Meine Woche | KW 42

Von heiteren und dunklen Seiten des Reisens

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 18. Oktober 2021

Von gut gelaunten Zugbegleitern hatte ich in der vergangenen Woche an dieser Stelle berichtet – solche, die einem das Bahnfahren trotz Verspätungen zu einer angenehmen Sache werden lassen. Einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, haben mir daraufhin E-Mails geschrieben mit ähnlichen Erlebnissen.

Und die brachten mich erneut zum Schmunzeln. "Leider führen wir heute keinen Wagen 6 mit uns. Den haben wir irgendwo stehengelassen", erfuhr zum Beispiel eine Leserin über Lautsprecher, als sie auf dem Weg nach München war. Zum Glück – so schrieb sie mir weiter – hatte sie ihre Reservierung in Wagen 7.

Ein Leser wiederum konnte sich von den hervorragenden Englischkenntnissen seines Schaffners überzeugen. Denn der begrüßte seine Fahrgäste wie folgt: "Guten Tag, liebe Fahrgäste, mein Name ist David Jäger, und ich bin heute ihr Zugbegleiter. Ladies and Gentlemen, my name is David Hunter."

Ich muss dabei auch immer wieder an den Zugbegleiter denken, der die Stationen bei uns im Norden in breitestem Plattdeutsch angekündigt hat. Was ich verstanden habe? Ehrlich gesagt fast nichts. Aber trotzdem war es klasse – und es hörte sich sehr gut an.

Dienstag, 19. Oktober 2021

"Die geilste Lücke im Lebenslauf" – so nannte der Würzburger Nick Martin sein Anfang vergangenen Jahres erschienene Buch, in dem er höchst kurzweilig und sympathisch über seine viele Jahre währende Weltreise berichtet.
Conbook

Das in dieser Zeit des Unterwegssein längst nicht alles Eitel-Sonnenschein war, zeigt er nun in seinem neuen Werk. Es trägt den langen Titel "Die geilste Lücke im Lebenslauf – Die dunkle Seite: Was nicht so geil war in 10 Jahren Weltreisen" (erschienen bei Conbook, 288 Seiten, 19,95 Euro), und es hält genau das, was diese Sätze versprechen: Vom Muskelfaserriss, den er sich beim Baden zuzog, schreibt er darin, aber auch von Betrügern, korrupten Polizisten, bedrückender Armut und schlimmsten Sonnenbränden trotz Lichtschutzfaktor 50.

Dies verpackt er in einen Ton, der ganz und gar nicht vom Reisen abschrecken soll – vielmehr ist das Ganze auch als Kritik an den immer "tollen" Bildern und Erlebnissen in den sozialen Medien zu lesen. Und trotz aller Tragik wirkt das Ganze schon deshalb nicht negativ, weil er seinen lässigen Schreibstil beibehält, und weil er versucht, aus den Erlebnissen Lehren zu ziehen und dabei immer positiv zu bleiben.

Ein ehrliches, authentisches Buch!


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