Meine Woche | KW 19

So retten Fritten-Fans Belgiens Wirtschaft

Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel
FVW Medien
Oliver Graue ist Chefredakteur BizTravel

An dieser Stelle berichtet Oliver Graue, Redaktionsleiter Business Travel bei fvw | TravelTalk, über seine Woche im Business Travel.

Montag, 10. Mai 2021

Die Frittenkrise ist vorbei, und Belgiens Bauern freuen sich. Mehr als 750.000 Tonnen Pommes-Kartoffeln lagen in der Corona-Pandemie ohne Abnehmer herum, die Kühlkammern gerieten an ihre Kapazitätsgrenzen. Grund waren vor allem die geschlossenen Restaurants und die stark zurückgegangenen Frittenexporte ins Ausland. Die Pommesbuden in Belgien spürten die Krise zwar nicht, weil sie durchgehend geöffnet hatten – doch das allein half der Branche nicht.

Nun endlich konnte die für Belgien wichtige Industrie verkünden: Uns geht es wieder besser! Die Ursache, über die in Deutschland vermutlich jeder Arzt den Kopf schütteln würde, die in Belgien jedoch bejubelt wird: Die Menschen essen inzwischen fast doppelt so viele der fetten, aber extrem leckeren Kartoffelsticks.

"Esst zweimal statt einmal pro Woche Fritten", so hatte Romain Cools vom Verband der kartoffelverarbeitenden Industrie (Belgapom) an die Belgier appelliert. Und die folgten diesem Aufruf gern: Der innerbelgische Pommeskonsum erreicht mittlerweile neue Höhen – Zehntausende Arbeitsplätze sind gerettet, Kartoffelbauern und Zulieferer atmen auf.

Wer will da noch behaupten, Fritten seien ungesund?

Dienstag, 11. Mai 2021

Ob der futuristisch anmutende Bahnhof Lindental mit seiner vollverglasten freitragenden Gaststätte oder das kleine, gemütliche Café "Minerva": Wenn ich die Bilder dieser H0-Modellbahn-Bauten sehe, kommen in mir Erinnerungen hoch. Ich erinnere mich an meine Eisenbahnanlage, die in den 70er-Jahren zu meinen größten Schätzen gehörte – wie vermutlich für sehr viele Jungs in diesem Alter damals.

Märklin, Fleischmann und Trix: Das waren die großen Modellbahn-Hersteller, und für wen man sich entschied, das war eine Glaubensfrage. Beliebig kombinierbar hingegen waren die Anbieter des Drumherums – also von Bahnhöfen, Häusern, Brücken und ganzen Landschaften. Die klare Nummer eins: Faller. Ohne die Modelle von Faller, 1946 im Herzen des Schwarzwalds gegründet, war keine Anlage denkbar.

"Die Welt von oben", so heißt das mit 300 Fotos versehene Buch, in dem Ulrich Biene auf die 75-jährige Geschichte des Unternehmens zurückschaut (erschienen bei Delius Klasing, 184 Seiten, 29,90 Euro). Von den anfänglichen Modellen aus Holz und Pappe bis hin zu den Kunststoffbauten, die an Detailtreue nicht zu überbieten waren (und sind): Wer als Kind eine Eisenbahnanlage hatte, für den bietet dieses Buch einen tollen Trip in die eigene Vergangenheit.

"Die Welt von oben", so heißt das mit 300 Fotos versehene Buch von Ulrich Biene. Erschienen ist es bei Delius Klasing, 184 Seiten, 29,90 Euro.
Delius Klasing
"Die Welt von oben", so heißt das mit 300 Fotos versehene Buch von Ulrich Biene. Erschienen ist es bei Delius Klasing, 184 Seiten, 29,90 Euro.


Biene erweckt viele Hundert der legendären Bausätze zu neuem Leben, nimmt seine Leserinnen und Leser mit in eine Reise in die liebevoll gestaltete Faller-Welt. Und ich bin mir sicher: Beim Durchblättern dieses Buches werden viele nicht nur ins Träumen geraten (so erging es mir), sondern sich in Keller oder Dachgeschoss auf die Suche nach den Modellen machen – irgendwo müssen sie ja stecken, verpackt in Kartons oder Kisten.

Ein Buch, das jedem Eisenbahn-Fan zu empfehlen ist – wunderbar bebildert und amüsant geschrieben!
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