Meine Woche | KW 25

Warum eigentlich alles ganz simpel ist

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 21. Juni 2021

"Warum spießig reisen heute wieder cool ist", so hatte ich meine Kolumne in der vergangenen Woche genannt. Mit dem Credo: Ja, ich fahre gern Bahn, ich bereise gern Nahziele und Natur, und ich habe viel Spaß mit so simplen Aktivitäten wie dem Wandern. Viele Leserinnen und Leser haben mir geschrieben, mich angerufen, den Beitrag geteilt – ausnahmslos zustimmend. Vielen Dank für diese netten Reaktionen, über die ich mich sehr freue!

Wie cool "retro" ist, fällt mir inzwischen bei vielen Dingen auf. Und alle haben eines gemeinsam: Sie sind sehr einfach und "revolutionieren" die Branche ganz und gar nicht (das Wort, das in fast jeder Pressemitteilung eines Start-up steht, kann ich nicht mehr hören). Und vor allem: Sie sind erfolgreich.

Ride-Sharing? Tolles Wort und "mega-in". Aber eigentlich alt und simpel: Ein Autofahrer, der sowieso in die Richtung fährt, nimmt einen Fahrgast mit. Vor 35 Jahren an der Uni haben wir das "Mitfahrzentrale" genannt.

Airbnb? Scheffelt jedes Jahr Milliarden Euro. Dabei hat schon unsere Nachbarin vor 45 Jahren Zimmer an Messebesucher vermietet, wenn in Köln nichts mehr zu bekommen war. Oder an Urlauber, die preisgünstig das schöne Bergische Land kennenlernen wollten. Und sie hat sogar mit ihren Gästen gefrühstückt (wie cool ist das denn?! ...).

Der einzige Unterschied ist doch, dass sich heute zwischen Fahrer/Vermieter und Gast noch ein weiteres Unternehmen schaltet, das an der ganzen Sache (sehr viel) Geld verdient. Na gut, es sammelt alle Angebote und stellt sie auf einer einzigen "Plattform" bereit. Aber macht das nicht auch jeder Lebensmittelladen – seit 100 Jahren?

Für mich ist klar: "Retro" ist gut. Aber "simpel" eben auch.

Dienstag, 22. Juni 2021

Alles andere als simpel war in den vergangenen Monaten das Reisen. Mit dem Abflauen der Corona-Pandemie – zumindest in Europa – vereinfacht sich nun auch wieder das Unterwegssein. Sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, schon vom Reisefieber gepackt? Und wenn ja, wie wäre es mal mit einem eher "ungewöhnlichen" Ziel? Serbien etwa?

Als "schrammelig kreativ" beschreibt Matthias Pasler die Hauptstadt Belgrad der einstigen jugoslawische Teilrepublik – und er schwärmt von der Natur des Landes, von der Banater Sandwüste etwa oder vom Nationalpark Tara. Und natürlich von der Donau.
Dumont

Sein Reiseführer "Serbien" (Dumont, 308 Seiten, 18,95 Euro) gibt denn auch auf mehr als 300 Seiten einen umfassenden Überblick über den "Reise-Geheimtipp": mit Lieblingsorten, Adressen, Touren-Tipps und einem kleinen, lesenswerten Feuilleton mit Interviews, Porträts, Reportagen und Fotos. Einfach mal was anderes.
3 Kommentare Kommentieren

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2.
Stefan Knauf
Erstellt 25. Juni 2021 10:24 | Permanent-Link

Ich möchte mich ebenfalls auf den ersten Teil beziehen und volle Zustimmung signalisieren. Als noch extremeres Beispiel wie AirBNB möchte ich noch Lieferando und Co benennen. Diese Unternehmen finde ich ebenfalls ganz schrecklich. Warum brauche ich diese Unternehmen, wenn ich selbst beim Pizzalieferanten anrufen kann. Dazu braucht es nur 2 Player. Der Dritte (der Vermittler) ist doch überflüssig. Er bietet (außer einer technischen Anwendung ) keinen Mehrwert. Deshalb: Let`s go Retro !

Ekkehardt Kaifel
Erstellt 25. Juni 2021 10:49 | Permanent-Link

@Stefan Knauf: Womit wir wieder bei der Daseinsberechtigung der Reiseveranstalter und -mittler wären. Seit dem Internet ist es doch noch einfacher direkt beim Anbieter/Produzenten zu kaufen.

Doch "Zeit ist Geld". Die Plattformen, die Vermittlerbranche, die Pauschalreisen Produzenten bieten rechtliche Vorteile, Expertise, alles aus einer Hand und vor allem eine sehr große Zeitersparnis gegenüber der Suche aller Einzelleistungen. Das sollte den Käufern den Mehrpreis der "Dritten" wert sein.

1.
Ingo Simandi
Erstellt 22. Juni 2021 11:35 | Permanent-Link

Der erste Teil gefällt mir außerordentlich, kommt mir alles bekannt vor.

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