Meine Woche | KW 28

Warum "normal" für uns so ungewohnt ist

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 12. Juli 2021

Zugegeben, vom "Normal" – ob nun "neu" oder "alt" – sind wir noch ein ganz schönes Stück entfernt. Zwar fahren viele Deutsche wieder in den Urlaub und füllen sich so langsam auch die Büros, und wer dieser Tage in den Innenstädten unterwegs ist, bemerkt kaum noch einen Unterschied zu Vor-Pandemie-Zeiten (zumindest, was die Zahl der Menschen in den Fußgängerzonen betrifft).

Aber in vielen anderen Bereichen erleben wir nach wie vor große Vorsicht und – wenn überhaupt – nur ein langsames Herantasten an den von "früher" gewohnten Alltag. Zum Beispiel in der Geschäftsreise. Bahn und Lufthansa verbuchen zwar mehr Dienstreisende an Bord ihrer Züge und Maschinen, doch das Voranschreiten der Delta-Variante lässt Unternehmen nun doch wieder zurückhaltender bei Reisebuchungen werden.

Und noch etwas kommt hinzu: Nach 15 Monaten weitgehendem Reiseverzicht und – jedenfalls für viele – auch Homeoffice, müssen wir uns ersteinmal wieder daran gewöhnen, Menschen in größerer Zahl zu treffen. Eine Travel Managerin erzählte mir kürzlich von ihrem ersten Besuch einer Großveranstaltung nach vielen Monaten rein digitalem Tagen, ein Kongress mit mehreren hundert Teilnehmern.

"Das ist schon ein komisches Gefühl, plötzlich wieder so viele Menschen um sich herum zu haben", erzählte sie. Vor allem, weil man plötzlich auf Dinge achte, die vor Corona völlig irrelevant waren: Halte ich genügend Abstand zu meinem Gesprächspartner ein? Hat dieser seine Maske richtig auf? Ob er/sie wohl schon vollständig geimpft ist?

Es ist schön, dass sich die Lage nun so langsam wieder normalisiert. Aber bis wir alle auch mental und gefühlsmäßig wieder in der Normalität angekommen sein werden, wird es sich noch etwas länger dauern.

Dienstag, 13. Juli 2021

"Herr Rossi sucht das Glück" – so hießt eine Zeichentrickfilmserie in den 70er-Jahren, die als Kind zu meinen Lieblingssendungen gehörte. Dass wir nach wie vor die Formel für ein gutes, glückliches und erfülltes Leben nicht gefunden haben, zeigt die riesige Menge an Glücksratgebern und erfolgreichen Zeitschriften wie Landlust & Co – von denen wir uns ja ebenfalls Glück versprechen.

Dabei ist diese Suche nach dem Glück wohl genau das, was alle Menschen dieser Welt vereint. Und: In jedem Volk haben sich im Lauf der vergangenen Jahrhunderte oder Jahrtausende Glücksformeln herausgebildet, also Traditionen, Brauchtümer, Eigenarten, die man als glücksfördernd erkannt hat und die längst zur Kultur der jeweiligen Völker geworden sind.
Lonely Planet

"Guide To Life", so heißt ein mehr als 400 Seiten dickes Buch, das die Glücksformeln aus insgesamt 86 Ländern vorstellt (erschienen bei Lonely Planet, 24,90 Euro). Die Gemütlichkeit (Hygge) der Dänen ist zwar ebenso bekannt wie das gute Essen der Franzosen oder unsere deutsche Liebe zum Wald: Doch wie halten es Kubaner, Waliser, Tschechen, Albaner, Jordanier oder Nepalesen?

In diesem liebevoll erstellten Band dürfte jeder seine persönliche Glücksformel finden – oder zumindest Anregung für die angenehmsten Wege!

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