam über Rote Beete, Käse und Zimt bis Schokolade musste ich mir natürlich etwas mitnehmen. Bereut habe ich es nicht.

Umso bedauernswerter finde ich, dass ausgerechnet in Deutschland – dem Land des Brotes – die "Schnittchen-Dämmerung" droht, wie ich es kürzlich in einer Zeitung gelesen habe. Vor allem zum "Abendbrot" komme immer seltener Brot auf den Tisch, haben Ernährungsforscher herausgefunden. Stattdessen werde warm gegessen und eher leicht. Brot gilt als zu kohlenhydratelastig.

Ich gebe zu: Esse ich mittags nichts Warmes, hole ich das manchmal am Abend nach. Aber vom Brot als einem meiner Lieblingsessen werde ich mich garantiert nicht verabschieden. Es schmeckt einfach zu gut.

Montag, 23. Mai 2022

Ein brutaler Angriffskrieg und immer mehr autoritäre Regime: Um Demokratie und Menschenrechte steht es derzeit nicht gut in weiten Teilen der Welt. Mitunter scheinen Menschen geradezu fasziniert zu sein von "starken Männern", von Herrschen, die ihren Willen rücksichtslos und aggressiv durchsetzen.

Wie sich Kindern auf kurzweilige, humorvolle und natürlich kindgerechte Art beibringen lässt, dass Solidarität, Mitdenken und kritisches Hinterfragen der bessere Weg ist als die Akzeptanz eines egoistischen Herrschers, das zeigt Matthias Kröner auf. Mit "Der Billabong-König" ist ihm ein in jeder Hinsicht ausgezeichnetes Kinderbuch gelungen (erschienen im Verlag Beltz & Gelberg, 162 Seiten, 15 Euro).

Beltz & Gelberg


Die Geschichte besteht aus einem Gespräch zwischen dem Autor (der eigentlich eine Tierfabel erzählen will und genau das dann auch tut) und Ben, der als Krokodil stolzer Herrscher über seinen Billabong-Sumpf ist. Auch wenn er der König ist – Ben ist sympathisch, liebenswürdig, wenn auch ein wenig selbstgerecht. Jedenfalls muss er immer das letzte Wort haben.

Allerdings probt der eher fiese Kaukasius Grätenzieher, ein Krokodilwächtervogel, den Aufstand gegen Ben. Doch er kommt nicht dazu, eine Diktatur zu errichten, weil sich die Tiere ihrer Stärke besinnen und weil der moralisch denkende Ben sie auf ihrer Seite weiß. Kröner erzählt das Ganze nicht nur höchst witzig, sondern vermittelt auf geschickte und völlig dezente Art seine Botschaft, besser selbst über Dinge nachzudenken, als irgendeinem autoritären Herrscher Glauben zu schenken.

Ein weiterer Höhepunkt des Buches sind die vielen liebevollen Zeichnungen von Mina Braun, die an klassische Siebdrucke erinnern. Sehr zu empfehlen!

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