Meine Woche | KW14

Einen schönen guten Tag, Herr ... äh ...

Oliver Graue ist Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk
FVW Medien
Oliver Graue ist Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Sonntag, 3. April 2022

Irgendwie peinlich ... Erinnern Sie sich noch an den Werbespot, in dem sich zwei Männer auf dem Flur eines Bürohauses begegnen, die sich zwar kennen, aber die die Namen ihrer Gesprächspartner vergessen haben? Der Spot muss in den 80ern oder Anfang der 90er gelaufen sein. "Guten Tag, Herr … äh ...", sagt der eine, während er dem anderen seine Hand ausstreckt. Der wiederum schaut erschreckt – ob so viel Vergesslichkeit.

Mit geht es in letzter Zeit immer wieder so. Bei einer kleineren Webkonferenz bat der Moderator kürzlich alle Teilnehmer, sich der Person, die neu in dieser Runde war, kurz vorzustellen. Natürlich bin auch ich diesem Wunsch nachgekommen, jedenfalls bis mich der "Neue" mit den Worten unterbrach: "Ach, schön, Dich wiederzusehen, Oliver."

Und selbst bei (Online-)Interviews ging es mir schon so. "Och, Herr Graue, wir kennen uns ja jetzt aber auch schon lange", begrüßte mich dieser Tage ein Gesprächspartner. Hmm. Nun ja, stimmt, Herr ... äh ...

Ist das Alter daran schuld? Ist es die lange Entwöhnung von Live-Events durch Corona? Oder ist es einfach nur normal? Immerhin habe ich auch schon den umgekehrten Fall erlebt: Freudig habe ich eine Person begrüßt, der ich vor einigen Jahren bereits live begegnet bin, doch das Fragezeichen in deren Kopf stand quasi auf der Stirn geschrieben.

Vielleicht sollte ich mir die alten Reklame noch einmal anschauen. Denn wenn ich mich richtig erinnere, wurde dort für ein Mittel geworben, dass die grauen Zellen angeblich wieder auf Trab bringen soll. Wie es heißt? Das habe ich leider vergessen.

Montag, 4. April 2022

Die ersten Bände der neuen Reihe "Stadtabenteuer" im Michael-Müller-Verlag erschienen kurz vor der Pandemie, vor zwei Jahren. Auf der (virtuellen) ITB wurden sie mit einem Award bedacht. Denn, so die Jury: "In diesen Reiseführern dürfen sich die Autorinnen und Autoren mit ihrem subjektiven Erlebnis-Ich so richtig in ihrer City austoben und das Korsett herkömmlicher Reiseführerkonzepte lockern. Das liest man gern, und man gewinnt das vertrauliche Gefühl: Die waren alle vor Ort oder sind wirklich "von hier" und kennen sich bestens aus."

Nun sind vier weitere Bände erschienen. Und die reichen über die reinen Stadtabenteuer hinaus. Denn neben Paris und Stockholm geht es diesmal um "Berlin außenrum", also Brandenburg ("Überlandabenteuer") und um Mallorca ("Inselabenteuer"). Preiswürdig sind sie alle vier (jeweils 240 Seiten, Preis: 17,90 Euro).

Michael Müller Verlag

Ich habe ein kleines Gespräch mit dem Herausgeber der Reihe, Matthias Kröner, geführt.

Herr Kröner, was unterscheidet ein "Stadtabenteuer" von den klassischen Sehenswürdigkeiten?

Bei der MM-Abenteuer-Reihe haben wir das übliche Reiseführer-Konzept einmal umgedreht. Die Sehenswürdigkeiten werden klein-, die Erlebnisse großgezogen. Dabei haben wir ausschließlich Mikroabenteuer ausgewählt, die jede und jeder selbst erleben kann!

Was muss ein Abenteuer bieten, damit es zum "Stadtabenteuer" wird?

Wichtig ist, dass diese Erlebnisse im Regelfall ganzjährig und häufig stattfinden. Außerdem war es uns wichtig, dass mehr als die Hälfte der Abenteuer in einem Buch kostenlos oder günstig (= nicht mehr als 12 Euro pro Person) sind. Das Wichtigste: Es handelt sich um Unternehmungen, die die Mentalität einer Stadt, einer Insel oder einer Region spiegeln. So geht es zum Beispiel um eine Versteigerung bei Christie's, um den geheimen ABC-Bunker unter dem Hamburger Hauptbahnhof oder den Fluchtweg der Päpste im Vatikan.

Neben den Stadtabenteuern gibt es diesmal auch ein Überland- und ein Inselabenteuer. Welche Idee steckt dahinter?

Wir haben die Ursprungsidee, die für Weltstädte und Metropolen geplant war, nun auch für eine Insel und eine Region umgesetzt – und wollen diesen Weg weiter gehen. Denn das hat sehr gut funktioniert! Auch auf Mallorca oder in Brandenburg gibt es Abenteuer zu erleben, von denen man gar nicht wusste, wie spannend und ungewöhnlich sie sind …

Haben Sie ein Lieblingsabenteuer?

Als Herausgeber und Mit-Autor (ich habe den Hamburg-Band geschrieben) spreche ich mit den Autorinnen und Autoren sehr genau ab, welche Abenteuer in die Bücher gelangen. Deshalb fällt es mir wirklich schwer, mich für einzelne zu entscheiden. Wenn ich jetzt doch muss, möchte ich den Spaziergang über das Dach eines Schlosses in der Nähe von Stockholm hervorheben. Und in Paris gibt es eine feministische Tour durch Montmartre - sehr spannend!

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