Meine Woche | KW33

Daten statt Staub: Saugroboter in action

Oliver Graue ist Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk.
FVW Medien
Oliver Graue ist Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk.

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel – und über andere Begebenheiten.

Sonntag, 14.8.2022

Kobi ist cool. Und er ist fleißig, sehr fleißig. Manchmal allerdings ist er ein wenig überambitioniert, wenn er auch dem kleinsten Papierschnitzelchen oder Staubkorn nachjagt und dabei versucht, auch solche Hindernisse zu überwinden, die für einen Saugroboter wie ihn einfach zu hoch sind.

Kurz gesagt: Wir sind glücklich mit Kobi, und das nun schon seit zehn Jahren. Und nachdem nun bekannt wurde, dass der Internet-Konzern Amazon einen der großen Hersteller von Saugrobotern schlucken will, sind wir noch glücklicher, dass wir uns nicht für das Produkt dieses Herstellers entschieden haben, sondern für das eines bekannten deutschen Produzenten.

Denn natürlich kauft der Giga-Konzern den Saugroboter nicht, um ins Sauggeschäft einzusteigen. Jedenfalls nicht ins klassische. Vielmehr geht es ihm ums (Ab-)Saugen weiterer Daten. Denn mit der Zeit wissen die kleinen Roboter um den Grundriss der Wohnung, die sie säubern: Bei ihrer Arbeit erfassen sie durch ihre Sensoren Daten, die sie erlernen. Experten sprechen von der "Smart Map". Und im Gegensatz zu dem deutschen Hersteller, dem unserer Kobi entstammt, sind die Daten bei dem Amazon-Übernahmekandidaten nicht im Gerät, sondern auf externen Servern gespeichert.

Auf diese Weise erfährt der Konzern, wie groß die Wohnung ist, wo Möbel stehen, ob Haustiere im Haushalt leben und wann die Bewohner (nicht) zu Hause sind. Der Saugroboter wird also zu einem ähnlichen "Spion" wie der Sprachdienst Alexa.

Ich weiß: Die meisten Menschen stören sich heute nicht mehr daran, wenn alles über sie bekannt ist und sie keine Privatsphäre mehr haben – vieles geben sie ja selbst über Facebook & Co preis. Ich hingegen gehöre noch einer Generation an, die über ihre persönlichen Daten selbst bestimmen will. Und die Überwachung und übertriebenes Dateneinsammeln ablehnt, egal ob dies staatlich geschieht durch ein totalitäres Regime oder durch einen privaten Konzern. 

Da lobe ich mir meinen Kobi.

Samstag, 13.8.2022

Wie erfolgreich wäre wohl eine US-Currywurst-Kette in Deutschland? Würden in Hamburg, Berlin oder gar Bochum die Menschen dorthin stürmen, um sich endlich mal eine "original amerikanische Currywurst" zu genehmigen? Oder um sich diese vom ketteneigenen Lieferdienst nach Hause bringen zu lassen?

Hmm, keine Ahnung. Tatsache ist nur: Was die Currywurst (und, naja, der Döner) für Deutschland ist, das ist die Pizza für Italien. Und dort hat die US-Pizzakette Domino nach gerade mal sieben Jahren nun ihre letzte Filiale geschlossen. Eigentlich wollte das Unternehmen 880 Lokale eröffnen und die lokale Konkurrenz ausstechen.

Daran waren die Italiener dann aber wohl doch nicht interessiert – man vertraut lieber den einheimischen Bäckern. Und ich kann es gut verstehen, dass sie sich nicht von einem ausländischen Konzern so einfach den Mozzarella von der Pizza nehmen lassen wollen. Zugleich muss ich gestehen: Ich mag ja auch die American Pizza, herrlich luftig und locker. Und belegt mit Popcorn, Krabben und Honig. Dann aber am liebsten vor Ort in New York. Angeblich soll die Pizza dort übrigens erfunden worden sein.


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