Meine Woche | KW 23

Wie neu die "neue" Normalität wirklich ist

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw|TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 7. Juni 2021

Von der "neuen Normalität" hatte ich in der vergangenen Woche an dieser Stelle geschrieben. Zumindest die "alte Normalität" macht sich in Hamburg seit einigen Tagen wieder massiv bemerkbar: Die Innenstadt ist so voll wie seit vielen Monaten nicht mehr, vor den Kassen in den Geschäften bilden sich lange Schlangen, und in den Restaurants findet man auch unter der Woche keinen Platz mehr – Reservierungen werden im Zwei-Stunden-Rhythmus vergeben. Und selbst die Reisebüros berichten von einem Kundenansturm: Der Nachholbedarf in Sachen Urlaub ist groß.

Auch für uns in der Redaktion kündigen sich wieder erste "echte" Reisen an, die wir gemeinsam mit Fremdenverkehrsämtern organisieren und die sich an Reisebüro-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden: Sie sollen vor Ort sehen, wie die jeweiligen Länder und Regionen die Hygienevorschriften umsetzen und mit welchen Angeboten sie sich nun an die Kunden wenden. Voraussichtlich gleich mehrere Reisen werde auch im betreuen, da sie in Gebiete führen, für die ich "zuständig" bin. Genaueres später an dieser Stelle.

Gespannt bin ich, wann die Geschäftsreisen folgen werden. Wann werden die Firmen wieder loslegen, wann wird annähernd das Niveau aus dem Jahre 2019 erreicht sein? Wird es das überhaupt jemals? Oder wird sich das Top-Management mancher Konzerne durchsetzen, das einen großen Teil der früheren Reisen auch nach Corona digital ersetzt haben will? Wie werden darauf die Beschäftigten reagieren, die längst mit den Hufen scharren, weil sie wieder "raus" wollen?

Kurz gesagt: Wird die "neue Normalität" wirklich so viel anders sein als die "alte"?

Dienstag, 8. Juni 2021

Als ich vor einigen Jahren manche meiner "Wühlkisten" durchgeschaut habe (viele andere sind nach wie vor unsortiert), fiel mir unter anderem eine kleine Papp-Fahrkarte aus dem Jahre 1984 in die Hände: für eine Fahrt mit der Tegernsee-Bahn zwischen Schaftlach und Gmund. Schon als Kind war ich Eisenbahn-Fan und konnte bei einem unserer damals regelmäßigen Urlaubsaufenthalte am Tegernsee meine Großmutter zu einem Ausflug mit dem historischen Zug überreden.

Stefan Wittich hat nun ein Buch über die Tegernsee-Bahn veröffentlicht – mit tollen Aufnahmen, die die Geschichte des Unternehmens von seiner Gründung 1883 bis in die Gegenwart dokumentieren ("Die Tegernsee-Bahn", erschienen im Verlag Sutton, 124 Seiten, 22,99 Euro). Die Bilder zeigen die Bahnhöfe in ihren verschiedenen Epochen, die eingesetzten Lokomotiven und Wagen und Landschaftsaufnahmen vom Betriebsalltag.

Sutton


Die alten Dampflok-Zeiten entstehen vor dem geistigen Auge ebenso wieder wie die späteren Diesellok-Fahrten. Aber auch Fotos aus jüngster Zeit fehlen nicht: Seit 2020 verkehren die ersten modernen "Lint-54"-Triebzüge der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) auf der Strecke.

Für mich ist das Buch einen tolle Erinnerung an Jugendzeiten, aber auch für jeden anderen Eisenbahnliebhaber das faszinierende Porträt einer fast 140 Jahre alten Privatbahn.

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